Xenia Krämer
Die Top 3 Zitate von Xenia Krämer
-
„Ich habe absolut keine Angst vor dem Tod. Ich habe das Gefühl, da passiert etwas.“ – Xenia Krämer
-
„Wichtiger ist, man sagt etwas, als dass man gar nichts sagt. Auch Monate später sollte ein Sternenkind nicht vergessen werden.“ – Xenia Krämer
-
„Wenn man noch etwas tun kann für sein Kind – den Sarg bemalen, eine Decke stricken, ein eigenes Lied singen – dann tröstet das ungemein.“ – Xenia Krämer über den Tod von Sternenkinder
Xenia Krämer: Eine Bestatterin aus Sigmaringen über Liebe, würdevolle Abschiede und Sternenkinder
Wer an ein Bestattungsunternehmen denkt, hat oft dunkle Räume, schwarze Anzüge und eine schwere, drückende Atmosphäre vor Augen. Dass es auch ganz anders geht, beweist Xenia Krämer aus Sigmaringen. Die Bestatterin und Trauerbegleiterin hüllt den Tod nicht in Dunkelheit, sondern begegnet ihm mit hellen Räumen, bunten Pullovern und offenen Armen. Für sie ist der Abschied von einem geliebten Menschen keine reine Formsache, sondern ein letzter, liebevoller Dienst.
Vom Entenküken zur Berufung: Xenias Weg zur Bestatterin
Der Weg in die Bestattungsbranche war für die vierfache Mutter nicht von Anfang an vorgezeichnet. Ursprünglich lernte sie Kinderkrankenschwester und hegte den Wunsch, Hebamme zu werden. Der Wendepunkt kam durch ein kleines, alltägliches Ereignis: Ein Entenküken der Familie starb, und ihre damals zwölfjährige Tochter verzierte das tote Tier liebevoll mit einem gebastelten Krönchen und einer Perlenkette.
Xenia sagte spontan: „Du wirst mal Bestatterin.“ Dieser Satz ließ sie selbst nicht mehr los. Nachdem sie ein Buch über eine Frau las, die eine stille Geburt erlebte und daraufhin Bestatterin wurde, war ihr Weg klar. Sie absolvierte Ausbildung zur Trauerbegleiterin in München, arbeitete in einem Bestattungsunternehmen und machte sich vor fünf Jahren in Sigmaringen selbstständig.
Ein kleiner Familienbetrieb mit großer Wirkung
Xenia Krämer führt ihr Unternehmen ganz bewusst als kleinen Betrieb. Unterstützt von ihrem Mann (bei Überführungen), einer Mitarbeiterin und bald auch ihrer Tochter, begleitet sie Familien von der ersten Minute bis zur Grabrede aus einer Hand.
Der Haussterbefall: Abschied am eigenen Bett
Besonders am Herzen liegt ihr die würdevolle Versorgung bei Haussterbefällen. Statt die Verstorbenen einfach schnell abzutransportieren, nimmt sich Xenia Zeit:
-
Versorgung zu Hause: Die Verstorbenen werden im eigenen Bett gewaschen, eingeölt und angekleidet. Angehörige dürfen dabei helfen oder einfach nur zusehen.
-
Rituale: Oft bringt Xenia eine Blume aus dem Garten mit. Manchmal werden die Verstorbenen auch nur in ein schönes, weißes Leintuch gewickelt.
-
Der letzte Weg aus dem Haus: Wenn der Sarg aus dem Haus getragen wird, helfen die Familienmitglieder oft mit, den Sargdeckel zu schließen.
-
Keine Tabus: Ob ein letztes Schnäpschen am offenen Sarg oder ein Lieblingslied am Lagerfeuer im Garten – Xenia Krämer macht möglich, was sich die Familien für ihren Abschied wünschen.
Sternenkinder: Wenn das Leben vor dem ersten Atemzug endet
Ein besonders emotionaler Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Begleitung von Eltern sogenannter Sternenkinder (oder Herzenskinder). Das sind Babys, die während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt sterben.
Aufklärung und Begleitung
Viele Eltern wissen nicht, was mit ihrem Kind nach einer Fehlgeburt passiert. Xenia klärt auf:
-
Erinnerungen schaffen: Ab der 24. Schwangerschaftswoche oder 500 Gramm Körpergewicht greift die Bestattungspflicht. Xenia ermutigt Eltern, aktiv zu werden. Sie organisiert Sternenkind-Fotografen, ermöglicht Fußabdrücke und lässt Eltern oder Geschwisterkinder die kleinen Särge selbst bemalen.
- Sammelbestattungen: Auch Föten unter 500 Gramm, für die keine Bestattungspflicht besteht gibt es Wege. Sie werden in Krankenhäusern gesammelt und beispielsweise in Sigmaringen einmal im Jahr würdevoll kremiert und gemeinschaftlich beigesetzt.
-
Gemeinschaftsgräber: Oft rät sie zu Sternenkind-Gemeinschaftsgräbern auf dem Friedhof. Hier finden Eltern Trost im Austausch mit anderen Betroffenen und wissen das Grab ihres Kindes auch dann gepflegt, wenn sie eines Tages wegziehen sollten.
Wie Freunde und Familie helfen können
Die Hilflosigkeit im Umfeld von Sternenkind-Eltern ist oft groß. Xenias Rat ist simpel, aber essenziell: Das Kind darf nicht vergessen werden. Eine WhatsApp-Nachricht mit einem Schmetterlingsfoto, das Anzünden einer Kerze an Weihnachten oder das einfache Angebot, für die Eltern zu kochen – all das zeigt Mitgefühl. Es ist immer besser, etwas zu sagen, als aus Angst vor den falschen Worten zu schweigen.
Ein Leben ohne Angst vor dem Tod
Wie hält man diese Arbeit jeden Tag aus? Für Xenia Krämer ist die Antwort klar: Durch die kleinen Wunder des Alltags und die tiefe Dankbarkeit der Familien. Ob sie plötzlich kleine goldene Sterne auf einem Friedhof im Nirgendwo findet oder eine weiße Feder auf dem Weg zum Grab auftaucht – Xenia spürt, dass nach dem Tod „noch etwas passiert“.
Diese Zuversicht, und ihre positiven, offenen Art, macht sie für Trauernde in und um Sigmaringen zu einer unverzichtbaren Stütze in der schwersten Zeit ihres Lebens.
-
Weiterlesen: Das einzige Foto, das es je von deinem Kind geben wird
Wenn ein Kind still zur Welt kommt, gibt es keinen ersten Schrei. Keine Familienfotos am Wochenbett, keinen ersten Blick mit offenen Augen, keinen Moment, den man mit dem Handy festhält, weil er so schön ist. Was es gibt, ist ein Zeitfenster. Kurz, vielleicht ein paar Stunden, in dem alles passieren muss, was für immer bleiben…
-
Weiterlesen: Drei goldene Sterne auf einem Grab – warum eine Bestatterin keine Angst vor dem Tod hat
Die meisten Menschen, die Xenia Krämer zum ersten Mal treffen, stellen irgendwann dieselbe Frage: Wie kannst du den ganzen Tag mit Tod und Trauer umgehen, und was macht das mit dir? Es ist die Frage, die immer kommt. Bei Familienfeiern, beim Elternabend, im Gespräch mit Fremden. Xenias Antwort überrascht jedes Mal: „Ich erlebe eigentlich mehr…
-
Weiterlesen: Ein totes Entenküken mit Perlenkette – so wurde Xenia Krämer Bestatterin
Das Entenküken war tot. Xenias zwölfjährige Tochter tat, was Kinder manchmal tun, wenn sie etwas nicht verstehen und trotzdem etwas tun wollen: Sie bastelte dem Küken ein Krönchen auf den Kopf und wickelte eine Perlenkette um die Krallen. Alles ganz liebevoll, ganz ernst gemeint. Xenia Krämer schaute zu und sagte einen Satz, der alles verändern…
-
Weiterlesen: Schnecken essen – Wie eine vergessene Delikatesse auf die Schwäbische Alb zurückkam
Rita Goller steht in ihrem Schneckengarten in Münsingen-Rietheim und erzählt von ihrem Ururgroßvater. Der war Schneckenhändler im Großen Lautertal. Jedes Jahr packte er 250.000 Weinbergschnecken in Holzfässer und schickte sie donauabwärts Richtung Wien. Die Fässer waren einfach gebaut, mit Weiden gebunden, rollfähig. In jedes passten etwa 10.000 Schnecken. Das war Ende des 19. Jahrhunderts. Schnecken…
-
Weiterlesen: Weinbergschnecken – Was die meisten über das geschützte Tier nicht wissen
Wenn Rita Goller von ihren Weinbergschnecken erzählt, klingt das anders als erwartet. Keine Ekelgeschichten, kein Schulterzucken. Stattdessen sagt sie Sätze wie: „Eine Schnecke hat genauso Gefühle und man kann sich ein bisschen in die Schnecke reindenken.“ 20 Jahre lang hat sie Weinbergschnecken gezüchtet, in Münsingen-Rietheim auf der Schwäbischen Alb. Sie hat die Tiere nachts beobachtet,…
-
Weiterlesen: Schnecken bekämpfen im Garten – Warum du die Falschen jagst
Wenn Rita Goller Besuchergruppen durch ihren Schneckengarten in Münsingen-Rietheim führt, hört sie immer denselben Satz: „Ach, die fressen mir meinen Salat.“ Nach über 20 Jahren Schneckenzucht auf der Schwäbischen Alb kann sie darüber nur den Kopf schütteln. Denn wer Schnecken bekämpfen will, muss erstmal wissen, welche Schnecke er vor sich hat. Die Weinbergschnecke frisst keinen…
-
Weiterlesen: Schnecken halten im Garten – Was Rita Goller nach 20 Jahren Zucht rät
Rita Goller hat über 20 Jahre lang Weinbergschnecken auf der Schwäbischen Alb gezüchtet. Zu Spitzenzeiten lebten 70.000 Tiere auf ihrem Gelände in Münsingen-Rietheim. Heute hat sie ein kleines Schaubeet, wo Schulklassen die Tiere beobachten können. Wer selbst Schnecken halten will, bekommt von ihr klare Ansagen. Was Weinbergschnecken zum Leben brauchen Einen perfekt gepflegten Rasen können…
-
Weiterlesen: Schnecken Winterschlaf – Was hinter dem Kalkdeckel passiert
Rita Goller hat über 20 Jahre Weinbergschnecken gezüchtet, auf der Schwäbischen Alb in Münsingen-Rietheim. Wenn sie über den Schnecken Winterschlaf spricht, wird sie besonders genau. Denn hier entscheidet sich, ob ein Tier überlebt oder nicht. Und der Klimawandel mischt dabei kräftig mit. Wann der Schnecken Winterschlaf beginnt Nicht alle Schnecken gehen gleichzeitig schlafen. Das ist…
-
Weiterlesen: Schnecken Fortpflanzung – Liebespfeil, Zwitter und 21 Tage bis zum Schlüpfen
Rita Goller hat Tausende von Weinbergschnecken bei der Fortpflanzung beobachtet. Über 20 Jahre lang, in ihrem Schneckengarten in Münsingen-Rietheim auf der Schwäbischen Alb. Was sie erzählt, klingt wie aus einem Liebesroman. Nur langsamer. Wie die Schnecken Fortpflanzung beginnt Erst muss die Weinbergschnecke alt genug sein. Mindestens dreieinhalb Jahre. Vorher passiert nichts. Und vorher muss sie…
-
Weiterlesen: Biosphärengebiet Schwäbische Alb – Wo eine Schneckenzüchterin die Ruhe zeigt
Rita Goller führt seit Jahren Reisegruppen über die Schwäbische Alb. Als Kulturlandschaftsführerin und Biosphärenbotschafterin kennt sie jeden Aussichtspunkt, jede stille Ecke. Und sie kennt die Reaktion, die fast alle Besucher zeigen: Überraschung. „Sie haben das nicht so gesehen, unsere Alb, die wirklich einmalig ist“, hört Rita immer wieder. Viele kommen ein zweites, drittes Mal. Das…