Pascal Kaiser
Pascal Kaiser erzählt, wie es angefangen hat. 2018, Dezember. Er hatte eine Anfrage bekommen, zwei Personen suchten jemand, der Holz für einen Escape Room in Ailingen bauen kann. Pascal hatte sich für Dezember ein Arduino-Set bestellt.
„Habe für Dezember hatte ich mir dann so ein erstes Arduino Set bestellt und saß dann an Weihnachten bei meinen Eltern zu Hause und habe mit dem Steckbrett erste LEDs zum Leuchten gebracht und das mir so selber autodidaktisch beigebracht.“
Heute, einige Jahre später, gehört der Escape Room ihm. Pascal Kaiser stellt sich so vor: „Mein Name ist Pascal Kaiser. Ich bin, so stelle ich mich immer vor, ich bin eigentlich Lehrer und ich besitze am Bodesee in Eilingen einen Escape-Raum. Bin der Besitzer davon und entwickle die Rätsel.“
Lehrer in Friedrichshafen
Pascal unterrichtet an der Gemeinschaftsschule Schreienesch in Friedrichshafen. Klassenlehrer einer 6. Klasse. Hauptfächer Kunst, Mathematik, Technik. Zusätzlich Erdkunde und Geschichte.
Den Weg ins Lehramt hatte er sich so nicht vorgestellt. Nach dem Abitur wollte er in Richtung Grafik- oder Modedesign, hat sich aber mit Ideen „etwas verzettelt“. Seine Eltern wurden ungeduldig. Eine Freundin gab ihm den Tipp mit dem Nachrückverfahren für pädagogische Hochschulen, er bewarb sich. Er kam an, studierte an der Pädagogischen Hochschule Weingarten.
„Habe da angefangen zu studieren und ja, habe dann das eigentlich total genossen. Also ich habe früher schon gern mit Kindern oder mit Jugendlichen zusammengearbeitet.“
Im Studium lernte er die Werkzeuge, die heute zu seinem täglichen Arbeitsmaterial gehören: Kreissäge, Drechseln, verschiedene Drucktechniken, Fotografie, Siebdruck.
Seine Mama war Lehrerin. Sein Papa Diplom-Ingenieur und Musiker und Maler, heute Rentner mit einem kleinen Atelier zu Hause. Sein Opa Werkzeugmacher, mit großer Werkstatt auf dem Dachboden, Metalldrehbank, Holzwerkzeuge.
„Da bin ich mit dem Opa hoch in die Werkstatt und wir haben zusammen was gebaut oder was zusammen gemacht.“
Der Opa hatte ein besonderes Auge für Genauigkeit, sagt Pascal. Wenn etwas noch nicht passte, wurde das Teil neu gemacht.
„Ich bin mir sicher, dass das auch in meiner DNA steckt, dass ich da sehr genau nochmal hinschaue.“
Escape in Time
Pascals Escape Room in Ailingen heißt Escape in Time. Aktuell drei aktive Räume, der Kegelraum in einer alten Kegelbahn, das 90er Backstage-Drama und der Mafia-Raum. Ein vierter Raum ist in Entwicklung: ein Bunker mit Wanderungs-Story.
Pascal hat den Raum nicht gegründet. Er kam 2018 als Holzbauer dazu, weil seine Schul-Prüfungsordnung damals geändert worden war (mehr Programmierung mit Arduino-Mikrocontrollern) und sich Schul- und Escape-Thema überschnitten. Vor zwei Jahren konnte er den Raum kaufen, zunächst mit einer Kollegin, jetzt allein.
Was Pascal seinen Spielleitern wichtig findet, sagt er klar: „Es ist unglaublich wichtig, dass die Spielleiter, die bei mir arbeiten, genau zuschauen, wo ist die Gruppe gerade, wo braucht die vielleicht eine Unterstützung.“
Sein liebster Moment bei einer Escape-Gruppe ist nicht das Entkommen.
„Das schönste finde ich, wenn die Gruppe sich selber neu kennengelernt hat. Wenn eine Gruppe sich durch das Spiel von dem Raum selber neu kennenlernt und der Raum wie so eine Art Mittel zum Zweck war.“
Theaterpädagoge
Pascal ist Theaterpädagoge beim Seehase Theater Friedrichshafen. Aktuell probt er mit Sechst- bis Achtklässlern für die Jahresaufführung. Im Stück geht es um die Nutzung der Bibliothek, darum wie Bücher in den Hintergrund geraten, weil das Handy nur ein paar Scrolls entfernt ist.
Was Pascal am Theater wichtig findet: „Auch Theater ist eine Form sich auszudrücken und das ist schön jemanden dabei zuzuschauen, wie der sich entwickelt und wie der durch Theater und Spiele und Übungen vor allem halt ein enormes Selbstbewusstsein entwickelt.“
Die Superkraft
Wer Pascal lange genug zuhört, hört irgendwann den Satz, mit dem er sich selbst beschreibt. Sein Selbstbild deckt sich mit dem, was die Persönlichkeitspsychologie als Scanner-Persönlichkeit bezeichnet.
„Meine Superkraft ist, dass ich mich in ganz viele unterschiedliche Dinge reindenken kann und in ganz viele unterschiedliche Dinge auch interessieren kann.“
Daneben gibt es Sauerteig, mit dem er auch seine Sechstklässler hat backen lassen. Hochzeitsfotografie. Linoldruck mit verlorener Platte in der achten Klasse. Flohmarktbesuche, auf denen er Material für den Escape Room sucht, eine alte Stadtkarte, ein Stahltelefon mit Wählscheibe vom Bergwerk. Pascal beschreibt, wie sich das Entwickeln neuer Rätsel für ihn anfühlt: „Das ist ein unglaublicher Flow, der entsteht. Das ist dann manchmal auch ein wie so ein Tunnel.“
Und über das Glück: „Das meiste Glück kommt, glaube ich, während ich was erstelle oder was baue.“
Manifest in einem Satz
Auf die Frage, was er Eltern empfehlen würde, antwortet Pascal: „Macht was mit euren Händen und macht was zusammen. Ich glaube dieses Handy in der Hosentasche, das ist so oft schnell in der Hand und ist eigentlich eine Barriere und eine Mauer, gemeinsam Dinge zu machen.“
{
„@context“: „https://schema.org“,
„@type“: „Person“,
„name“: „Pascal Kaiser“,
„jobTitle“: [„Lehrer“, „Theaterpädagoge“, „Escape-Room-Inhaber“],
„description“: „Pascal Kaiser unterrichtet Kunst, Mathematik und Technik an der Gemeinschaftsschule Schreienesch in Friedrichshafen. Er ist Theaterpädagoge beim Seehase Theater Friedrichshafen und Inhaber des Escape Rooms Escape in Time in Ailingen.“,
„url“: „https://www.pekuu.de/magazin/pascal-kaiser/“,
„image“: „https://www.pekuu.de/wp-content/uploads/pascal-kaiser.jpg“,
„alumniOf“: {
„@type“: „EducationalOrganization“,
„name“: „Pädagogische Hochschule Weingarten“,
„url“: „https://www.ph-weingarten.de“
},
„worksFor“: [
{
„@type“: „EducationalOrganization“,
„name“: „Gemeinschaftsschule Schreienesch“,
„address“: {
„@type“: „PostalAddress“,
„addressLocality“: „Friedrichshafen“,
„postalCode“: „88045“,
„addressCountry“: „DE“
}
},
{
„@type“: „PerformingArtsTheater“,
„name“: „Seehase Theater Friedrichshafen“,
„url“: „https://www.seehase-theater.de“
}
],
„owns“: {
„@type“: „LocalBusiness“,
„name“: „Escape in Time“,
„url“: „https://www.escapeintime.de“,
„address“: {
„@type“: „PostalAddress“,
„streetAddress“: „Kirchweg 1“,
„postalCode“: „88048“,
„addressLocality“: „Friedrichshafen-Ailingen“,
„addressCountry“: „DE“
}
},
„knowsAbout“: [
„Escape Room Design“,
„Arduino-Programmierung“,
„Linoldruck“,
„Theaterpädagogik“,
„Erlebnispädagogik“,
„Sauerteig“,
„Hochzeitsfotografie“
],
„subjectOf“: {
„@type“: „PodcastEpisode“,
„name“: „pekuu audiostories mit Pascal Kaiser“,
„url“: „https://www.pekuu.de/pascal-kaiser-podcast/“
}
}
Zitate von Pascal Kaiser
-
Rätsel-Definition, Erlebnispädagogik-Wurzel
„Ich glaube, gutes Rätsel verbindet verschiedene Dinge miteinander. Und ich finde, ich komme auch aus der Erlebnispädagogik, weil ich auch Teile in meinem Studium hatte, und finde es ganz wichtig, wenn Leute zusammenarbeiten und sich austauschen. Und austauschen müssen auch.“
Dominik fragt was ein gutes Rätsel ausmacht und wie man Zeit anpeilt
-
Kooperation, Rätsel-Mechanik
„Und ich glaube, das ist ein Teil, was ein gutes Rätsel ausmacht, dass man sozusagen alleine ja, vielleicht schon auch auf die Lösung kommen könnte, aber es schöner ist, wenn man die anderen dazu braucht, ihnen vielleicht eine Frage zu stellen oder sie aus einem anderen Blickwinkel was sehen und sich darüber dann unterhalten auch.“
Folge auf Q1, was ein gutes Rätsel ausmacht
-
Rätsel-Mechanik, Verzerrung
„Es gibt zum Beispiel ein Rätsel, wo ein Teil der Lösung verzerrt, also tatsächlich visuell verzerrt dargestellt ist. Und oft entdecken das die Leute, die das Rätsel oder den Teil des Rätsels in der Hand haben, selber nicht, sondern die dabei zuschauen, wie sich die Person das Objekt anguckt, weil man dann eben einen anderen Blickwinkel darauf hat.“
Konkretes Beispiel für Pascals Rätsel-Bauweise
-
Kegelraum, Kooperations-Rätsel
„Oder man eben, es gibt ein Rätsel in unserem Kegelraum, wo auf der einen Seite vom Raum was passieren muss und jemand anderes auf der anderen Seite auch was machen muss. Man ist physikalisch getrennt voneinander, aber muss sich trotzdem helfen. Das finde ich sehr, sehr schön.“
Konkretes Kooperations-Rätsel im Kegelraum
-
Spielleitung, pädagogisches Beobachten
„Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass die Spieler, die bei mir arbeiten, genau zuschauen, wo ist die Gruppe gerade, wo braucht die vielleicht ein Unterstützung oder bisschen Hilfe, damit man vielleicht an einer Stelle weiterkommt oder nicht so viel unterstützt, weil man sieht, die Gruppe kann das sehr gut, die kommuniziert gut, die zeigt sich toll, was sie gefunden hat oder wie es weitergehen könnte.“
Pascals Rolle der Spielleitung — psychologisches Beobachten
-
Kegelraum-Unikat
„Bei uns Escape in Time gibt es aktuell drei Räume. Der erste Raum ist ein Kegelraum und ist auch ganz besonders, weil die Räumlichkeiten sind in einer alten Kegelbahn. Das heißt, es sind ganz viele Dinge, die vorher in der Kegelbahn dort unten verwendet worden sind, also die Kegel und die Einrichtungen und die Pokale und die Dinge, die es dort gab, sind in diesem Raum drin mit verbaut und sind auch so, ja ich würde schon sagen, so bisschen ein Alleinstellungsmerkmal.“
Vorstellung der drei Räume
-
90er-Backstage
„Dann unser zweiter Raum ist der sogenannte 90er Backstage-Drama. Man befindet sich in einem 90er Jahre Backstage-Raum und muss es sozusagen auf die Bühne schaffen. Und auch dort gibt es Rätsel, die eben aus den 90er stammen oder mit der Musik dort zu tun haben oder mit den Gruppen, die so in den 90ern aktiv waren.“
Vorstellung Raum 2
-
Mafia-Raum
„Dann haben wir den dritten Raum, das ist der Mafiaraum. In dem ist man so in einem Hinterzimmer von Mafiabossen und hat dort verschiedene Aufgaben. Und da ist jetzt zum Beispiel das, was ich vorhin auch erzählt habe, diese Karte von einem italienischen Örtchen befindet sich dort an der Wand, das ist eben halt dort ein Teil. Das Rätsel gibt einen alten Schreibtisch, in dem eben Unterlagen von dem Mafiaboss drin sind und die man dort erst mal herausfinden muss, was es da geht.“
Vorstellung Raum 3
-
Bunker-Story
„Man ist auf einer Wanderung mit Freunden unterwegs am Wochenende und findet eine rostige alte Tür, durch die man eintritt und die Tür fällt hinter einem zu. Und man ist eben in einem alten Bunker, in dem man verschiedene Dinge findet und der Sauerstoff wird…“
Arbeitstitel-Story des Bunker-Raums
-
Selbstvorstellung Doppelrolle
„Mein Name ist Pascal Kaiser. Ich bin, so stelle ich mich immer vor, ich bin eigentlich Lehrer und ich besitze am Bodesee in Eilingen einen Escape-Raum. Bin der Besitzer davon und entwickle die Rätsel. Aktuell gibt es drei Räume und ein vierter Raum ist so in der Entwicklungsphase, würde ich mal sagen.“
Selbstvorstellung am Beginn von Teil 2
-
Studium-Lust, PH-Weingarten
„Und ja, irgendwie wurde das dann aber tatsächlich so. Ich habe mich dann beworben, kam dann an die pädagogische Hochschule Weingarten und habe da angefangen zu studieren und ja, habe dann das eigentlich total genossen. Also ich habe früher schon gern mit Kindern oder mit Jugendlichen zusammengearbeitet und fand es eigentlich mega cool“
Studiums-Erfahrung
-
PH-Weingarten-Praxis, Drucktechniken
„fand es dann echt schön, dass ich sozusagen ein Kunststudium, halt klar für Lehramt, aber trotzdem und auch dieses Technikstudium, in dem ich ganz, ganz viel lernen durfte und an der Kreissäge gearbeitet habe und Drechseln gelernt habe und in Kunst genauso verschiedene Drucktechniker kennengelernt habe, Fotografie und Siebdruck kennengelernt habe und das fand ich einfach total schön für mich.“
Was im Studium gelernt
-
PH-Weingarten
„Ich habe an der pädagogischen Hochschule Weingarten und habe Kunst, Mathe und Technik auf Lehramt“
Studiums-Vorstellung
-
Scanner-Superkraft
„Also ich glaube, wenn man jetzt sagen würde oder sich überlegen würde, ob man wie so eine Art Superkraft hat, und ich bin der Meinung, jeder hat eine Superkraft, manche wissen das schon ganz früh und andere müssen das vielleicht oder entdecken das so mit der Zeit und ich glaube, meine Superkraft ist, dass ich mich in ganz viele unterschiedliche Dinge reindenken kann und in ganz viele unterschiedliche Dinge auch interessieren kann, die jetzt vielleicht Als allererstes vielleicht auch nicht interessant wirken oder wo vielleicht auch jemand außensteht und sagt, hm, okay, und damit hast du dich jetzt beschäftigt.“
Pascal über seine eigene Persönlichkeit
-
Multipotenz-Methode
„Und ich glaube, das ist meine Superkraft, sich in ganz viele Sachen ganz lang und intensiv reinzudenken und daraus auch wieder neue Projekte zu generieren, neue Ideen für Schule, für Privat und fürs Escape zu finden. Das ist, ich, eine Fähigkeit von mir.“
Fortsetzung der Superkraft-Erläuterung
-
KI-Lern-Tool, ChatGPT
„Und wir sind da drüber noch gar nicht gestolpert über das Thema KI, weil natürlich gerade im Programmiersektor oder in der Entwicklung von einem Programmcode jetzt zum Beispiel für ein Arduino ist das natürlich eine unglaubliche Hilfe. Das heißt, ich kann mir Sachen anlesen und selbst wenn ich das dann wieder vergesse, ich habe innerhalb von In kurzer Zeit kann ich dieses Wissen nicht abrufen, aber kann wieder darauf zurückgreifen.“
Pascal über KI als Lern-Tool
-
Flow-Tunnel
„Das ist ein unglaublicher Flow, entsteht. Das ist dann manchmal auch ein wie so ein Tunnel. Weil dann ganz neue Dinge und ganz neue Wege sich eröffnen. Dann kommen wieder neue Ideen mit dazu. Dann sehe ich Möglichkeiten, wie man das wieder in der Schule umsetzen kann.“
Pascal über Flow-Zustand beim Ideen-Entwickeln
-
Prozess-Glück
„Passiert das Glück im Prozess? Ich bin natürlich auch glücklich, wenn es abgeschlossen ist, aber das meiste Glück kommt, glaube ich, während ich was erstelle oder was baue.“
Pascals Glücks-Definition
-
Sauerteig-Routine
„Und da liegt ganz, ganz viel in der Wiederholung. Durch Wiederholung kommt unglaubliche Routine. Man kann den Teig läsen, man kann viel, viel besser damit umgehen.“
Pascals These zur Routine
-
Perfektionismus, Fertig-Sein
„wenn ich jetzt an den aktuellen Raum denke, den Bunker, ich baue, dann denke ich schon manchmal, es kommt dann jemand zu mir und sagt, das ist jetzt fertig, jetzt lass es so, das ist doch gut. Und ich brauche dann manchmal oft so… ein im Moment, ich dann wirklich, okay, das ist okay, das passt so.“
Pascal über sich-loslösen-können vom Detail
-
Werkzeugmacher-Opa, Perfektionismus-DNA
„Das ist wahrscheinlich auch bisschen der Perfektionist in mir. Da denke ich immer an meinen Opa zurück als Werkzeugmacher. Da ging es eben halt ganz genaue Einhaltung der Maße und wenn das nicht gepasst hat, dann wurde das Teil eben nochmal neu gemacht. Ich bin mir sicher, dass das auch in meiner, wenn man das so sagen kann, in meiner DNA steckt, dass ich da sehr genau nochmal hinschaue.“
Wo der Perfektionismus herkommt
-
Werkstatt-Dachboden
„Und mein Opa war Werkzeugmacher. Der hatte eine große Werkstatt auf dem Dachboden. Da gab es eine Metalldrehbank, gab es Metall Werkzeuge und Holzwerkzeuge.“
Opas Werkstatt
-
Seehase-Theater, Theaterpädagoge
„Ich mach ja nicht nur Kunst, Mathe und Technik. Ich bin auch Theaterpädagoge. Und aktuell sind wir mitten in der Probe für die Jahresaufführung vom Seehase Theater in Friedrichshafen.“
Pascal erweitert seine Rollen-Vorstellung
-
Sich-Selbst-Spielen
„Und man hat natürlich in gewisser Weise… hatten vielleicht schon die Kids, die da dafür infrage kommen, im Blick oder denkt, ah, das wäre eigentlich eine coole Rolle für den oder das wäre eigentlich toll. und erkennt dann aber erst wieder später, wie toll das eigentlich teilweise zusammenpasst und wie sich das ergänzt und wie manche Rollen, wie die Kinder dann, die spielen eigentlich nicht die Rolle, sondern sie spielen eigentlich sich selbst.“
Pascal über Theaterpädagogik-Kern
-
Theater-Selbstbewusstsein
„Und ich glaube auch das, auch Theater, ist eine Form sich auszudrücken und das ist schön jemanden dabei zuzuschauen, wie der sich entwickelt und wie der durch Theater und Spiele und Übungen vor allem halt ein enormes Selbstbewusstsein entwickelt. Das sehr, schön.“
Pascal über Theater-Wirkung bei Kindern
-
Lebensweltbezug
„Man baut im Unterricht, egal ob das jetzt Matheunterricht oder Kunst oder Technik ist, eine Welt auf, wo man sagt, okay, man In der Fachsprache sagt man Lebensweltbezug. Also was hat das mit den Kids zu tun? Wie kann man die dort abholen? Da baut man eine Welt auf und Er öffnet was, wo man einsteigen kann, was zu entdecken. So ist es im Theater und im Escape auch. Man baut eine Welt auf und Leute tauchen da dann 60 Minuten drin ein.“
Lebensweltbezug als pädagogisches Konzept
-
Hands-on-Manifest, Handy-Barriere
„Also als Tipp, das klingt jetzt auch einfach, aber macht was! Macht was mit eurer Hände und macht was zusammen. Ich glaube dieses Handy in der Hosentasche, das ist so oft schnell in der Hand und ist eigentlich eine Barriere. und eine Mauer, gemeinsam Dinge zu machen.“
Pascals Eltern-Empfehlung
-
Ohne-Handy-Zusammen
„Ich finde auch, das kann an manchen Stellen bestimmt hilfreich sein und man kann damit Dinge organisieren und planen und überlegen. Aber ich finde das Wichtigste ist dann Dinge gemeinsam zu machen und sich zu unterhalten und gemeinsam zu besprechen, ohne das Handy. Ich halte das für ganz, ganz arg wichtig.“
Pascals differenzierte Position
-
Echt-Treffen-Manifest
„Ich glaube, es ist ganz, ganz arg wichtig für die heutige Zeit, dass man sich mit sich selbst und mit jener Person entweder Familie oder mit Freunden in echt trifft und Dinge gemeinsam erlebt und gemeinsam macht.“
Verdichtung der Eltern-Empfehlung
-
Evaluations-Kompetenz, KI-Kritik
„Weil auch die Dinge, ich sage, fürs Escape oder für die Schule eben über ChetGPT erörter, diskutieren oder versuchen herauszufinden, muss ich selber auch erst mal wieder überprüfen oder mir das selber auch wieder durchlesen. Das benötigt halt eine ganz andere Kompetenz. Informationen, die schon so aufbereitet sind, auch zu evaluieren oder zu gucken, ob die passen dahin, was ich eigentlich machen möchte oder komme ich daran weiter.“
KI-Kritik mit pädagogischer Forderung
-
Welten-Bau-Escape
„Und so ist es im Escape ein bisschen auch. Man baut eine Welt auf mit Requisiten und mit Licht und mit Dingen, passieren, mit unvorhergesehenen Dingen, die vielleicht passieren, ist es im Theater auch. ist spannendsten, wenn Dinge passieren, mit denen man irgendwie nicht gerechnet hat, wie beim Film aber auch.“
Welten-Bau im Escape
-
Autodidakt-Arduino, Weihnachten-LED
„2018 gab es diese Anfrage den damaligen Besitzern zu helfen diesen Raum zu bauen und ich weiß noch genau ich habe dann, das muss irgendwie Ende des Jahres gewesen sein und ich habe für Dezember hatte ich mir dann so ein erstes Arduino Set bestellt und saß dann an Weihnachten bei meinen Eltern zu Hause und habe mit dem Steckbrett erste LEDs zum Leuchte gebracht und das mir so selber autodidaktisch beigebracht“
Pascals Autodidakt-Start mit Arduino
-
Kinder-Probieren
„da haben Kinder oft ganz andere Ideen. Das denen auch gar nicht peinlich, vielleicht was auszuprobieren, was, ach das funktioniert wahrscheinlich, jemand, ein Erwachsener wird vielleicht sagen, das funktioniert gar nicht, brauchen wir gar nicht probieren. Kinder haben oft, sind da unbedarfter. Die probieren das einfach aus und geht es halt nicht, ja okay, ist nicht so schlimm. Aber die haben oft ganz andere Lösungsstrategien.“
Kinder-Lernstrategien
-
Altersmix-Stark
„Deshalb ist sehr interessant, Altersgemischte Gruppen sind häufig sehr stark. Und wenn die Kommunikation unter denen auch noch passt und man sich Sachen zeigt und seine Überlegungen teilt, dann sind die oft sehr stark, weil die ein gutes Auge haben und unterschiedliche Herangehensweise und das ergänzt sich dann.“
Fazit zu Altersmix-Gruppen
-
Gruppen-Neu-Kennenlernen
„Ich glaube das schönste beim Escape für mich ist, wenn eine Gruppe rauskommt und klar die hat den Raum kennengelernt, hat dort Rätsel gelöst und die hatten dort Spaß. Aber das schönste finde ich, wenn die sich selber neu kennengelernt haben und dann selber gesehen haben, wow, das war richtig cool, du hast das entdeckt oder da… Wusste ich nicht weiter und jemand anderes hatte da eine coole Idee.“
Pascals Vision für Escape-Wirkung
-
Mittel-zum-Zweck
„Wenn sozusagen eine Gruppe sich durch das Spiel von dem Raum selber neu kennenlernt und der Raum wie so eine Art Mittel zum Zweck war. Und die rauskommen und sagen, hey cool, wow, dass du das wusstest oder hey, da haben wir gut zusammengearbeitet. Das hat cool geklappt.“
Pascals Erfolg-Definition
-
90er-Langeweile-Manifest
„Ich bin ein Kind der 90er oder der 2000er und ich glaube ich habe das geliebt früher, dass es weder KI noch Handy gab und diese Langeweile, wahrscheinlich hat die Langeweile mich auch zu dem gemacht und zu dem wie ich jetzt bin, dass man Ideen findet und sich neue Dinge sucht mit denen man sich beschäftigen kann.“
Pascals Generations-Reflexion
-
Sommer-draußen
„Ich glaube das fehlt heute Jugendliche. Ich fand es für mich sehr schön, dass ich KI und auch wirklich auch ohne Handy aufgewachsen bin und mich mit vielen Dingen, vor mir selber, mit Freunden und der Natur, der Sommer fand einfach draußen statt. Ich mich einfach draußen getroffen.“
Pascals Generations-Kritik
-
Flohmarktgänger-Pascal
„Und ich bin halt, das habe ich vorhin ja auch schon gesagt, bin tatsächlich ein leidenschaftlicher Flohmarktgänger. Ich dadurch auch immer die Berechtigung sozusagen auf einen Flohmarkt zu gehen, weil hier wir zu Hause Wir brauchen eigentlich nichts mehr, aber fürs Escape darf ich immer auf den Flohmarkt gehen und Sachen kaufen und da kann man Dinge halt nur kaufen, wenn sie da sind.“
Pascals Flohmarkt-Hobby
Häufige Fragen zu Pascal Kaiser
Wo arbeitet Pascal Kaiser als Lehrer?
Pascal Kaiser unterrichtet an der Gemeinschaftsschule Schreienesch in Friedrichshafen. Er ist Klassenlehrer einer sechsten Klasse und unterrichtet die Fächer Kunst, Mathematik und Technik. Zusätzlich gibt er Erdkunde und Geschichte.
Welche Fächer unterrichtet Pascal Kaiser?
Pascal unterrichtet Kunst, Mathematik und Technik als Hauptfächer. Zusätzlich gibt er Erdkunde und Geschichte. Er hat an der Pädagogischen Hochschule Weingarten Kunst, Mathe und Technik auf Lehramt studiert.
Was hat Pascal Kaiser mit Escape in Time zu tun?
Pascal Kaiser ist Inhaber des Escape Rooms Escape in Time in Ailingen bei Friedrichshafen. Er wurde 2018 von den damaligen Gründern zum Holzbau angefragt, hat sich autodidaktisch in Arduino-Programmierung eingearbeitet und vor zwei Jahren das Unternehmen übernommen.
Was ist Pascal Kaisers pädagogische Philosophie?
Pascals Kernsatz lautet: ‚Macht was mit euren Händen und macht was zusammen.‘ Er sieht das Handy als Barriere zur gemeinsamen Aktivität und glaubt an handfeste Hands-on-Pädagogik mit Linoldruck, Sauerteig und Theater statt Bildschirm-Konsum.
Welche Hobbys hat Pascal Kaiser?
Pascal beschreibt sich als Scanner-Persönlichkeit mit vielen parallelen Interessen: Hochzeitsfotografie, Sauerteig-Backen, Linoldruck, Arduino-Programmierung, Flohmarkt-Gänge, Theaterpädagogik, Reisen. Seine ‚Superkraft‘ ist die Fähigkeit, sich in viele Themen reinzudenken.
Wo hat Pascal Kaiser studiert?
Pascal Kaiser hat an der Pädagogischen Hochschule Weingarten studiert. Dort lernte er Kunst, Mathe und Technik auf Lehramt, arbeitete an Kreissäge und Drehbank, lernte verschiedene Drucktechniken wie Linolschnitt und Siebdruck sowie Fotografie.
Was macht Pascal Kaiser im Theater?
Pascal ist Theaterpädagoge beim Seehase Theater Friedrichshafen. Er probt aktuell mit Sechst- bis Achtklässlern für die Jahresaufführung. Sein Ansatz: Kinder spielen sich selbst und entwickeln dadurch enormes Selbstbewusstsein.
Wie kam Pascal Kaiser zum Escape Room?
2018 fragten ihn zwei junge Friedrichshafener — Nicolai Brugger und Christian Mosmann — als Holzbauer für ihren neuen Escape Room in Ailingen an. Pascals Schul-Prüfungsordnung war damals geändert worden, mehr Programmierung mit Arduino-Mikrocontrollern. An Weihnachten 2018 brachte er sich autodidaktisch Arduino bei. Vor zwei Jahren übernahm er das Unternehmen.
Was ist eine Scanner-Persönlichkeit nach Pascal Kaiser?
Eine Scanner-Persönlichkeit ist jemand, der sich in viele unterschiedliche Dinge intensiv reindenken kann und parallel mehrere Interessen pflegt, statt sich auf ein Spezialgebiet zu fokussieren. Pascal beschreibt das als seine Superkraft — von Arduino über Linoldruck bis Sauerteig.
Was rät Pascal Kaiser Eltern?
Pascals Empfehlung in einem Satz: ‚Macht was mit euren Händen und macht was zusammen.‘ Er sieht das Handy als Barriere für gemeinsame Aktivität. Konkret rät er zu Backen, Basteln, Linoldruck, Theater — Aktivitäten, bei denen etwas durch eigene Hände entsteht.
Welche Rolle spielt Pascals Großvater in seinem Werdegang?
Pascals Großvater war Werkzeugmacher mit einer großen Werkstatt auf dem Dachboden — mit Metalldrehbank und Holzwerkzeugen. Pascal hat dort als Kind viel mit dem Opa gebaut. Den Sinn für Maßgenauigkeit und handwerklichen Perfektionismus sieht Pascal heute als ‚in der DNA‘ verankert.
Wie entwickelt Pascal Kaiser seine Escape-Room-Rätsel?
Pascal arbeitet autodidaktisch: Er programmiert Arduino-Mikrocontroller selbst, baut die Holzkulissen, sucht auf Flohmärkten nach Material (alte Stadtkarten, Telefone, Schubladen) und testet die Rätsel mit Spielleitern und Freunden, bevor sie in den Raum kommen. Die Methode geht zurück auf eine Inspiration durch Klaus Teuber, den Erfinder von ‚Siedler von Catan‘.
Was macht ein gutes Escape-Room-Rätsel nach Pascal Kaiser aus?
Ein gutes Rätsel verbindet verschiedene Dinge miteinander. Es zwingt die Spieler zur Kommunikation und Kooperation — man könnte es theoretisch allein lösen, aber es ist schöner mit anderen. Pascal nennt das die erlebnispädagogische Wurzel seines Konzepts.
Was unterscheidet die Kegelbahn des Grauens von anderen Escape Rooms?
Die Kegelbahn des Grauens ist in einer echten alten Kegelbahn unter dem Rathaus von Friedrichshafen-Ailingen untergebracht. Die originalen Kegel, Pokale und Einrichtungsgegenstände der Kegelbahn sind als Kulisse verbaut. Pascal weiß von keinem anderen Escape Room in einer echten alten Kegelbahn — das macht den Raum einzigartig.
Was ist die Story des Mafia Job Raums?
Im Mafia Job sitzen die Spieler im Hinterzimmer eines Mafiabosses und müssen verschiedene Aufgaben lösen. Ein zentrales Element ist eine alte Stadtkarte, die Pascal auf einem Flohmarkt entdeckt hat und in den Raum eingebaut hat. Die Karte kann aufgefaltet werden und enthält wichtige Hinweise.
Wann öffnet der Bunker-Raum bei Escape in Time?
Der vierte Raum, der Bunker, ist noch in Entwicklung. Pascal arbeitet aktuell an Mechanik und Kulissen. Story: Eine Wandergruppe findet eine rostige alte Tür, geht hindurch, die Tür fällt zu — sie sind in einem alten Bunker gefangen und müssen sich in 60 Minuten befreien, bevor der Sauerstoff knapp wird.
Warum sind Kinder oft besser im Escape Room als Erwachsene?
Pascals Beobachtung aus tausenden Gruppen: Kinder probieren einfach, drehen Objekte um, tasten Materialien ab. Erwachsene haben Denkmuster — sie suchen nach den Lösungen, die sie aus früheren Rätseln kennen, und übersehen das Naheliegende. Altersgemischte Gruppen sind deshalb oft am stärksten, weil verschiedene Strategien sich ergänzen.
Was ist Pascal Kaisers schönster Moment im Escape Room?
Nicht das Entkommen. Pascal sagt: ‚Das schönste finde ich, wenn die Gruppe sich durch das Spiel von dem Raum selber neu kennenlernt und der Raum wie so eine Art Mittel zum Zweck war.‘ Wenn die Spieler nach 60 Minuten neue Stärken aneinander entdeckt haben, ist das Ziel erreicht.
Wie nutzt Pascal Kaiser Linoldruck im Unterricht?
Pascal macht Linoldruck mit den Achtklässlern an der Gemeinschaftsschule Schreienesch. Die Schüler schneiden Motive in eine Linolplatte und drucken sie auf Papier — auch mehrfarbig mit der verlorenen Platte (erst eine Farbe drucken, dann mehr von der Platte wegschneiden, dann die nächste Farbe). Hand lernt Konsequenz, weil weggeschnittenes Material nicht zurück kommt.
Backt Pascal Kaiser mit seinen Schülern?
Ja. Pascal hat mit seinen Sechstklässlern eine ganze Backphase gehabt — Sauerteig anrühren, ruhen lassen, kneten, formen, backen. Das funktioniert, weil Pascal selbst seit Jahren Sauerteig pflegt und ‚den Teig lesen‘ kann. Es geht nicht darum, dass die Schüler Bäcker werden — sondern dass sie erleben, wie aus einfachen Zutaten und Geduld etwas wird.
Wie sammelt Pascal Kaiser Ideen für neue Rätsel?
Pascal sammelt analog: Er druckt Bilder aus, klebt sie auf weißes Papier in einen Ordner, schreibt Stichworte dazu, packt den Ordner in den Schrank. Wochen oder Monate später kommt der Ordner wieder raus. Manche Ideen warten ganz lange auf den richtigen Moment. Die Methode hat Pascal von Klaus Teuber gelernt, dem Erfinder von ‚Siedler von Catan‘.
Was bedeutet Lebensweltbezug für Pascal Kaiser?
Lebensweltbezug ist Pascals Schlüsselbegriff für seinen Unterricht: Man baut eine Welt im Unterricht auf, die etwas mit den Schülern zu tun hat — die sie 60 Minuten eintauchen lässt. Egal ob Matheunterricht, Kunst oder Technik. Die Parallele zum Escape Room ist nicht zufällig: Auch dort baut Pascal eine Welt, in die die Spieler 60 Minuten eintauchen.
Was hält Pascal Kaiser von Handys bei Kindern?
Pascal sieht das Handy nicht als Feindbild, sondern als Barriere. Im Theaterstück, das er aktuell probt, geht es genau darum: Wie die Bibliothek aus dem Alltag verschwindet, weil man durch ein paar Scrolls an Informationen kommt. Pascal selbst nutzt ChatGPT für Code-Recherche — aber er sieht in seiner sechsten Klasse, was passiert, wenn das Suchen-und-Finden zu sehr automatisiert wird.
Welchen Beruf wollte Pascal Kaiser ursprünglich?
Nach dem Abitur wollte Pascal eigentlich in Richtung Grafik- oder Modedesign. Er überlegte einen Mappenkurs zu machen, hat sich aber ‚mit Ideen verzettelt‘. Seine Eltern wurden ungeduldig. Eine Freundin gab ihm den Tipp mit dem Nachrückverfahren für pädagogische Hochschulen — er bewarb sich, kam an und entdeckte dort den Beruf seines Lebens.
Wie ist Pascal Kaiser zu Sauerteig gekommen?
Pascal hat sich Sauerteig autodidaktisch beigebracht, ohne Bäckerlehre. Seine Erkenntnis daraus ist allgemeingültig: ‚Durch Wiederholung kommt unglaubliche Routine. Man kann den Teig lesen.‘ Dieses Prinzip überträgt er auf andere Bereiche — Programmierung, Linoldruck, Rätselbau. Heute backt er auch mit seinen Sechstklässlern.
Aus dem Gespräch mit Pascal Kaiser