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Willi Wolf Albbüffel – der Albcowboy und sein Vermächtnis

Willi Wolf Albbüffel ist heute eine Marke. Aber dahinter stand ein Mensch mit Eigensinn und einer Vision. Im Herbst 2005 kamen die ersten 36 Wasserbüffel aus Rumänien auf seine Hochebene oberhalb von Meidelstetten. Willi Wolf, der Albcowboy, hat damit nicht nur einen Hof aufgebaut, sondern auch ein Stück biologische Geschichte fortgeschrieben. Ende 2024 ist er verstorben. Eine Würdigung von dem, was Willi Wolf mit den Albbüffeln geschaffen hat.

Wer Willi Wolf war

Bernhard Podlech, der den Albbüffel-Betrieb heute mit den Söhnen vom Willi weiterführt, beschreibt seinen Vorgänger so: „Der Willi war ein echtes Urgestein und sehr direkt, ehrlich und war ein Macher. Der hat nicht lange herumgefackelt, der hat gehandelt.“ Diese Beschreibung passt zu einem Mann, der mit dem Unwahrscheinlichen anfing. Wer 2005 Wasserbüffel auf der Schwäbischen Alb halten will, hatte keine Vorbilder, keine Anleitung, kein Netzwerk. Wolf hatte den Eigensinn, es trotzdem zu probieren.

Vor den Wasserbüffeln hatte Wolf Angusrinder. Aber das lief nicht so richtig, wie er sich das vorgestellt hatte. Also schaute er sich um, was er stattdessen halten könnte. Bei seiner Recherche stieß er auf den historischen Befund. Wasserbüffel waren auf der Alb schon mal heimisch. Bernhard Podlech: „Wasserbüffel schon bis vor 120.000 Jahren hier heimisch waren. Man hat in Steinheim an der Murr Überreste gefunden, die schon 300.000 Jahre alt waren.“

Die Logik des Albcowboys

Die Tiere waren hier mal heimisch, also konnten sie auch heute hier leben. Diese Logik ist im Rückblick selbstverständlich. Im Vorfeld brauchte sie Mut.

Im Herbst 2005 kamen die ersten Tiere. Willi Wolf Albbüffel war geboren. „Die ersten 36 Büffel sind eben im Herbst 2005 hier auf die Alb gekommen“, erzählt Bernhard. Sie wurden aus Rumänien geholt, wo Wasserbüffel-Haltung Tradition hat. Später kaufte Wolf auch in Italien Tiere zu. Auf dem Höhepunkt führte er rund 300 Wasserbüffel.

Wie Willi Wolf mit Tieren umging

Was Willi Wolf besonders machte, war nicht nur der unternehmerische Wagemut. Es war die Art, wie er mit den Tieren umging. Bernhard Podlech beschreibt das so: „Er hatte eine sehr ruhige, aber ganz klare und deutliche Art gehabt oder Sprache gehabt, mit den Tieren umzugehen.“

Wer Wasserbüffel kennt, weiß, dass Hektik nicht funktioniert. Die Tiere sind groß, schwer, eigenwillig, in der Herde stark. Wer sie hetzt, scheitert. Willi Wolf hatte verstanden, dass Wasserbüffel-Haltung Geduld braucht. Bernhard beschreibt die Eigenheit der Tiere: „Sie sind unheimlich ruhige Tiere und sind sehr schlaue Tiere, ein bisschen stoisch vielleicht, manchmal stur oder eigensinnig.“ Wolf war auf seine Art genauso. Vielleicht passte deshalb beides zusammen.

Was Willi Wolf Albbüffel zur Marke machte

Aus dem Wagnis von 2005 wurde über zwei Jahrzehnte eine bekannte Marke. Albbüffel ist heute eine der größten und bekanntesten Wasserbüffel-Herden in Deutschland. Was Willi Wolf damit aufgebaut hat, war mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb. Es war eine Identifikationsfigur für regionale Lebensmittelproduktion auf der Schwäbischen Alb. Mehr unter Albbüffel, Wasserbüffel Schwäbische Alb und im Pillar Wasserbüffel Haltung.

Die Verbindung mit der Metzgerei Fallenschmidt, eine Viertelstunde vom Hof entfernt, prägte die Marke bis heute. Ludwig Fallenschmidt war der Kompagnon von Willi Wolf von Anfang an. „Die Metzgerei Fallenschmidt ist sozusagen der Partner, mit dem wir auch heute jetzt noch zusammenarbeiten“, sagt Bernhard.

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Die Übergabe an Bernhard Podlech

2019 kam der Wendepunkt. Bernhard und Rebecca Podlech suchten einen neuen Hof, weil der Wiesenhof bei Karlsruhe verkauft worden war. Sie fanden den Hof Hohenstein bei Willi Wolf. Mit dem Hof kamen die Wasserbüffel im Paket. Bernhard, der bis dahin nur Pferde gehalten hatte, übernahm die Albbüffel-Herde.

„Das ist natürlich etwas ganz anderes neben einem Wasserbüffel zu stehen oder mit einem Wasserbüffel umzugehen als mit einem Pferd, das ist ganz klar“, sagt Bernhard rückblickend. Aber er hatte den richtigen Lehrer. Willi Wolf gab seine Erfahrung weiter, bevor er Ende 2024 verstarb.

Auch wichtige Mitarbeiter blieben. Attila und Adela hatten zwölf Jahre beim Willi gearbeitet, bevor sie heute mit Bernhard zusammenarbeiten. Das Team kennt den Hof in- und auswendig. Wer mit den Tieren umgeht, weiß, wie sie ticken. Diese Kontinuität war Wolfs letztes Geschenk.

Was bleibt

Willi Wolf ist Ende 2024 verstorben. Was er auf der Alb angefangen hat, machen Bernhard und Rebecca Podlech mit den Söhnen vom Willi in einer GbR weiter. Den Albbüffel als Marke, den Hof Hohenstein als Standort, die Tiere als Aufgabe. 160 Wasserbüffel leben heute auf der Hochebene oberhalb von Meidelstetten.

Was Willi Wolf Albbüffel über das Geschäftliche hinaus bedeutet, ist die Wiederherstellung einer Verbindung. Vor 120.000 Jahren standen hier Wasserbüffel. Heute stehen wieder welche da. Wolf hat das ermöglicht. Er hatte den Eigensinn, die Vision und das Handwerk dazu.

Willi Wolf Albbüffel, kurz zusammengefasst

Willi Wolf, der Albcowboy, brachte 2005 die ersten 36 Wasserbüffel aus Rumänien auf die Schwäbische Alb. Was er aufgebaut hat, ist heute die Marke Albbüffel, eine der bekanntesten der Alb. Bernhard und Rebecca Podlech führen mit Wolfs Söhnen weiter, was er angefangen hat.

Mehr unter Albbüffel und Wasserbüffel Schwäbische Alb.


Bernhard Podlech führt den Albbüffel-Betrieb auf dem Hof Hohenstein zusammen mit den Söhnen von Willi Wolf. Das ganze Gespräch mit Bernhard Podlech gibt es bei pekuu audiostories.