Lupine Allergie
Seit 2007 gehört die Lupine zu den 14 Hauptallergenen in der EU, die auf Lebensmittelverpackungen deklariert werden müssen. Wer im Supermarkt die Zutatenliste liest, findet Lupine immer häufiger. Im Brot, in Nudeln, in veganen Burgern, in Backwaren. Die Süßlupine ist auf dem Vormarsch in der Lebensmittelindustrie. Und mit ihr die Fragen zum Thema Lupine Allergie.
Linda Kelly produziert seit 2013 Lupinenprodukte auf ihrem Biolandhof am Bodensee. Sie kennt die Allergie-Thematik aus dem Alltag. Als Direktvermarkterin ist sie verpflichtet, die Allergenkennzeichnung korrekt umzusetzen. Auf ihren Produkten, auf Märkten, im Hofladen und im Online-Shop.
Was eine Lupine Allergie auslöst
Die allergischen Reaktionen auf Lupine werden durch Proteine in den Lupinensamen ausgelöst. Die Symptome reichen von leichtem Jucken im Mund bis zu schweren anaphylaktischen Reaktionen. Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot. In seltenen Fällen kann eine Lupine Allergie lebensbedrohlich sein.
Besonders relevant ist die Kreuzreaktion mit Erdnüssen. Erdnuss und Lupine gehören beide zur Familie der Hülsenfrüchte. Ihre Proteine sind sich strukturell ähnlich. Schätzungen gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der Erdnussallergiker auch auf Lupine reagiert. Wer eine Erdnussallergie hat, sollte bei Lupinenprodukten also vorsichtig sein und im Zweifelsfall ärztlichen Rat einholen.
Kennzeichnung und Transparenz
Als eines der 14 Hauptallergene muss Lupine auf jeder Verpackung und bei jedem Verkauf deklariert werden. Das gilt für verpackte Lebensmittel im Supermarkt genauso wie für lose Ware im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt.
Linda Kelly nimmt das ernst. Auf den Lupinello-Produkten ist die Lupine klar deklariert. Das klingt selbstverständlich, aber bei einem Produkt, dessen Hauptzutat das Allergen selbst ist, geht es eher um die Kreuzallergene: Werden auf dem gleichen Hof auch Weizen, Soja oder Erdnüsse verarbeitet? Bei Lupinello ist die Antwort klar. Die Lupinen kommen vom eigenen Feld, werden auf dem eigenen Hof verarbeitet. „Klein und fein, aber alles aus einer Hand“, beschreibt Linda Kelly die Philosophie. Die Lieferkette ist kurz und nachvollziehbar.
Allergie vs. Unverträglichkeit
Nicht jede Lupine ist gleich. Die Gartenlupine ist giftig, die Süßlupine essbar. Und nicht jeder, der nach dem Verzehr von Lupinen Magenprobleme bekommt, hat eine Allergie. Linda Kelly weist darauf hin, dass rohe Lupinen schwer verdaulich sein können. „Roh schmeckt die Lupine bohnig und erbsig“, sagt sie. Antinutritive Stoffe in den ungekochten Samen können Verdauungsbeschwerden auslösen, die mit einer Allergie verwechselt werden können.
„Deswegen empfehle ich, die Lupine zu erhitzen“, betont sie. Durch Kochen, Backen oder Rösten bauen sich diese Stoffe ab. Wer nach erhitzten Lupinenprodukten immer noch Probleme hat, sollte eine echte Lupine Allergie in Betracht ziehen und sich beim Allergologen testen lassen.
Die Unterscheidung ist wichtig: Eine Unverträglichkeit gegen rohe Lupinen lässt sich durch Erhitzen lösen. Eine echte Allergie nicht. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf die Lupinenproteine, egal ob roh oder gekocht. Die Symptome einer Allergie sind in der Regel stärker und treten schneller auf als bei einer Unverträglichkeit.
Für wen Lupine trotzdem interessant ist
Für die große Mehrheit der Menschen ist die Süßlupine ein wertvolles Lebensmittel. Reich an Protein, arm an Kohlenhydraten, basisch und mit allen essentiellen Aminosäuren. Wer keine Allergie oder Kreuzallergie hat, kann Lupine bedenkenlos genießen.
Linda Kelly empfiehlt, beim Einstieg mit kleinen Mengen zu beginnen und auf die Körperreaktion zu achten. „Die Lupine muss in die Küche“, sagt sie. Aber eben informiert und aufmerksam. Wer sicher ist, hat mit der Lupine eine der besten pflanzlichen Eiweißquellen, die in Deutschland auf dem Acker wächst.
Mehr über Linda Kelly im pekuu audiostories Podcast.
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