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Bernhard Podlech im Podcast – Islandpferde und Albbüffel

Vor 300.000 Jahren standen Wasserbüffel auf der Schwäbischen Alb. Heute stehen wieder welche da. 160 Stück, oben in Meidelstetten, dazu 140 Islandpferde auf der Hochebene daneben. Beide Herden gehören Bernhard Podlech, der drei Generationen Islandpferd-Geschichte im Rücken hat, 2019 in Berlin Vize-Weltmeister im Tölt wurde und seit kurzem auch Büffelzüchter ist. Der Bernhard Podlech Podcast zu Gast bei pekuu audiostories.

Über Bernhard Podlech

Bernhard Podlech ist Pferdewirtschaftsmeister und betreibt mit seiner Frau Rebecca den Hof Hohenstein, gerade außerhalb von Meidelstetten auf der Schwäbischen Alb. Sein Großvater hat zu den ersten gehört, die Islandpferde aus Island nach Deutschland importiert haben. „Mein Großvater war einer der ersten Importeure von Islandpferden in Deutschland“, erzählt Bernhard. Aus den Anfängen wurde ein Lebenswerk. Bernhards Vater Bruno führte dreißig Jahre lang den Wiesenhof bei Karlsruhe, eines der größten Islandpferde-Gestüte Deutschlands, mit zeitweise rund 300 Pferden.

Als der Vater 2009 starb, war Bernhard noch jung. Der Wiesenhof wurde verpachtet. 2019 suchte Bernhard mit Rebecca etwas Neues. Sie fanden den Hof Hohenstein, eine Hochebene auf der Schwäbischen Alb, mit 140 Pferden Platz und einer Albbüffel-Herde, die der Albcowboy Willi Wolf 2005 begründet hatte. Mit dem Hof kamen die Büffel. So wurde Bernhard nicht nur Pferdezüchter in dritter Generation, sondern auch Büffelhalter im zweiten Anlauf.

Was im Bernhard Podlech Podcast zur Sprache kommt

Bernhard Podlech erzählt im Podcast nicht nur seine Hofgeschichte. Es geht um die Eigenheiten der Tiere, um Erfolge im Sport, um Verlust, um die Rückkehr einer Tierart in eine Landschaft, in der sie früher schon einmal stand.

Die fünf Gangarten der Islandpferde. Schritt, Trab, Galopp und dazu Tölt und Pass. Bernhard beschreibt den Tölt so: „Der Tölt, das kann man sich vorstellen, das ist eine sehr bequeme Gangart. Das ist sozusagen wie wenn das Pferd Schritt geht, nur dass es eben auch bis ins hohe Tempo diese Schrittfolge oder Fußfolge gehen kann.“ Der Pass dagegen ist der Sprint. „Kann durchaus im Rennpass oder im Galopp bis fast 60 km/h erreichen.“

Berlin 2019. Bernhards größter sportlicher Erfolg war die WM in Berlin. Mit der Stute Keila wurde er Vize-Weltmeister im Tölt und holte den 3. Platz im Viergang. „Mein größter Erfolg ist der deutsche Meistertitel gewesen in der Tölt-Prüfung und auch der Vize-Weltmeister im Tölt-Preis.“ Was ihm besonders viel bedeutete, war der Pferderleitpreis. Den hat er auch gewonnen. Geld gab es keines. „Wir haben jetzt im Islampferdesport keine Preisgelder, sondern da geht es um den Ruhm.“

Die Verbindung zum Pferd. Im Bernhard Podlech Podcast wird klar, dass der Sport mehr ist als Wettkampf. „Pferde sind einfach sehr sensible Tiere, die auch den Menschen eigentlich schnell spiegeln.“ Und: „Der Sport mit dem Pferd ist ein Teamsport, das kann man so sagen. Es geht nicht nur um einen selber, sondern der Partner muss auch mit dabei sein und mitmachen.“

Der Albcowboy. Willi Wolf war der Mann, der die Albbüffel im Herbst 2005 aus Rumänien auf die Alb gebracht hat. Bernhard beschreibt ihn so: „Der Willi war ein echtes Urgestein und sehr direkt, ehrlich und war ein Macher. Der hat nicht lange herumgefackelt, der hat gehandelt.“ Wolf starb Ende 2024. Was er angefangen hat, führen Bernhard und Rebecca mit den Söhnen vom Willi weiter.

Die Heimkehr der Wasserbüffel. Was klingt wie ein landwirtschaftlicher Sonderweg, ist tatsächlich biologische Geschichte. „Wasserbüffel schon bis vor 120.000 Jahren hier heimisch waren. Man hat in Steinheim an der Murr Überreste gefunden, die schon 300.000 Jahre alt waren.“ Die Büffel sind keine fremde Spezies, sondern eine Heimkehr.

Verlust. Auch das gehört dazu. „Wir haben schon Pferde verloren, leider, das ist immer wieder mal so. Manchmal frühzeitig oder altersbedingt.“ Wer mit Tieren arbeitet, lebt mit dieser Wirklichkeit.

Drei Punkte, die hängen bleiben

Eins, der Tölt ist nicht erfunden, sondern eine alte Anlage, die in den meisten Pferderassen verloren gegangen ist. Auf Island hat sie sich erhalten. Heute reiten Menschen weltweit Islandpferde, weil der Tölt bequem ist. „Wenn man so ein Pferd hat und dann bei schönstem Wetter ausreiten gehen kann, dann gibt es eigentlich nichts Schöneres im Leben.“

Zwei, eine Tierart kann zurückkehren. Vor 120.000 Jahren waren die Wasserbüffel hier weg. Heute stehen sie wieder oberhalb von Meidelstetten. Dass das funktioniert, hat mit den Bedingungen zu tun. Bernhard: „Sie sind auch sehr robust und wetterfest. Ob Wind oder Regen oder auch Schnee, die sind da sehr anspruchslos.“

Drei, in der Landwirtschaft braucht es Mentoren. Bei Bernhard war es zuerst der Vater, dann der Albcowboy. Beide gestorben. Das, was sie weitergegeben haben, läuft jetzt unter Bernhards und Rebeccas Händen weiter. Drei Generationen Pferdezucht, eine Generation Büffelzucht, eine Hochebene auf der Schwäbischen Alb.

Links und Erwähnungen

  • Islandpferdegestüt Hohenstein – die Reitanlage und Zucht von Bernhard und Rebecca Podlech
  • Albbüffel – die Wasserbüffel-Herde auf dem Hof Hohenstein
  • Metzgerei Fallenschmidt – verarbeitet das Albbüffelfleisch, eine Viertelstunde vom Hof entfernt
  • Wiesenhof bei Karlsruhe – das frühere Gestüt der Familie Podlech
  • Steinheim an der Murr – Fundort der 300.000 Jahre alten Wasserbüffel-Knochen
  • IPZV – Islandpferde-Reiter- und Züchterverband
  • Bruno Podlech, „Reiten in Balance“ – das Lehrbuch von Bernhards Vater, ein Klassiker der deutschsprachigen Reitliteratur
  • Willi Wolf – der Albcowboy, der die Albbüffel-Herde 2005 auf der Schwäbischen Alb gegründet hat

Bernhard Podlech führt mit seiner Frau Rebecca den Hof Hohenstein bei Meidelstetten auf der Schwäbischen Alb. Den ganzen Bernhard Podlech Podcast gibt es als Episode bei pekuu audiostories.

DEMNÄCHST in dieser Staffel: Diese Folge ist noch unveröffentlicht.