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Alexander Diet

Abschlussklasse, irgendwann im Schuljahr 1987. Die Tür geht auf, der Rektor kommt herein. „Dann kommt der Rektor vorbei und sagt, eine Bekannte von ihm, die hat eine Käserei, die sucht jemanden zur Ausbildung. Du wohnst in der Nähe, schau mal dorthin.“ Alexander Diet schaute hin. „Ich habe dann hingeschaut und habe gesagt, das mache ich.“ So beginnen Käser-Karrieren: nicht mit einem Plan, sondern mit einem Rektor, der zufällig die richtige Frau kennt.

Vom Zufall zum Handwerk

„Meine Ausbildung habe ich 1987 in einer kleinen Käserei begonnen“, erzählt Diet. Molkereifachmann zuerst, später die Weiterbildung zum Molkereitechniker in Kempten. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er im Allgäu, erst angestellt, in Führungspositionen, in verschiedenen Betrieben. Bis eine Anzeige im Internet alles änderte.

Der Klick, der ein Leben drehte

„Zufällig haben wir dann im Internet gesehen, dass in Isny die Käsküche zu übernehmen ist. Das ist jetzt fast zehn Jahre her, und wir haben das eigentlich sofort entschieden und gemacht.“ Er und seine Frau zogen ins Allgäu, nach Isny. Die Rollen waren schnell klar: er die Produktion am Kessel, sie der Laden, die Organisation, der Versand. Dass der Schritt in die Selbstständigkeit ihn nicht schreckte, erklärt er trocken: Wer in einer Führungsposition arbeitet, arbeitet sowieso am Wochenende.

Die Oma und der Bergkäse

Dass es ausgerechnet das Allgäu wurde, hat eine Vorgeschichte. „Wenn wir früher als Kinder in den Ferien hier im Allgäu bei unserer Oma waren, dann hat es damals schon immer den Bergkäse gegeben. Das war immer ein bisschen ein Highlight für uns, weil es den Käse bei uns zu Hause so nicht gegeben hat.“ Der Ferien-Bergkäse von damals ist heute sein Beruf. Er stellt ihn selbst her, ein paar Kilometer von den Wiesen entfernt, auf denen er als Kind stand.

Ein Rohstoff, der nie derselbe ist

Fragt man Diet, was ihn nach fast vierzig Jahren noch am Käsen hält, kommt die Antwort ohne Zögern. „Das Faszinierende am Käsemachen ist, man hat es mit einem Rohstoff zu tun, der immer wieder anders ist.“ Fütterung, Wetter, Temperatur, Bakterienkulturen: alles spielt hinein, jeden Tag neu. Man lernt nie aus.

Wie ernst er das meint, zeigt seine liebste Anekdote, die zugleich seine schmerzhafteste ist. „Wir haben mal einen Käse gehabt, der war so eine Art Emmentaler, hat sehr gut geschmeckt, der war wirklich super, aber nicht gewusst warum. Und haben den dann nie wieder so herstellen können.“ Handwerk hat keine Kopiertaste. Genau das mag er daran.

Goldstück und Nelken: die Experimente

Die kleine Betriebsgröße ist für Diet kein Nachteil, sondern eine Spielwiese. „Wir haben zum Beispiel einen Käse gemacht mit Kurkuma, der schaut ganz golden aus, hat ein bisschen einen Geschmack nach Kurkuma. Das war unser Goldstück.“ Ein anderes Mal brachte ein Kunde eine Idee aus dem Urlaub mit. „Vor Kurzem kam ein Kunde, der hat gesagt, er kaufte mal in Holland einen Käse mit Nelken. Da habe ich gesagt, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Haben wir auch einen Käse gemacht mit Nelken, und der schmeckt wirklich ganz interessant und gut.“ In einer Großkäserei wäre so etwas ein Projektantrag. In Isny ist es ein Nachmittag am Kessel.

Sein Käse: das Urgestein

Und der eigene Favorit? „Wenn ich einen von unseren Käsen aussuchen müsste, dann wäre das das Urgestein.“ Ein Bergkäse, der bis zu drei Jahre reift. „Wenn er mal so ein, zwei Jahre alt ist, dann schmieren wir den mit Olivenöl ein, dass er nicht so austrocknet.“ Ein Käse wie sein Käser: braucht Zeit, wird dabei immer besser.

Häufige Fragen zu Alexander Diet

Wer ist Alexander Diet?

Alexander Diet ist Käser, gelernter Molkereifachmann und Molkereitechniker sowie Inhaber der Käsküche Isny, einer kleinen Bio-Sennerei im Allgäu.

Seit wann führt er die Käsküche Isny?

Seit fast zehn Jahren. Er entdeckte den Betrieb per Zufall im Internet, als die Käsküche zur Übernahme stand.

Was ist sein Lieblingskäse?

Das Urgestein, ein Bergkäse aus der eigenen Käserei, der bis zu drei Jahre reift und mit Olivenöl gepflegt wird.