Katharina Güls

Die Top 5 Zitate von Katharina Güls

  1. „Ich merke bei mir: Wenn ich rausgehe, scanne ich immer die Gegend ab. Es läuft im Kopf ständig ein Film ab: Was wächst da Neues? Was könnte ich brauchen? Das ist fast schon ein Sammelinstinkt.“ – Katharina Güls

  2. „Es ist total absurd: Man rupft Wildkräuter im Garten als Unkraut aus, kauft sich dann aber auf dem Markt für teures Geld eine Schafgarbe. Die wächst doch überall!“ – Katharina Güls

  3. „Ich finde es schade, dass oft das Gefühl herrscht, das ‚Superfood‘ müsse aus fernen Ländern kommen. Wir haben hier direkt vor der Haustüre genauso tolle Sachen.“ – Katharina Güls

  4. „Kinder würden ja zu jeder Jahreszeit rausgehen. Die kennen kein schlechtes Wetter – es sind meistens die Eltern, die sagen, heute ist es zu nass oder zu kalt.“ – Katharina Güls

  5. „Schneid dir doch einfach etwas Giersch oder Löwenzahn in den Salat und du wirst sehen: Es schmeckt einfach gut. Wenn das wieder in den Köpfen ankommt, ist ganz viel gewonnen.“ – Katharina Güls

Katharina Güls: Kräuterpädagogin aus Weingarten über wilde Superfoods und Naturerlebnisse

In einer Welt, in der wir für teure „Superfoods“ aus Übersee oft tief in die Tasche greifen, übersieht man leicht die wahren Schätze direkt vor der eigenen Haustür. Katharina Güls, zertifizierte Kräuterpädagogin aus der Nähe von Weingarten, hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diesen Blick wieder zu schärfen. Bei ihren Kräuterführungen und Workshops geht es nicht um komplizierte Naturheilkunde, sondern um die Freude am Entdecken, Sammeln und Genießen von heimischen Wildkräutern.

Von München zurück in die Natur: Der Weg zur Kräuterpädagogik

Die Leidenschaft für wildes Grün begann für Katharina Güls paradoxerweise in der Großstadt. Während ihrer Zeit in München bewirtschaftete sie abends nach der Arbeit einen 30 Quadratmeter großen „Krautgarten“ am Stadtrand – als erdenden Ausgleich zum stressigen Alltag. Dort wuchs ihre Neugier: Was wächst da eigentlich alles an sogenannten „Unkräutern“ um mein Gemüse herum?

Sie entschloss sich zu einer fundierten einjährigen Ausbildung an der renommierten Gundermann-Schule in Bad Tölz. Dort lernte sie alles über Pflanzenbestimmung, Naturkosmetik und Pädagogik. Doch der Naturbezug fehlte ihr in der Stadt auf Dauer. Das Gefühl von „Heimkommen“ stellte sich erst ein, als sie mit ihrer Familie zurück in ihre Heimat in die Nähe von Weingarten zog. Hier genießt sie heute die kurzen Wege, den eigenen Garten und ihre unzähligen geheimen Sammelplätze.

Kochen statt Medizin: Wenn Unkraut zum Genuss wird

Wer Katharina Güls auf Märkten trifft, auf denen sie selbstgemachte Marmeladen, Sirupe und Kräutersalze anbietet, stellt oft die typische Frage: „Wofür ist das denn gut?“ Katharinas ehrliche und erfrischende Antwort: „Es darf manchmal auch einfach nur schmecken!“ Sie distanziert sich bewusst von medizinischen Heilversprechen. Für sie gehört das Wildkraut in erster Linie in die Küche und nicht zwingend in den Medizinschrank.

Ihre kulinarischen Lieblinge:

  • Giersch: Die absolute Hassliebe vieler Gärtner. Katharina schätzt ihn als wildes Gemüse mit feinem Petersilien-Möhren-Aroma. „Einfach eine Stunde ganz stupide Giersch-Wurzeln aus dem Beet ziehen, ist nach der Arbeit auch eine tolle Therapie“, lacht sie.

  • Holunder: Ein absoluter Allrounder für die Familie. Von frischen Holunderküchle und Sirup aus den Blüten im Frühling bis hin zu wärmendem Beerensaft im Winter.

  • Löwenzahn: Aus den leuchtend gelben Blüten lässt sich nicht nur süßer Sirup herstellen, sondern auch ein erfrischendes Eis – gemixt mit gefrorenen Bananen und Naturjoghurt, ein absoluter Hit bei Kindern.

Ausnahmen von der reinen Kulinarik gibt es nur selten: Einzig eine Spitzwegerich-Creme (die laut Katharina einfach „nach Grün riecht“) ist als absolute Wunderwaffe gegen Mückenstiche aus ihrer familiären Naturapotheke nicht mehr wegzudenken.

Kinder und Natur: Gegen die Angst vor dem Grünen

Als Mutter von zwei Kindern (4 und 6 Jahre) beobachtet Katharina auf Spielplätzen oft große Unsicherheit: Viele Eltern geraten in Panik, wenn ihre Kinder beim Krabbeln Beeren oder Blätter in den Mund stecken, weil das Wissen über giftige und essbare Pflanzen in der Gesellschaft massiv verloren gegangen ist.

Katharina Güls gibt dieses Wissen ganz natürlich an ihre Kinder weiter. Es gibt klare Regeln („Wenn Mama sagt, das essen wir nicht, wird es nicht gegessen“), aber auch viel Freiraum. Die Begeisterung der Kleinen für die Natur ist ansteckend: Als die Nachbarin in ihrem makellos gepflegten Garten den Löwenzahn ausstach, forderte Katharinas Sohn sie ernsthaft auf, doch mal rüberzugehen und der Nachbarin zu erklären, was für tolle Sachen man aus Löwenzahn machen könne.

Kräuterführungen am Kreuzberg in Weingarten

Um diese kindliche Neugier auch bei Erwachsenen und Familien wieder zu wecken, bietet Katharina Güls regelmäßig Führungen und Workshops an. Ihr absoluter Lieblingsspot dafür ist der Kreuzberg. Die Vielfalt dort ist enorm: Auf kleinstem Raum finden sich Waldgebiete, ein kleiner See mit Büschen und weitläufige Wiesen.

Besonders spannend sind ihre Familienführungen zu „unattraktiven“ Jahreszeiten, etwa im nasskalten Januar. Getreu dem Motto „Lass uns nach draußen gehen“ beweist sie, dass die Natur nicht nur im Frühling spannend ist. Ob Tierspuren im Matsch oder das Entdecken der ersten zähen Pflanzen unter einer Schneedecke – Katharina Güls holt die Menschen genau dort ab, wo sie stehen, und verbindet sie wieder mit der Natur, die direkt vor unserer Haustüre auf uns wartet.