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Pferde Namen – was hinter dem Namen eines Pferdes steckt

Wenn ein Pferd Keila vom Maischeiderland heißt, ist das nicht zufällig. Pferde Namen folgen oft Regeln. Bei Islandpferden besonders streng. Auf dem Hof Hohenstein bei Meidelstetten leben 140 Tiere, jedes mit eigenem Namen, eigener Geschichte. Was hinter Pferde Namen steckt.

Warum Pferde Namen Regeln folgen

Ein Pferd hat nicht nur einen Rufnamen. Es hat einen offiziellen Namen, der im Stutbuch eingetragen wird. Dieser Name folgt bei vielen Rassen festen Regeln, die helfen, Abstammung und Herkunft zu erkennen.

Bei Warmblütern beginnt der Name oft mit dem ersten Buchstaben des Vaters. Bei Islandpferden ist die Tradition anders. Der vollständige Name besteht aus dem Eigennamen und dem Namen des Geburtshofs, mit der Endung „frá“ (auf Deutsch „von“) dazwischen. Ein Pferd mit dem Eigennamen Sleipnir, geboren auf dem Hof Hohenstein, würde im isländischen Stutbuch als „Sleipnir frá Hohenstein“ eingetragen.

Bernhards Stute Keila

Die wohl bekannteste Stute auf dem Hof Hohenstein heißt Keila. Bernhard Podlech wurde mit ihr 2019 in Berlin Vize-Weltmeister im Tölt. Ihre vollständige Eintragung verweist auf ihren Geburtshof. Bernhard Podlech beschreibt das Pferd: „Eine Stute Keila, das war ein Pferd, das ich im Training hatte, ist ein ganz außergewöhnliches Pferd, die immer sehr leistungsbereit ist und immer wirklich gerne mitmacht und arbeitet, aber auch richtig viel Power hat.“

Der Name Keila hat im Isländischen eine Bedeutung. Wie viele isländische Pferdenamen geht er auf alte nordische Wurzeln zurück. Manche Pferdenamen sind alt, andere modern erfunden, aber die meisten haben einen Sinn.

Tradition isländischer Namen

Isländische Pferdenamen folgen bestimmten Mustern. Stutennamen enden oft auf „-a“ oder „-ja“, Hengstnamen oft auf „-ur“ oder „-i“. Beispiele für Stutennamen: Hekla, Branda, Drífa. Beispiele für Hengstnamen: Stígur, Trymbill, Glæsir.

Viele Namen beziehen sich auf Naturphänomene. Hekla ist der Name eines Vulkans, Drífa bedeutet Schnee, Branda kommt von „branda“ für brennende oder leuchtende Farbe. Andere Namen kommen aus der nordischen Mythologie. Sleipnir war das achtbeinige Pferd Odins.

Pferde Namen weltweit

In anderen Ländern und bei anderen Rassen gelten andere Regeln. Vollblüter werden im Stutbuch oft mit Fantasienamen eingetragen, die ein Leben lang gelten. Hannoveraner und Holsteiner folgen dem Anfangsbuchstaben des Vaters. Quarter Horses nutzen oft Compound-Namen, die auf den Stamm hinweisen, etwa „Smart Little Lena“ für die Lena-Linie.

Bei robusten Rassen wie Islandpferden, Haflingern oder Ponys ist der Hof- oder Heimatname oft Teil des offiziellen Namens. Ein Haflinger wird zum Beispiel „Anton vom Eichenhof“ eingetragen.

Der Rufname im Alltag

Der vollständige Name aus dem Stutbuch ist im Alltag zu lang. Im Stall heißt das Pferd nur mit dem Eigennamen. Keila statt Keila frá Maischeiderland. Sleipnir statt Sleipnir frá Hohenstein. Der Rufname ist das, was die Mitarbeiter rufen, was das Pferd hört, was die Beziehung trägt.

Wie ein Name entsteht

Wer ein Fohlen hat, sucht einen Namen, der zum Tier passt und gleichzeitig die Stutbuch-Regeln erfüllt. Bei Islandpferden gibt es einen Zuchtbuch-Ausschuss, der prüft, ob der gewünschte Name gültig ist. Es gibt eine Liste mit erlaubten Namen, an die sich der Züchter halten muss. Reine Fantasienamen ohne isländische Wurzeln werden oft abgelehnt.

Manche Höfe vergeben Namen mit System. Alle Fohlen eines Jahrgangs beginnen mit dem gleichen Buchstaben. Andere Züchter wählen Namen frei, je nach Charakter des Fohlens.

Namen für Stuten und Hengste

Die Geschlechter haben unterschiedliche Endungen. Stutennamen klingen weicher, Hengstnamen härter. Wer also wissen will, ob ein isländischer Pferdename eine Stute oder einen Hengst bezeichnet, kann das oft am Wortende erkennen.

Mehr im Detail unter Pferde Namen Stute und Pferde Namen Hengst.

Pferde Namen, kurz zusammengefasst

Pferde Namen folgen oft Regeln, die mehr sagen als der erste Eindruck. Bei Islandpferden ist der vollständige Name aus Eigennamen und Hofname zusammengesetzt. Stuten- und Hengstnamen unterscheiden sich in der Endung. Im Alltag wird nur der Rufname benutzt, im Stutbuch der vollständige. Wer einen Pferdenamen versteht, weiß oft schon, woher das Tier kommt und wer seine Eltern sind.


Bernhard Podlech betreibt das Islandpferdegestüt Hohenstein auf der Schwäbischen Alb. Das ganze Gespräch mit Bernhard Podlech gibt es bei pekuu audiostories.