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Backen mit Kindern Grundschule: wie ein Lehrer das in seine Klasse holt

Pascal ist Klassenlehrer einer sechsten Klasse an der Gemeinschaftsschule Schreienesch in Friedrichshafen. Daneben pflegt er zu Hause seit Jahren einen Sauerteig.

„Ich beschäftige mich parallel zum Beispiel ganz viel mit Sauerteig und mit Backen und mit Brotbacken, süße Dinge, Zimtschnecke backen.“

Was er dabei für sich gelernt hat, hat er auch in die Schule übertragen.

„Ich habe jetzt erst im Schullandheim ganz, ganz viel gebacken mit meinen Sechstklässlern und das kann ich, weil ich ganz ganz viele Routine da drin schon habe und da macht mir das auch Spaß.“

Was Pascal über das Backen sagt

Pascal beschreibt, was er beim Backen für sich selbst gelernt hat: „Da liegt ganz, ganz viel in der Wiederholung. Durch Wiederholung kommt unglaubliche Routine. Man kann den Teig lesen, man kann viel, viel besser damit umgehen.“

Den Teig lesen können, das ist eine Form von Wissen, die nicht über Bücher entsteht. Es ist Praxiswissen, das nur durch wiederholtes Tun in die Hände wandert. Pascal bringt diese Form von Wissen in den Unterricht, wenn er mit der sechsten Klasse backt.

Wie eine Backphase im Klassen-Setting aussehen kann

Pascal nennt keine konkreten Rezepte oder genauen Wochenpläne. Aus seiner Praxis und aus gängigen Schul-Konzepten zu Backen-Projekten lassen sich aber Strukturen ableiten, die in einer regulären Schulklasse umsetzbar sind.

Eine erste Stunde dient meistens dem Kennenlernen: Was ist Sauerteig? Wo kommt unser Brot her? Mehl, Wasser, Lebensmittel werden besprochen. Danach kommt der Backprozess selbst, der sich über mehrere Stunden und meist auch mehrere Tage zieht. Teig ansetzen, ruhen lassen, formen, backen. Dass Teig Zeit braucht, ist eine pädagogische Eigenschaft, kein Nachteil. Am Ende steht idealerweise eine Reflexion: Was haben wir beobachtet? Was war schwer? Welche Sinne haben wir benutzt?

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Was Kinder dabei lernen

Wer mit Schulkinder backt, vermittelt mehrere Lerninhalte gleichzeitig. Geduld, weil Teig Zeit braucht und sich nicht beschleunigen lässt. Sequenz-Denken, weil die Reihenfolge der Schritte zählt. Hand-Erfahrung, wie sich Mehl anfühlt und wie sich richtig durchgekneteter Teig anfühlt. Und ein bisschen Naturwissenschaft, was Hefe oder Sauerteig-Bakterien eigentlich tun.

Diese Lerninhalte stehen nicht im Stunden-Plan. Sie kommen mit, wenn ein Lehrer wie Pascal sich die Zeit nimmt, sie zu integrieren.

Backen zu Hause mit Kindern

Wer als Eltern mit Grundschulkindern backen will, kann mit einfachen Rezepten anfangen. Hefe-Pfannkuchen, Sandkuchen, Brötchen aus dem Mehl-Wasser-Salz-Hefe-Basisrezept. Sauerteig ist anspruchsvoller, weil er kontinuierliche Pflege braucht, aber für Familien, die regelmäßig backen, eine schöne Langzeit-Aufgabe.

Was Pascal Eltern allgemein empfiehlt, passt zu jedem Back-Projekt zu Hause.

„Macht was mit euren Händen und macht was zusammen.“

Backen ist genau das. Hände im Teig, gemeinsame Zeit am Esstisch oder am Backofen, etwas Konkretes am Ende. Was im Eintopf der täglichen Erlebnisse oft untergeht, bleibt: Geruch von Brot, gemeinsame Wartezeit, ein eigenes Werkstück. Die pädagogische Tradition dahinter beschreibt der Artikel zu Pestalozzi und Kopf-Herz-Hand. Wer mehr Hand-Arbeit mit Kindern aufbauen will, findet im Artikel zur Werkbank für Kinder eine Übersicht.