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Wasserbüffel halten – was Einsteiger wissen sollten

Wer mit dem Gedanken spielt, Wasserbüffel zu halten, sollte zuerst eine Suhle in den Garten graben. Nicht buchstäblich, aber ungefähr. Bernhard Podlech, der auf dem Hof Hohenstein bei Meidelstetten 160 Wasserbüffel hält, weiß, wo Einsteiger oft danebenliegen. Wasserbüffel halten in Deutschland als Praxiseinblick.

Was Wasserbüffel sind

Wasserbüffel sind keine Rinder. Beide gehören zwar zur Familie der Hornträger, sind aber unterschiedliche Tierarten. Wasserbüffel kommen aus Asien, sind robuster, langsamer wachsend, ruhiger im Charakter und brauchen Wasser zum Baden.

Bernhard Podlech beschreibt die Tiere so: „Sie sind unheimlich ruhige Tiere und sind sehr schlaue Tiere, ein bisschen stoisch vielleicht, manchmal stur oder eigensinnig.“ Wer Wasserbüffel halten will, sollte diese Eigenschaft mitbringen können. Geduld, Ruhe, das Verständnis, dass diese Tiere ihre eigene Geschwindigkeit haben.

Die Voraussetzungen

Fläche. Wasserbüffel brauchen Platz. Pro Tier sollten mindestens 1 bis 2 Hektar Weide zur Verfügung stehen. Für eine kleine Herde von 5 Tieren sind das 5 bis 10 Hektar.

Wasser. Bernhard Podlech: „Die brauchen Abkühlung durch Schlamm oder Wasserbad. Die wollen sich baden im Sommer, wenn es zu heiß wird. Die haben nicht viele Schweißdrüsen.“ Ohne Suhle, Teich oder mindestens eine große, regelmäßig gefüllte Wanne kann man Wasserbüffel im Sommer nicht artgerecht halten.

Stall. Im Winter brauchen die Tiere Schutz vor Schlagregen und Wind. Ein Offenstall mit ausreichend Liegefläche reicht. Beheizung ist nicht nötig. Bernhard zur Stallhaltung: „Im Sommer haben wir sie am Stall, am großen Offenstall.“

Zaun. Stabiler Zaun ist Pflicht. Wasserbüffel sind kräftiger als Rinder. Ein normaler Stromzaun reicht in der Regel, muss aber gut funktionieren.

Genehmigungen. Wer Wasserbüffel halten will, braucht eine Betriebsnummer, muss Tiere registrieren und das Veterinäramt informieren. Tierseuchenrechtlich gelten ähnliche Vorschriften wie für Rinder.

Anschaffung

Wasserbüffel zu kaufen ist nicht ganz einfach. Es gibt nur wenige Halter in Deutschland. Der größte Teil der Tiere kommt aus Italien, Rumänien oder Bulgarien. Bernhard Podlech weiß das aus erster Hand. Die ersten 36 Tiere von Albbüffel kamen 2005 aus Rumänien. „Die ersten 36 Büffel sind eben im Herbst 2005 hier auf die Alp gekommen.“

Ein Jungtier kostet je nach Geschlecht und Alter zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Hochleistungstiere oder Zuchttiere mit Stammbaum entsprechend mehr.

Wer einsteigen will, sollte sich vorher mit etablierten Haltern in Verbindung setzen. Auf dem Hof Hohenstein etwa kann man Tiere besichtigen, mit erfahrenen Haltern sprechen, lernen wie der Alltag aussieht.

Fütterung

Wasserbüffel sind Wiederkäuer und genügsam. Sie fressen Gras, Heu, Stroh, Maissilage. „Büffel sind auch sehr genügsame Tiere und sehr robuste Tiere. Die haben relativ wenig Ansprüche an das Futter. Die kommen mit sehr karger Mahlzeit aus“, sagt Bernhard Podlech.

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Das macht sie für extensive Landwirtschaft interessant. Wo eine Hochleistungsmilchkuh nicht zurechtkäme, lebt der Wasserbüffel gut. Magere Wiesen, Wacholderheiden, Streuobstwiesen, sumpfige Bereiche.

Kraftfutter braucht es nur in geringer Menge, wenn überhaupt. Mehr im Pillar Wasserbüffel Haltung.

Pflege und Gesundheit

Wasserbüffel sind robust. Bernhard Podlech: „Sie sind auch sehr robust und wetterfest. Ob Wind oder Regen oder auch Schnee, die sind da sehr anspruchslos.“ Krankheiten sind im Vergleich zu Hochleistungsrindern selten. Die wichtigsten Pflichten sind regelmäßige Tierarztbesuche, Klauenpflege, Impfungen, Eintragung in die HIT-Datenbank.

Ein Punkt, den Einsteiger oft unterschätzen: Wasserbüffel sind groß. Eine Kuh wiegt 600 bis 800 Kilogramm, ein Bulle bis 1.000. Wer mit ihnen umgeht, sollte respektvolle Distanz halten und ruhig auftreten. Die Tiere sind nicht aggressiv, aber wenn sie unruhig werden, können sie gefährlich sein.

Vermarktung

Wer Wasserbüffel halten will, sollte vorher klären, wohin das Fleisch geht. Direktvermarktung über eigene Kunden, Zusammenarbeit mit einer Metzgerei oder Verkauf an einen Großhändler. Auf dem Hof Hohenstein wird das Fleisch über die Metzgerei Fallenschmidt vermarktet, eine Viertelstunde entfernt. Bernhard Podlech: „Die Metzgerei Fallenschmidt ist sozusagen der Partner, mit dem wir auch heute jetzt noch zusammenarbeiten.“

Mozzarella aus Wasserbüffel-Milch ist ein zweites Standbein, allerdings aufwendig. In Italien existiert eine ganze Industrie. In Deutschland gibt es einzelne Mozzarella-Produzenten, aber das ist die Ausnahme.

Anlauf und Aufbau

Der Aufbau einer Wasserbüffel-Haltung dauert Jahre. Vom ersten Kalb bis zum schlachtreifen Tier vergehen 24 bis 36 Monate. Bis eine Herde wirklich produktiv ist, vergehen vier bis fünf Jahre. Wer einsteigt, braucht Geduld und Kapital.

Bernhard Podlech und Willi Wolf haben das auf dem Hof Hohenstein ab 2005 aufgebaut. Auf dem Höhepunkt waren es 300 Tiere. Heute sind es 160. Die Anpassung an die Marktlage ist Teil des Geschäfts.

Wasserbüffel halten, kurz zusammengefasst

Wasserbüffel halten ist machbar in Deutschland, braucht aber andere Voraussetzungen als Rinderhaltung. Wasser zum Baden, viel Weide, robuster Stall, Geduld mit den eigenwilligen Tieren, Vermarktungspartner. Wer das mitbringt, hat eine Tierart, die zu extensiver Landwirtschaft passt und ein Fleisch produziert, das geschmacklich und gesundheitlich besonders ist.

Mehr im Pillar Wasserbüffel Haltung und unter Büffelfleisch sowie Wasserbüffel Schwäbische Alb.


Bernhard Podlech führt den Albbüffel-Betrieb auf dem Hof Hohenstein zusammen mit den Söhnen von Willi Wolf. Das ganze Gespräch mit Bernhard Podlech gibt es bei pekuu audiostories.