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Pferde Paddock – Auslauf, Boden, Größe und Pflege

Pferde brauchen Bewegung jeden Tag, das ganze Jahr. Wenn die Weide gerade nicht nutzbar ist, kommt der Paddock ins Spiel. Bernhard Podlech, der auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein bei Meidelstetten 140 Islandpferde stehen hat, kennt den Wert eines guten Paddocks aus dem Alltag. Was den Pferde Paddock ausmacht.

Was ein Paddock ist

Ein Paddock ist ein befestigter Auslauf für Pferde, oft als Sandfläche, manchmal als Mischung aus Sand, Kies und Gummischnitzeln. Im Gegensatz zur Weide hat der Paddock keinen Bewuchs. Er dient als Bewegungsraum zu Zeiten, in denen die Weide nicht nutzbar ist.

Das ist häufiger der Fall, als man denkt. Im Frühjahr und Herbst ist die Weide oft zu nass, im Hochsommer abgefressen, im Winter gefroren oder schneebedeckt. Wer den Pferden trotzdem täglich Auslauf bieten will, braucht einen Paddock.

Größe und Form

Die Größe richtet sich nach der Anzahl der Pferde. Pro Pferd sollten mindestens 50 bis 100 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Mehr ist besser, weil das Pferd dann auch zum Galoppieren Platz hat. Eine längliche, schmale Form macht die Bewegung interessanter, weil das Pferd öfter abbiegen muss.

Auf größeren Höfen wie dem Islandpferdegestüt Hohenstein sind die Paddockflächen entsprechend groß. Bernhard Podlech: „Wir liegen hier auf der Schwäbischen Alb auf einer sehr schönen Hochebene.“ Das Gelände erlaubt großzügige Auslaufflächen.

Boden

Der Boden ist die wichtigste Frage beim Paddock-Bau. Falsche Wahl macht den Paddock im Winter zur Schlamm-Hölle und im Sommer zur Staubwüste.

Sand. Klassische Wahl für Auslaufflächen. Drainagefähig, leicht zu pflegen. Nachteil: Bei längerem Aufenthalt kann das Pferd Sand schlucken, was zu Sandkoliken führt. Heu deshalb nicht direkt auf den Sand legen.

Kies und Splitt. Stabiler Untergrund, gute Drainage. Nachteil: Hart auf den Hufen, scharfkantig. Geeignet als Tragschicht unter Sand.

Holz-Häckselschnitzel. Weich, federnd, angenehm für die Hufe. Nachteil: Verrottet, muss regelmäßig erneuert werden.

Gummi-Schnitzel oder Gummigranulat. Federnd, dauerhaft. Nachteil: Teuer in der Anschaffung.

Tragschichtsystem. Mehrschichtiger Aufbau aus Schotter, Drainagevlies und Tretschicht. Investition lohnt sich, weil der Paddock dann jahrzehntelang nutzbar ist.

Witterungsschutz auf dem Paddock

Auch ein Paddock sollte einen Bereich haben, an dem das Pferd Wind und Sonne entgehen kann. Ein offener Unterstand reicht. Wichtig ist, dass mehrere Pferde gleichzeitig hineinpassen, ohne dass es Streit gibt. Sonst wird der ranghöchste Wallach den Schutz für sich beanspruchen, während die anderen draußen stehen.

Pflege

Ein Paddock ist nicht wartungsfrei. Tägliche Pflege reduziert Wurmbelastung, verhindert Schlammbildung und hält den Boden in Form.

Pferdeäpfel täglich absammeln. Reduziert Wurmbefall, hält den Boden sauber.

Sand regelmäßig nachfüllen. Durch Hufabrieb und Auswaschung verschwindet Sand mit der Zeit.

Tragschicht prüfen. Bei Vermischung Sand und Erde wird der Paddock im Winter weich.

Zaun kontrollieren. Pferde dehnen Stromzäune aus, Litzen reißen, Pfähle kippen.

Drainage. Verstopfte Abläufe ersetzen sonst staut sich Wasser.

Paddock und Stall kombiniert

Die häufigste Kombination ist Paddock plus Box oder Paddock plus Offenstall. Das Pferd kann selbst entscheiden, ob es draußen oder drinnen sein will. Gerade bei Paddockboxen, also Boxen mit direkt angeschlossenem kleinem Auslauf, ist diese Wahlmöglichkeit für das Pferd sehr wertvoll.

Auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein leben die Pferde im Wechsel zwischen Weide und Offenstall. Bernhard Podlech: „Im Sommer haben wir sie am Stall, am großen Offenstall.“ Diese Mischform ersetzt den klassischen reinen Paddock und gibt dem Pferd noch mehr Freiheit.

Paddock im Winter

Im Winter wird der Paddock besonders wichtig. Die Weide ist gefroren oder weich, ein Auslauf auf Sand bleibt nutzbar. Allerdings braucht der Paddock im Winter besondere Aufmerksamkeit, damit er nicht zur Eisfläche wird. Sand streuen, Wasser ableiten, Pflege intensivieren.

Bernhard Podlech beschreibt das Winterleben der Islandpferde: „Es hat relativ viel Winterfell und kann dadurch auch problemlos bei ganz eisigen und kalten Temperaturen draußen sein.“ Auf einem gut präparierten Paddock können die Tiere also auch im Winter problemlos leben.

Pferde Paddock, kurz zusammengefasst

Befestigter Auslauf, mindestens 50 bis 100 Quadratmeter pro Pferd, idealerweise mehr. Solider Bodenaufbau, Witterungsschutz, regelmäßige Pflege. Im Winter unverzichtbar, in nassen Jahreszeiten ebenfalls. Wer den Pferde Paddock richtig anlegt, hat eine Lösung, die Bewegung das ganze Jahr ermöglicht und die Tiere gesund hält.

Mehr im Pillar Pferde Stall und unter Pferde Weide.


Bernhard Podlech betreibt das Islandpferdegestüt Hohenstein auf der Schwäbischen Alb. Das ganze Gespräch mit Bernhard Podlech gibt es bei pekuu audiostories.