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Wie viel kosten Islandpferde? Preise und was sie ausmacht

Die Frage, wie viel kosten Islandpferde, hat keine kurze Antwort. Auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein bei Meidelstetten verkauft Bernhard Podlech regelmäßig Pferde, von Jungtieren bis zu ausgebildeten Sportpferden. Die Spanne ist groß. Was den Preis ausmacht, ist es auch.

Die grobe Spanne

Ein durchschnittlich ausgebildetes Islandpferd kostet in Deutschland zwischen 8.000 und 18.000 Euro. Junge, noch nicht angerittene Tiere liegen darunter, ab etwa 5.000 Euro. Ausgebildete Sportpferde mit Turniererfahrung gehen darüber hinaus, oft 25.000 Euro und mehr. Spitzentiere mit Weltmeisterschaftspotenzial liegen im fünfstelligen, selten sechsstelligen Bereich.

Wer fragt, wie viel kosten Islandpferde, sollte die Antwort also lesen wie eine Skala. Der Preis hängt von Alter, Ausbildung, Abstammung, Gangveranlagung und Charakter ab.

Was den Preis treibt

Ausbildungsstand. Ein Pferd, das angeritten ist, kostet mehr als ein Fohlen. Eines, das auf Turnier geht, kostet noch mehr. Bernhard Podlech beschreibt den Aufwand, der in einem ausgebildeten Pferd steckt. „Mit dem Pferd dann eben von Grund auf alles ihm beizubringen und nachher ein tolles Reitpferd zu haben, das ist eigentlich so das, was die Arbeit wirklich spannend macht.“ Diese Arbeit dauert Jahre. Sie ist im Preis enthalten.

Gangveranlagung. Fünfgänger, also Pferde, die zusätzlich zum Tölt auch Pass beherrschen, sind in der Regel teurer als Viergänger. Wenn die Gangarten sauber, taktrein und in unterschiedlichen Tempi geritten werden können, steigt der Preis weiter.

Abstammung. Pferde aus erfolgreichen Zuchtlinien kosten mehr. Ein Fohlen, dessen Eltern auf Welt- oder Deutschen Meisterschaften erfolgreich waren, wird teurer gehandelt.

Turniererfolg. Ein Pferd, das selber Erfolg eingefahren hat, ist auf dem Markt anders bewertet als ein gleichwertig ausgebildetes ohne Wettkampf-Hintergrund.

Alter. Junge Tiere mit Potenzial sind oft günstiger als Pferde in der besten Reitphase, also etwa zwischen sechs und zwölf Jahren.

Charakter. Ein leistungsbereites, freundliches Pferd geht weg, ein schwieriges bleibt stehen. Bernhard Podlech beschreibt seine Stute Keila, mit der er Vize-Weltmeister wurde, mit Sätzen, die eigentlich Preisindikatoren sind: „Ein ganz außergewöhnliches Pferd, die immer sehr leistungsbereit ist und immer wirklich gerne mitmacht und arbeitet, aber auch richtig viel Power hat.“

Folgekosten oft höher als der Kaufpreis

Wer rechnet, wie viel kosten Islandpferde, sollte das gleich mitrechnen, was nach dem Kauf kommt. Stallplatz, Hufschmied, Tierarzt, Versicherung, Sattel, Reitlehrer. Über die Jahre summiert sich das zu vielfach mehr als der Kaufpreis.

  • Stallplatz: zwischen 200 und 600 Euro im Monat, je nach Region und Haltungsform
  • Hufschmied: alle sechs bis acht Wochen, etwa 50 bis 120 Euro pro Termin
  • Tierarzt und Impfungen: mehrere Hundert Euro im Jahr, dazu eventuell Behandlungen
  • Futter: je nach Stallumfang, oft schon im Stallpreis enthalten
  • Versicherung: Tierhalterhaftpflicht ist Pflicht, je nach Anbieter etwa 60 bis 150 Euro im Jahr
  • Ausrüstung: Sattel, Trense, Decke, Putzzeug, schnell zwei- bis dreitausend Euro

Bei Islandpferden kommt eine Besonderheit dazu. Sie werden alt. Ein gut versorgtes Tier wird oft über 30 Jahre, manche darüber. Die Folgekosten ziehen sich also über lange Zeit.

Bei wem kaufen

Der Preis sagt nichts über die Qualität, wenn die Quelle nicht stimmt. Wer ein Islandpferd kaufen will, sollte sich bei etablierten Zuchtbetrieben umschauen. Auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein zum Beispiel werden eigene Pferde groß gezogen, ausgebildet, vorgestellt. Drei Generationen Geschichte machen dabei einen Unterschied. Bernhards Großvater hat in den Fünfzigern die ersten Tiere aus Island importiert. Sein Vater führte den Wiesenhof bei Karlsruhe als eines der größten Islandpferde-Gestüte Deutschlands, mit zeitweise 300 Tieren und vierzig Fohlen im Jahr. Mehr im Ratgeber Islandpferde kaufen.

Wie viel kosten Islandpferde, kurz zusammengefasst

Realistisch sind 8.000 bis 18.000 Euro für ein gut ausgebildetes Tier. Darunter und darüber gibt es Pferde für jede Anforderung. Wichtig ist nicht der niedrigste Preis, sondern das passende Pferd. Bei einer Lebenserwartung von über 30 Jahren ist der Kauf eine lange Beziehung. Die paar tausend Euro Unterschied im ersten Jahr fallen nicht ins Gewicht, das richtige Pferd schon. Mehr unter Wie alt werden Islandpferde.


Bernhard Podlech ist Pferdewirtschaftsmeister auf dem Islandpferdegestüt Hohenstein und züchtet Islandpferde in dritter Generation. Das ganze Gespräch mit Bernhard Podlech gibt es bei pekuu audiostories