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pekuu Original · Reportage · Lesezeit 4 Min.

Yoga für Kindern: wo Magie und Bewegung sich treffen

Yoga für Kindern: wie Dr. Ronald Steiner als Kind über Geschichten und Magie zum Yoga fand und was das für kindgerechtes Üben heute bedeutet.

Bevor Dr. Ronald Steiner Arzt wurde und in Indien Ashtanga lernte, war er ein Kind, dem seine Mutter Geschichten vorlas. Sie war Yogalehrerin, und die Erzählungen von Yogis nahmen den Jungen gefangen. „Als meine Mutter mir Geschichten von Yogis vorgelesen hat und da dachte ich, das ist magisch, das ist mystisch.“ Wer verstehen will, was Yoga für Kindern ausmacht, findet in diesem Satz mehr als in jeder Übungsanleitung. Für Kinder beginnt Yoga nicht mit der richtigen Haltung, sondern mit Staunen.

Das ist der entscheidende Unterschied zum Yoga der Erwachsenen. Kinder üben nicht, um Stress abzubauen oder beweglicher zu werden. Sie üben, weil es sich anfühlt wie ein Spiel, wie eine Geschichte, in die man mit dem ganzen Körper hineinklettert. Genau so hat es Steiner selbst erlebt, lange bevor er die Wissenschaft dahinter studierte.

Warum Geschichten der Schlüssel sind

Aus Steiners Kindheit lässt sich viel für heute lernen. Yoga für Kindern lebt von Bildern. Aus einer Haltung wird ein Baum, der im Wind schwankt, aus einer anderen eine Katze, die einen Buckel macht, aus einer dritten ein Berg, der ganz still steht. Die Kinder ahmen nicht eine Figur nach, sie werden zum Tier, zum Baum, zum Helden der Geschichte. Die Magie, die den kleinen Ronald fesselte, ist bis heute das beste Werkzeug, um Kinder in Bewegung zu bringen.

Deshalb geht es bei Yoga für Kindern nicht um Perfektion. Eine kindgerechte Stunde ist lebendig, darf laut und albern sein und folgt eher einer Erzählung als einer festen Serie. Wo Erwachsene Ruhe suchen, brauchen Kinder erst einmal Fantasie. Die Ruhe kommt, wenn überhaupt, am Ende und in kleinen Dosen.

Was Steiner zur Vorsicht sagt

So warm Steiner von der Magie seiner Kindheit spricht, so klar ist der Arzt in ihm bei einem Punkt. Viele der alten Übungen und der ihnen zugeschriebenen Wirkungen seien aus heutiger Sicht nicht mehr haltbar. Was für einen erwachsenen, erfahrenen Körper gedacht war, gehört nicht ungeprüft in eine Kinderstunde. Kindgerechtes Yoga bedeutet deshalb, Haltungen auszuwählen, die zu wachsenden Körpern passen, und auf alles zu verzichten, was Gelenke oder Wirbelsäule von Kindern belasten könnte. Anleitung durch jemanden, der auf Kinder spezialisiert ist, macht hier den Unterschied.

Und Heilversprechen? Die haben in einer Kinderstunde nichts verloren. Yoga für Kindern soll Freude an Bewegung wecken, nicht Beschwerden behandeln. Wie Steiner grundsätzlich mit übertriebenen Wirkversprechen umgeht, liest du unter Taube im Yoga. Und wo dieselbe kindliche Faszination in Steiners Verständnis von Yoga weiterlebt, findest du im Hatha Yoga.

Ein guter Anfang

Das Schönste an Yoga für Kindern ist, dass man dafür fast nichts braucht. Etwas Platz, ein wenig Zeit und die Bereitschaft, mitzuspielen. Wer mit Kindern übt, muss keine perfekte Lehrkraft sein, sondern ein guter Erzähler. Die Magie, die einst einen kleinen Jungen zum späteren Yoga-Arzt machte, steckt in jeder guten Geschichte. Man muss sie nur vorlesen und dann gemeinsam zum Baum werden.

Yoga für Kindern spielerisch gestalten

Bei Kindern gelten andere Maßstäbe als bei Erwachsenen. Yoga für Kindern lebt nicht von der richtigen Haltung, sondern vom Spiel, von Geschichten und vom Staunen. Genau das war es, was Steiner als Kind an den Erzählungen seiner Mutter fasziniert hat, lange bevor von Technik die Rede war. Für den Nachwuchs heißt das, die Praxis kurz, leicht und phantasievoll zu halten. Tiere, Bilder und kleine Abenteuer tragen viel weiter als Anweisungen zur perfekten Form. Wichtig ist, nichts zu erzwingen und keine erwachsenen Ziele auf Kinder zu übertragen. Es geht nicht darum, tiefe Haltungen zu halten oder Leistung zu zeigen, sondern darum, Freude an Bewegung und ein Gespür für den eigenen Körper zu wecken. Die Anleitung sollte altersgerecht sein, und der Ton bleibt spielerisch statt streng. Wer Yoga für Kindern so versteht, nimmt den Druck heraus und lässt Raum für das, was Kinder ohnehin gut können, für Neugier und Fantasie. Genau in diesem Staunen liegt für Steiner der eigentliche Anfang, und von dort aus darf sich alles Weitere ganz in Ruhe entwickeln.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist Yoga für Kinder geeignet?
Das hängt vom Kind und vom Angebot ab. Kindgerechtes Yoga arbeitet mit Spiel, Geschichten und Bildern und passt die Übungen dem Alter an. Eine auf Kinder spezialisierte Anleitung ist sinnvoll.

Wie unterscheidet sich Kinderyoga von Yoga für Erwachsene?
Kinder üben spielerisch und über Geschichten, nicht zur Entspannung oder Leistung. Dr. Ronald Steiner beschreibt genau diese Magie aus seiner eigenen Kindheit als den Zugang für Kinder.

Ist Yoga für Kinder ungefährlich?
Nur mit passender Auswahl. Steiner weist darauf hin, dass viele alte Übungen für Kinderkörper nicht geeignet sind. Kindgerechtes, angeleitetes Üben verzichtet auf belastende Haltungen.

Hat Yoga für Kinder gesundheitliche Wirkungen?
Im Vordergrund steht die Freude an Bewegung, nicht die Behandlung von Beschwerden. Heilversprechen gehören nicht in eine Kinderstunde.

Hinweis

Dieser Beitrag gibt die Sicht und Erfahrung von Dr. Ronald Steiner wieder und ersetzt keine ärztliche oder pädagogische Beratung. Yoga mit Kindern sollte kindgerecht und angeleitet stattfinden und belastende Haltungen meiden. Bei gesundheitlichen Fragen zum Kind wende dich an eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt. Wie eine Praxis im Einzelfall wirkt, ist von Kind zu Kind verschieden.


Zur Episode und weiteren Beiträgen mit Dr. Ronald Steiner im pekuu audiostories Podcast: Dr. Ronald Steiner.