Echte Menschen. Echte Geschichten. Aus deiner Nähe.

pekuu originals

pekuu Original · Reportage · Lesezeit 4 Min.

Yoga bei Kopfschmerzen: ehrlich statt versprochen

Yoga bei Kopfschmerzen: warum ein Arzt vor einfachen Heilversprechen warnt, was Entspannung beitragen kann und wann Kopfschmerz zwingend zum Arzt gehört.

Im Internet findet man schnell die Behauptung, diese oder jene Haltung helfe gegen Kopfschmerzen. Dr. Ronald Steiner, Arzt und Ashtanga-Lehrer aus Ulm, ist bei solchen Sätzen von Berufs wegen skeptisch. Er kennt aus der Yoga-Geschichte eine Liste therapeutischer Wirkungen, die aus den 1950er-Jahren stammt, und sein Urteil darüber ist nüchtern: „Da ist eigentlich nichts studienmäßig belegt draus.“ Wer nach Yoga bei Kopfschmerzen sucht, sollte diese Skepsis mitnehmen. Eine Pose, die Kopfschmerzen zuverlässig heilt, gibt es nicht.

Damit ist das Thema nicht erledigt, nur ehrlicher gerahmt. Denn zwischen einem falschen Heilversprechen und völliger Wirkungslosigkeit liegt ein realistischer Mittelweg, und den beschreibt Steiner, wenn man ihn nach seinem heutigen Blick fragt.

Warum Steiner die alte Denkweise ablehnt

Früher, erzählt Steiner, ordnete man einzelnen Haltungen feste Heilwirkungen zu, oft mit mechanischen Erklärungen. Als moderner Mediziner hält er davon wenig, weil sich diese Zuschreibungen kaum belegen lassen. Sein Blick ist differenzierter. Nicht die Haltung an sich heilt, sondern die Art, wie man den Körper beansprucht. „Entspannung hilft bei den und den Beschwerden, Kräftigung hilft bei den und den Beschwerden, Dehnung hat die und die Benefits“, sagt er. Das ist unspektakulärer als ein Wunder, aber es ist ehrlich. Beim Thema Yoga bei Kopfschmerzen heißt das, realistisch auf Entspannung und Muskulatur zu schauen, nicht auf eine magische Pose.

Der Umweg über Nacken und Anspannung

Viele Kopfschmerzen, besonders vom Spannungstyp, hängen mit verspanntem Nacken und angespannten Schultern zusammen, und Anspannung wiederum mit Stress. Das ist allgemeines Wissen, keine Yoga-Behauptung. Hier kann ruhige, bewusste Bewegung an einer Stelle ansetzen, die auch Steiner ernst nimmt, nämlich am Herunterfahren von Anspannung. Wer den verspannten Schulter-Nacken-Bereich lösen will, findet mehr unter Schulter Nacken Yoga. Und wer die grundsätzliche Skepsis gegenüber Pauschalversprechen vertiefen will, liest, wie Steiner mit Heilszuschreibungen bei einzelnen Haltungen umgeht, unter Taube im Yoga.

Yoga bei Kopfschmerzen kann also indirekt etwas beitragen, über Entspannung und einen gelösteren Nacken. Ein Heilmittel ist es nicht, und schon gar kein Ersatz für die Klärung, woher die Kopfschmerzen kommen.

Wann Kopfschmerz zum Arzt gehört

Das ist der wichtigste Teil. Kopfschmerz ist meist harmlos, aber nicht immer. Plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen, Kopfschmerzen mit Fieber, Sehstörungen, Lähmungen, Verwirrtheit oder solche nach einem Sturz gehören sofort ärztlich abgeklärt. Auch häufige oder sich verändernde Kopfschmerzen sollten ärztlich untersucht werden. Yoga ersetzt diese Abklärung nie. Es kann, in den genannten Grenzen, ein Baustein für mehr Entspannung sein, mehr aber ehrlicherweise nicht.

Yoga bei Kopfschmerzen einordnen

Kopfschmerzen haben viele Ursachen, und darauf kommt es beim Einordnen an. Wenn Verspannungen in Schulter und Nacken beteiligt sind, kann eine ruhige Praxis mit sanftem Lösen, bewusstem Atem und etwas Entspannung für manche angenehm sein. Yoga bei Kopfschmerzen ist damit aber kein Heilmittel und ersetzt keine Diagnose. Steiner denkt hier wie sonst, weg von der mechanischen Wunderwirkung, hin zu einer allgemeinen Wirkung von Bewegung und Ruhe, die je nach Mensch verschieden ausfällt. Für den Einstieg heißt das, es ruhig und ohne Ehrgeiz anzugehen und darauf zu achten, was guttut. Entscheidend ist die Grenze. Bei plötzlichen, sehr starken, neuartigen oder häufigen Kopfschmerzen, bei Kopfschmerzen nach einem Sturz oder mit weiteren Symptomen gehört ärztlicher Rat an den Anfang, nicht die Yogamatte. Wer diese Warnzeichen ernst nimmt, kann Yoga bei Kopfschmerzen im passenden Fall als eine von mehreren Möglichkeiten sehen, für Ruhe und Lösung zu sorgen. Ein Versprechen ist es nicht, und genau diese nüchterne Einordnung schützt davor, sich zu viel von einer einzelnen Übung zu erhoffen.

Häufige Fragen

Hilft Yoga gegen Kopfschmerzen?
Eine Pose, die Kopfschmerzen heilt, gibt es nicht, betont Dr. Ronald Steiner. Über Entspannung und einen gelösteren Nacken kann Bewegung aber indirekt beitragen, vor allem bei Spannungskopfschmerz. Effekte sind individuell und kein Heilversprechen.

Warum ist Steiner skeptisch bei Yoga gegen Kopfschmerzen?
Weil viele alte Heilversprechen zu einzelnen Haltungen wissenschaftlich nicht belegt sind. Er schaut lieber realistisch auf Entspannung, Kräftigung und Dehnung als auf eine magische Pose.

Welche Rolle spielt der Nacken?
Viele Spannungskopfschmerzen hängen mit verspanntem Nacken und Stress zusammen. Ruhige Bewegung, die dort löst, kann helfen. Das ist allgemeines Wissen und ersetzt keine Diagnose.

Wann muss ich mit Kopfschmerzen zum Arzt?
Bei plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen, bei Fieber, Sehstörungen, Lähmungen, Verwirrtheit, nach einem Sturz oder bei häufigen oder sich verändernden Kopfschmerzen. Das gehört zwingend ärztlich abgeklärt.

Hinweis

Dieser Beitrag gibt die Sicht von Dr. Ronald Steiner sowie allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Plötzliche, sehr starke oder ungewohnte Kopfschmerzen, Kopfschmerzen mit Fieber, neurologischen Ausfällen oder nach einem Sturz sind ein Notfall und gehören sofort ärztlich abgeklärt. Wie eine Yoga-Praxis im Einzelfall wirkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.


Zur Episode und weiteren Beiträgen mit Dr. Ronald Steiner im pekuu audiostories Podcast: Dr. Ronald Steiner.