Käsküche Isny

Um neun Uhr morgens, wenn in Isny der Laden aufmacht, läuft nebenan die Milch in den Kupferkessel. Man sieht es durch eine große Scheibe, die den Bioladen von der Käserei trennt. „Wenn man ganz früh am Morgen kommt, dann sieht man noch, wie die Milch in den Kessel läuft“, sagt Alexander Diet, der die Käsküche Isny führt. Wer später kommt, sieht Schneiden, Rühren, Pressen. Käsemachen als Schaufenster, mitten im Allgäu.
Eine Sennerei, wie es sie im Allgäu kaum noch gibt
Die Käsküche Isny ist eine handwerkliche Sennerei am Rand der Allgäuer Stadt Isny in Baden-Württemberg. „Wir machen Bergkäse, Schnittkäse, Hartkäse. Alles in Bio-Qualität“, sagt Diet. Dazu kommen Butter aus dem Butterfass, echte Buttermilch, Frischmilch, Joghurt und Quark. Die Milch stammt von fünf Höfen: „Wir haben fünf Landwirte, die uns beliefern. Die kommen alle aus so zehn Kilometern Luftlinie im Umkreis von Isny.“
Wie selten das geworden ist, ordnet Diet selbst ein: „Bei uns im Allgäu gibt es fünf, sechs oder sieben so kleine Käsereien wie unsere.“ Der Rest der Allgäuer Käselandschaft ist längst Industrie. Ein Großbetrieb verkäst 500.000 bis 600.000 Liter am Tag. Die Käsküche käst jeden zweiten Tag 3.500 Liter. „Das machen wir im Jahr, was die an einem Tag machen.“
1998: Als die Molkerei die Milch nicht wollte
Die Geschichte des Betriebs beginnt mit einer Abfuhr. 1998 wollte eine Großmolkerei die Bio-Milch der ökologisch arbeitenden Bauern rund um Isny nicht mehr abnehmen. Die Antwort der Landwirte ist auf der Website der Käsküche bis heute nachzulesen: „Mir machet unsren Käs selbscht!“ Die benachbarte Sennerei Zurwies vermittelte den Kontakt zu Franz Hiemer, der das Risiko des Neubaus auf sich nahm. Im Mai 1998 startete die neue Sennerei mit 300.000 Litern Milch im Jahr.
Alexander Diet kam später dazu. „Zufällig haben wir im Internet gesehen, dass in Isny die Käsküche zu übernehmen ist. Das ist jetzt fast zehn Jahre her, und wir haben das sofort entschieden und gemacht.“ Seitdem führt er die Produktion, seine Frau den Laden und den Versand.
Der Laden: probieren, bevor man kauft
Der Käsereiladen ist zugleich ein kompletter Bioladen mit regionalem Obst, Gemüse, Honig, Nudeln und Eiern. Frische Heumilch, Joghurt und Quark füllt das Team auf Wunsch direkt ins Glas. An der Käsetheke gilt ein einfaches Prinzip: „Sie dürfen jeden Käse probieren, den Sie probieren wollen. Dann wissen Sie genau, was Sie kaufen.“
Geöffnet ist an sieben Tagen: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 14 Uhr, Sonntag von 14 bis 18 Uhr. An den Sonntagen im November bleibt zu. Und wer nachts um drei Bergkäse braucht: Vor der Tür steht ein Käseautomat, der rund um die Uhr läuft.
Was ein Kilo Käse wirklich kostet
Auf den Einwand, handwerklicher Käse sei teuer, antwortet Diet mit einer Rechnung. „Wenn wir unseren Bergkäse machen, den Hartkäse, da brauche ich für ein Kilogramm Käse ungefähr zehn Liter Milch.“ Und weil die Käsküche ihren Bauern einen der höchsten Milchpreise Deutschlands zahlt, heißt das: „Ein Kilogramm Käse kostet mich allein in der Milch mit Transport schon fast acht Euro.“ Dazu kommen Monate im Reifekeller und Pflege von Hand. Sein Fazit: „Die Landwirte, die Lieferanten, wir können unsere Mitarbeiter fair bezahlen. Das ist dann ein fairer Preis für alle.“
Bestellen: online, telefonisch, im Hochsommer mit Pause
Wer nicht ins Allgäu kommt, bekommt den Käse geschickt. „Man kann bei uns Käse bestellen, einfach auf unsere Homepage gehen. Oder die Leute rufen an, sagen, was sie wollen, und wir schicken das zu“, sagt Diet. Im Hochsommer pausiert der Versand, weil die Laibe ungekühlt reisen. Der Online-Shop findet sich unter shop.kaeskueche-isny.de.
Zertifiziert und ausgezeichnet
Die Käsküche Isny und ihre Vertragslandwirte sind zertifizierte Bioland-Partner (Kontroll-Nr. D-BW-007-05709B). Zu den Auszeichnungen zählen der 1. Preis des NABU Deutschland 2002, der Kulturlandschaftspreis Baden-Württemberg 2012 und Regioschmecker Gold 2006 und 2015.
Häufige Fragen zur Käsküche Isny
Hat die Käsküche Isny sonntags geöffnet?
Ja, sonntags von 14 bis 18 Uhr. Nur an den Sonntagen im November bleibt der Laden zu. Der Käseautomat vor der Tür läuft immer.
Kann man in der Käsküche Käse probieren?
Ja. An der Theke darf jeder Käse probiert werden, bevor er gekauft wird.
Kann man bei der Käsküche Isny Käse bestellen?
Ja, über den Online-Shop oder telefonisch. Im Hochsommer pausiert der Versand.
Woher kommt die Milch der Käsküche?
Von fünf Höfen aus rund zehn Kilometern Luftlinie um Isny, alle Bioland-zertifiziert.
Wie aus der Milch der fünf Höfe Käse wird, zeigt der Blick in die Produktion: Wie wird Käse hergestellt? Ein Tag in der Käserei. Die Geschichte des Mannes am Kessel erzählt das Porträt von Alexander Diet, die seines wichtigsten Käses der Artikel über den Adelegger Bergkäse.