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Pferderassen – die wichtigsten Rassen im Überblick

Es gibt weltweit über 300 anerkannte Pferderassen. Von winzigen Shetland-Ponys mit 90 Zentimeter Stockmaß bis zu Shire Horses, die fast zwei Meter messen. Bernhard Podlech, der auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein bei Meidelstetten 140 Islandpferde stehen hat, kennt natürlich vor allem seine eigene Rasse. Aber er weiß, in welche großen Gruppen sich die Pferderassen einteilen lassen. Eine Übersicht.

Die fünf großen Gruppen

Vollblut. Hochgezüchtete Renn- und Sportpferde. Englisches Vollblut, Arabisches Vollblut. Schlank, schnell, fein im Bau. Ursprünglich aus dem Galopprennsport.

Warmblut. Sport- und Freizeitpferde mit gutem Springvermögen, ausdrucksvoller Bewegung, ausgeglichenem Charakter. Hannoveraner, Holsteiner, Trakehner, Oldenburger, Westfale, KWPN. Die Mehrzahl der heutigen Sportpferde.

Kaltblut. Schwere Arbeitspferde, traditionell für Land- und Forstwirtschaft. Schwarzwälder, Süddeutsches Kaltblut, Rheinisch-Deutsches Kaltblut, Schleswiger, Shire Horse, Belgier, Percheron. Heute selten geritten, oft im Fahrsport oder in der Forstarbeit.

Pony. Kleine Pferde unter 1,48 Meter Stockmaß. Shetland, Welsh, Connemara, Dartmoor, Fjordpferd, Haflinger. Robust, langlebig, oft Familienpferde.

Spezialrassen. Pferderassen mit besonderen Merkmalen. Islandpferd (Tölt und Pass), Tennessee Walker (Running Walk), Paso Fino (Vierschlag-Gangart), Friese (Showpferd), Quarter Horse (Westernsport).

Die wichtigsten Pferderassen im Detail

Englisches Vollblut. Schnellste Pferderasse der Welt. Gezüchtet für den Galopprennsport. Stockmaß 1,55 bis 1,75 Meter. Charakter temperamentvoll, oft schwer für Anfänger.

Arabisches Vollblut. Eine der ältesten Pferderassen der Welt. Klein und elegant, mit großer Ausdauer. Ideal für Distanzritte und Endurance-Sport.

Hannoveraner. Der bekannteste deutsche Warmblüter. Großer Sportpferd-Typ, vielseitig einsetzbar in Dressur und Springen. Stockmaß 1,60 bis 1,75 Meter.

Holsteiner. Norddeutsche Warmblut-Rasse, traditionell für Springen gezüchtet. Robuster und zäher als Hannoveraner.

Trakehner. Edler Warmblüter mit Vollblut-Anteil. Ausdrucksvolle Bewegung, anspruchsvoller Charakter.

Friese. Schwarzes, langhaariges Pferd aus den Niederlanden. Eindrucksvoll im Fahrsport und in Shows. Mittlere Lebenserwartung kürzer als bei anderen Rassen.

Quarter Horse. Amerikanische Westernpferd-Rasse. Schnell auf kurzen Distanzen, kompakt, oft gut zum Wandern und Westernreiten geeignet.

Haflinger. Aus den Tiroler Alpen stammend. Goldfuchs mit weißem Mähnenhaar, robust, oft als Familienpferd. Stockmaß 1,38 bis 1,50 Meter.

Norweger. Wikingerpferde mit Aalstrich. Robust, ausgeglichen, beliebte Familienpferde. Stockmaß 1,35 bis 1,50 Meter.

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Connemara. Irische Pony-Rasse. Vielseitig, springstark, gutmütig. Stockmaß 1,30 bis 1,50 Meter.

Shetland Pony. Die kleinste Pferderasse. Stockmaß bis 1,07 Meter. Robust, kräftig, oft als erstes Pony für Kinder.

Islandpferd. Aus Island stammend, mit den Sondergangarten Tölt und Rennpass. Stockmaß 1,35 bis 1,50 Meter. Über 300 Farbvarianten. Mehr unter Islandpferde.

Lipizzaner. Edle Schimmel aus dem österreichischen Lipica-Gestüt. Berühmt aus der Spanischen Hofreitschule in Wien.

Andalusier. Spanische Rasse, oft Schimmel, mit hoher Versammlungsfähigkeit. Beliebte Showpferde.

Was Bernhard Podlech zu Islandpferden sagt

Auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein wird ausschließlich mit Islandpferden gearbeitet. Bernhard Podlech kennt die Rasse aus drei Generationen Familienzucht. Er beschreibt das Islandpferd so: „Das Islampferd ist einfach aus der Zucht und aus der Geschichte heraus ein sehr starkes und robustes Pferd, weil es in Island das einzige Lastentier war oder die einzige Reisemöglichkeit war.“

Was die Rasse besonders macht, ist Tölt. Bernhard: „Es gibt Vier- und Fünfgänger, also Viergänger wäre ohne Pass und Fünfgänger mit Pass.“ Mehr unter Welche Pferde können tölten und Tölt.

Pferderassen weltweit

In Asien gibt es Sondertypen wie das Mongolische Pferd, das Achaltekkiner, das Marwari mit den eingerollten Ohren. In Südamerika der Peruanische Paso, der Mangalarga Marchador, der Criollo. In Afrika der Berber, der Basotho. In den USA der Mustang, der Appaloosa, der American Saddlebred.

Wer sich für die Vielfalt der Pferderassen interessiert, hat über 300 Möglichkeiten zur Recherche. Manche kommen aus uralter Tradition, andere wurden in den letzten 100 Jahren gezielt gezüchtet.

Welche Rasse ist die richtige

Eine kurze Orientierung:

  • Sportreiten und Wettkampf: Warmblüter, Quarter Horses
  • Tölt und Wanderreiten: Islandpferd, Tennessee Walker
  • Westernreiten: Quarter Horse, Paint Horse
  • Distanzreiten: Araber, Achaltekkiner
  • Showsport und Fahren: Friese, Lipizzaner
  • Familie und Anfänger: Islandpferd, Haflinger, Norweger, Connemara
  • Galopprennen: Englisches Vollblut

Mehr unter Welche Pferderasse passt zu mir.

Pferderassen, kurz zusammengefasst

Über 300 Rassen weltweit, eingeteilt in Vollblut, Warmblut, Kaltblut, Pony und Spezialrassen. Jede Rasse hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Eigenschaften, ihren eigenen Einsatzzweck. Die Wahl der richtigen Rasse hängt von Reiterfahrung, Disziplin, Körpergröße und Lebensstil ab. Beim Islandpferd kommt die Sondergangart Tölt als Argument hinzu, die kaum eine andere Rasse bietet.

Mehr unter Welche Pferderasse passt zu mir und Islandpferde.


Bernhard Podlech betreibt das Islandpferdegestüt Hohenstein auf der Schwäbischen Alb. Das ganze Gespräch mit Bernhard Podlech gibt es bei pekuu audiostories.