Mirko Siakkou-Flodin

Top 5 Zitate von Mirko Siakkou-Flodin

  1. „Vielfalt ist meine Stilistik.“ – Mirko Siakkou-Flodin

  2. „Ich bin kein Sammler, sondern gebt mir einen Auftrag – erst dann gehe ich auf den Schrottplatz.“ – Mirko Siakkou-Flodin

  3. „Mit Metall kann man zaubern.“ – Mirko Siakkou-Flodin

  4. „Heimat ist da, wo man willkommen ist und wo man sich willkommen fühlt.“ – Mirko Siakkou-Flodin

  5. „Es darf noch nicht komplett fertig ausgedacht sein – man muss offen bleiben für das, was das Material einem bietet.“ – Mirko Siakkou-Flodin

Mirko Siakkou-Flodin: Metallkunst, Performance und die Magie des Recyclings

Wer die Werke von Mirko Siakkou-Flodin – international oft einfach nur „Mo“ genannt – betrachtet, sieht mehr als nur Stahl und Blech. Man sieht Geschichten, Geschichte und eine tiefe Verbundenheit zum Material. Der in Berlin ausgebildete und heute im süddeutschen Raum (nahe Ravensburg) ansässige Künstler hat sich einer Stilistik verschrieben, die so vielfältig ist wie das Leben selbst.

Der Kriminologe unter den Künstlern: Auftragsarbeit mit Tiefgang

Mirko Siakkou-Flodin ist kein klassischer Galeriekünstler. Er versteht sich als Macher, der ortsspezifische Auftragsarbeit liebt. Sein Prozess beginnt nicht im stillen Kämmerlein, sondern mit einer Analyse, die fast kriminologische Züge trägt:

  • Indiziensammlung: Architektur, Story, Raum und die beteiligten Personen werden genau unter die Lupe genommen.

  • Ideen-Kreation: Die Skulptur entsteht aus dem Umfeld heraus – sie soll den Ort nicht nur besetzen, sondern ergänzen oder betonen.

  • Kulturelle Empathie: Ob eine zwei Meter große Inuit-Maske für ein Kulturzentrum in Alaska oder eine kinetische Großskulptur in Berlin – Siakkou-Flodin taucht tief in die jeweilige Kultur ein.

„Vielfalt ist meine Stilistik.“ – Mirko Siakkou-Flodin


Vom Schrottplatz zum Kunstwerk: Die Philosophie des Recyclings

Die Quelle seiner Inspiration ist oft der Schrottplatz. Für Mo ist Recycling keine Marketing-Strategie, sondern eine Lebenseinstellung, die schon in seiner Jugend mit dem Basteln aus alten Glühbirnen begann.

Materialnutzung ohne Abfall

Ein Schlüsselerlebnis war die Auseinandersetzung mit dem japanischen Origami. Siakkou-Flodin übertrug das Prinzip des Faltens auf Stahlblech. Das Ergebnis: Eine Skulpturengruppe, die aus einem einzigen Quadrat ohne jeglichen Abfall einen Origami-Frosch entstehen lässt. Es ist das Spiel zwischen absoluter Abstraktion und Figürlichkeit, das seine Arbeit prägt.

Zweitnutzung mit Geschichte

Nicht nur in seiner Kunst, auch in seinem Atelier – einer ausgebauten Scheune von 1837 – lebt er diese Philosophie. Gründerzeit-Türen aus Abbruchhäusern oder verarbeitete Glasflaschen in den Wänden zeigen: „Man muss nicht alles neu kaufen.“


Zwischen Feuer, Klang und Performance

Mirko Siakkou-Flodin ist ein Künstler für alle Sinne. Seine Arbeiten enden oft nicht mit der letzten Schweißnaht, sondern münden in spektakuläre Performances:

  • Feuerskulpturen: Werke, die sich durch Abbrennen von Stroh und Schilf „freibrennen“.

  • Klangkunst: Mo bespielt Klaviere mit Schraubenziehern und Glasscheiben oder lässt historische Glocken (wie eine Lindauer Glocke von 1604) in einer orchestralen Perkussion-Performance wieder auferstehen.

  • Maschinensymphonien: Schon als 14-Jähriger experimentierte er mit Klängen jenseits der Norm.


Großskulpturen: Mit Metall zaubern

Ob die neun Meter hohe „Alexa“ am Berliner Alexanderplatz oder ein drei Meter hohes Rennpferd aus Altreifen in Dubai – Siakkou-Flodin liebt die große Dimension. Durch seine Erfahrung im Leichtbau und den Einsatz von Techniken wie dem Plasmaschneiden und der Rohrbiegemaschine kann er gewaltige Objekte schaffen, die er als Einzelperson handhaben kann.

„Mit Metall kann man zaubern.“ – Mirko Siakkou-Flodin


Ein Blick in die Zukunft

Stillstand ist für Mo keine Option. Aktuell arbeitet er an einem Visionsobjekt: Riesige Mühlensteine in der Landschaft, die wie Siloballen aussehen. Besucher können auf einen Turm steigen und gegen einen lokalen Bauern eine Partie „Mühle“ in der Landschaft spielen. Es bleibt spannend, denn in der Welt von Mirko Siakkou-Flodin gibt es keine fertigen Schubladen – nur neue Ideen, die darauf warten, aus Stahl, Reifen oder Plastik geformt zu werden.