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Laichinger Tiefenhöhle Dauer: 25 bis 45 Minuten, je nach Fitness

Die ehrliche Antwort kommt vom Vereinsvorstand selbst: „Je nach Fitness zwischen 25 und 45 Minuten.“

Alexander Schneider, Vorstand im Höhlen- und Heimatverein Laichingen, beschreibt die Dauer in der Tiefenhöhle nicht als Marketing-Spanne, sondern als Realitäts-Spanne. Wer regelmäßig wandert oder Sport treibt, schafft den Rundgang in 25 bis 30 Minuten. Wer untrainiert ist oder Pausen braucht, ist bei 40 bis 45. Die Spanne stimmt.

Was diese Dauer wirklich umfasst

Die 25 bis 45 Minuten sind die reine Höhlenzeit. Sie beginnen, wenn man den Höhleneingang passiert, und enden, wenn man wieder oben steht. Was dazwischen liegt, beschreibt Schneider in Zahlen: „Der Rundgang ist ca. 320 Meter lang, geht bis auf 55 Meter runter. Man muss dabei ca. 620 Stufen steigen.“

Das ist die Erklärung für die Spanne. 320 Meter Rundgang würde man auf flacher Strecke in fünf bis sechs Minuten zurücklegen. Hier sind sie über 620 Stufen und 55 Meter Höhenunterschied verteilt. Das verlängert die Zeit ungefähr um den Faktor fünf.

Warum es im eigenen Tempo geht

Schneider erklärt im Interview, dass die Tiefenhöhle keine geführten Touren anbietet. „Wir bieten keine Führungen an, sondern haben in der Höhle ein Audiosystem installiert, wo man dann an verschiedenen Stationen sich Informationen geben lassen kann oder anhören kann.“ Das hat einen direkten Einfluss auf die Dauer: Jeder ist sein eigenes Pacing.

Wer das gesamte Audioprogramm anhört, addiert ein paar Minuten zur reinen Geh-Zeit. Wer nur an einigen Stationen anhält und an anderen vorbeigeht, kommt schneller raus. Wer den Audioguide weglässt, ist am schnellsten, verpasst aber den Großteil der Information zur Höhle. Mehr zum Konzept im Artikel über den Audioguide-Ansatz.

Was die 620 Stufen wirklich heißen

Sechshundertzwanzig Stufen klingen viel. Sie sind viel. Aber sie sind nicht alle hintereinander.

Der Weg geht zuerst eine Seite hinunter, verschiedene Treppen-Abschnitte, immer wieder mit kurzen Plateaus oder leicht horizontalen Stücken dazwischen. Am tiefsten Punkt angekommen, gibt es eine kleine Pause-Möglichkeit. Dann geht es die andere Seite des Rundgangs wieder hinauf.

In Etagen gerechnet: 55 Meter sind etwa 19 Etagen eines Wohnhauses. 620 Stufen ist die Summe von Hin und Zurück. Wer beim Sport regelmäßig Treppen steigt, kennt das Pensum. Wer es nicht gewohnt ist, sollte die 45-Minuten-Marke einplanen.

Für wen es schwer wird

Schneider ist im Interview offen: Die Tiefenhöhle ist nicht für alle Fitnessgrade gleich gut geeignet. Wer Knieprobleme oder ein eingeschränktes Herz-Kreislauf-System hat, sollte vorher abwägen. Es gibt keine Möglichkeit, an einer Stelle umzukehren, wer einmal unten ist, muss die andere Seite des Rundgangs wieder hinauf.

Für Kinder ist die Höhle in der Regel kein Problem. Sie haben meist mehr Energie als ihre Eltern. Bei sehr kleinen Kindern (unter vier Jahren) sollte man die Stufen bedenken, weil sie nicht selbst laufen können und 620 Stufen Tragen nicht trivial ist. Mehr dazu im Artikel über den Besuch mit Kindern.

Wie viel Zeit man insgesamt einplanen sollte

Wer nur die Höhle anschauen will, plant 25 bis 45 Minuten Höhlenzeit plus 15 bis 30 Minuten Drumherum (Eingang, Garderobe, Audioguide-Übergabe). Insgesamt also rund eine Stunde.

Wer das Rasthaus mit einbeziehen will, und das tun die meisten, plant zusätzlich 30 bis 60 Minuten für Pause, Kuchen und Getränk. Hier gilt: 30 Minuten reicht für eine Kuchen-Pause, 60 Minuten für ein kleines Mittagessen.

Wer mit Familie kommt und den Kletterwald oder den Spielplatz nebenan einbezieht, plant einen halben bis ganzen Tag. Schneider erwähnt die Konstellation ausdrücklich: „Nebenan hat es einen großen Spielplatz, große Spielwiese und auch der Kletterwald Laichingen ist direkt nebendran, sodass man die beiden Sachen zum Beispiel gut kombinieren kann.“

Was bei Wartezeit reinfällt

In der Hochsaison, vor allem an Wochenenden und in den Sommerferien, kann es Wartezeit am Eingang geben. Die Tiefenhöhle nimmt aus Sicherheits- und Audioguide-Gründen nur eine bestimmte Anzahl Personen gleichzeitig in die Schächte. Wer Wartezeit vermeiden will, kommt unter der Woche oder gleich um 10:00 Uhr, wenn die Öffnungszeit beginnt.

Schneider gibt die Öffnungszeit klar an: „In der Saison täglich von 10 bis 17 Uhr 30.“ Wer um 17:00 ankommt, sollte sich beeilen, die letzten Einlässe sind ungefähr eine Stunde vor Schluss, damit alle Besucher die Höhle bis 17:30 wieder verlassen haben können.

Die kurze Version

Im Durchschnitt: Eine Stunde reine Höhlen-Erfahrung plus Pause. Mit Familie: ein halber Tag. Mit Kletterwald nebenan: ein ganzer Tag. Die Höhle selbst: 25 bis 45 Minuten, je nach wie schnell die eigenen Beine wollen.


Wer mehr über die Stufen, den Rundgang und die körperlichen Anforderungen wissen will, findet das in einem eigenen Artikel. Die ganze Geschichte zum Verein und zur Höhle im Podcast mit Alexander Schneider.