Alpakas halten – der ungeschönte Alltag einer Züchterin

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Kerstin Brandt steht morgens auf und geht zu den Tieren. Nicht weil sie Lust hat, sondern weil 53 Alpakas nicht warten. Heu, Wasser, jeden kontrollieren. Mittags Wanderung, abends nochmal. Dazwischen Zäune, Hütten, ausmisten.

„Das ist immer wichtig bei so vielen Tieren, dass du immer einen Blick auf die Tiere hast.“ Alpakas sind Fluchttiere. Sie jammern nicht. „Wenn die was haben oder krank sind, zeigen die es halt erst, wenn es fast zu spät ist.“

Wie alles begann

Elfeinhalb Jahre her. Vier Kinder, ein Hof in Lippertsweiler. „Ländlich leben und für Tiere leben ist immer schon meins gewesen.“ Erster Kontakt mit Alpakas: „Da standen wir in einer Riesenherde mit 150, 180 Tieren, und da haben wir beide gewusst, das wollen wir haben.“ Alpakas halten braucht Platz, Weiden, Zäune. Von Alpakas allein kann man nicht leben.

Der Faktor Geduld

Elfeinhalb Monate Tragzeit. Dieses Jahr 17 Fohlen erwartet. Abends drehen die Babys Runden auf der Wiese. „Da kann man sich auf die Weide setzen, ein Bierchen trinken und den Tieren zuschauen. Brauchst keinen Fernseher.“ Aber auch Marshmallow: zu klein, Mutter nimmt nicht an, drei Monate Flasche. Wer Alpakas halten will, muss solche Phasen durchstehen.

Alpakas halten als Familienbetrieb

„Wir sind ein Familienbetrieb, wo alle ran müssen.“ Vier Kinder helfen. „Früher haben sie es geliebt und sie werden es auch wieder lieben, wenn sie aus der Pubertät raus sind.“ Maik: Zucht, Genetik, Shows. Deckhengste aus den USA.

Was man zurückbekommt

Ruhige Tiere, die summen. Faser für Socken und Betten. Besucher, die wiederkommen. „Ich habe noch nie jemanden gehabt, der gesagt hat, das war jetzt scheiße.“ Brandtely Alpakas, Lippertsweiler bei Aulendorf.


Kerstin Brandt im Gespräch mit pekuu audiostories. Die ganze Episode hören.

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