Katharina Güls hat mehrere Jahre gebraucht, bis sie sich für die Kräuterpädagoge Ausbildung anmeldete. Nicht weil sie nicht wollte. Sondern weil der Kurs in Bad Tölz stattfand und sie nicht jedes Wochenende von München dorthin fahren wollte. Also wartete sie. Als der erste Kurs in München angeboten wurde, meldete sie sich sofort an. Und machte die Kräuterpädagoge Ausbildung am Ende dann doch in Bad Tölz, wo alles begann. „Weil es einfach vom Umfeld viel schöner war.“
Der Weg dorthin begann über eine Arbeitskollegin am Tegernsee, die den NaturCoach gemacht hatte. Katharina Güls fand heraus, dass es auch den Kräuterpädagogen gibt, an der Gundermann-Schule. Zu dem Zeitpunkt bewirtschaftete sie in München einen Krautgarten, 30 Quadratmeter Ackerland als Ausgleich zum Bürojob. „Da habe ich eben festgestellt, dass es auch den Kräuterpädagogen gibt.“ Was in ihrem Krautgarten an Wildkräutern wuchs, das wollte sie verstehen. Was sind das für Pflanzen? Kann man die essen? Was macht man damit?
Was in der Kräuterpädagoge Ausbildung passiert
Die Gundermann-Schule ist einer der ältesten Anbieter für die Kräuterpädagoge Ausbildung im deutschsprachigen Raum. Der Kurs erstreckt sich über ein Jahr und umfasst meistens zwölf Wochenenden. Es gibt Standorte in Bayern, Baden-Württemberg und mittlerweile auch in anderen Teilen Deutschlands. Katharina Güls erwähnt, dass es auch andere Anbieter gibt, im Allgäu und im Kölner Raum. Aber die Gundermann-Schule war für sie die richtige Wahl.
Was man dort lernt, beschreibt sie so: Wildkräuter bestimmen, Naturkosmetik herstellen, Kochen mit Wildkräutern. Und ein Pädagogikteil, „sodass man dann hinterher auch an Schulen mit Kindergärten oder eben Kräuterführungen und Ähnliches geben kann“. Die Ausbildung ist praxisnah, man ist viel draußen, lernt Pflanzen an verschiedenen Standorten kennen und macht zum Abschluss eine Prüfung.
Was Katharina Güls an der Kräuterpädagoge Ausbildung besonders geschätzt hat: dass man über ein ganzes Jahr hinweg alle Jahreszeiten miterlebt. Im Frühling die ersten Kräuter, im Sommer die Blüten, im Herbst die Beeren und Früchte, im Winter die Knospen und Rinden. So lernt man die Pflanzen in allen Stadien kennen, nicht nur im Sommer, wenn alles grünt.
Was Katharina Güls danach daraus gemacht hat
Heute lebt Katharina Güls wieder in Oberschwaben, in der Nähe von Weingarten, wo sie aufgewachsen ist. Sie gibt Kräuterführungen am Kreuzberg, Kochworkshops und Familienführungen. Auf Märkten verkauft sie selbstgemachte Marmeladen, Sirupe und Kräutersalze. Und eine Spitzwegerich-Creme gegen Mückenstiche, die sie als „die Wundercreme“ bezeichnet.
Ihre Intention ist nicht, Heilversprechen zu machen. „Ich bin da ohne medizinischen Hintergrund einfach viel zu wenig in der Thematik drin“, sagt sie. Auf Märkten fragen fast 70 Prozent der Leute, wofür ein Produkt gut ist. „Ich finde, es darf manchmal auch einfach nur schmecken.“ Was sie stattdessen will: das Bewusstsein schärfen, dass vor der Haustüre tolle Sachen wachsen. Dass man nicht alles im Supermarkt holen muss.
In ihren Workshops geht sie mit Teilnehmern erst raus zum Sammeln. Was man findet, wird verarbeitet. Kein aufwendiges Menü, sondern Sachen, die man zu Hause nachmachen kann. Ein Hirtenkäse mit Wildkräutern und Olivenöl. Ein Löwenzahneis aus gefrorener Banane und Blütenblättern. „Für mich ist der richtige Weg zu sagen, schau mal, das wächst hier, daraus machen wir jetzt was.“
Für wen sich die Kräuterpädagoge Ausbildung eignet
Katharina Güls sieht die Ausbildung nicht nur als Berufsvorbereitung. Für sie war es zunächst persönliches Interesse. Sie wollte wissen, was wächst. Dass daraus Führungen, Workshops und Marktauftritte wurden, hat sich ergeben. Wer mit dem Gedanken spielt, soll einfach anfangen. Ein Jahr lang: wie Kinder das Wissen aufsaugen. Ihre eigenen, vier und sechs, wachsen mit Wildkräutern auf. Ihr Sohn hat der Nachbarin erklären wollen, was man aus Löwenzahn machen kann. Ihre Tochter bringt Kiefernadeln aus dem Kindergarten mit: „Mama, da kannst du dir deinen Tee draus kochen.“
Bei einer Familienführung am Kreuzberg dachte sie, die Kinder hören gar nicht zu. Hinterher riefen die Mütter an: „Meine Kinder haben sich alles gemerkt. Ich wusste nichts mehr zu Hause, aber die konnte ich fragen, die wussten es.“ Da wusste Katharina Güls, dass sich die Kräuterpädagoge Ausbildung gelohnt hat.
Informationen und Kursstandorte auf gundermannschule.com.
Was Katharina Güls noch sagt: Man muss keine Angst vor der Prüfung haben. Und man muss auch nicht sofort wissen, was man mit dem Zertifikat anfängt. Bei ihr hat es sich entwickelt. Vom Krautgarten in München zum eigenen Garten in Weingarten, von der ersten Sammlung zum ersten Workshop, vom ersten Workshop zum Marktstand. „Das Wissen kommt einfach mehr und mehr“, sagt sie. „Und irgendwann merkt man, dass es reicht, um es weiterzugeben.“ Wer mit dem Gedanken spielt, soll einfach anfangen. Ein Jahr lang zwölf Wochenenden draußen, das verändert den Blick auf die Welt. Und auf den eigenen Garten. Man sieht Pflanzen, wo man vorher nur Grün gesehen hat. Und man versteht, warum Katharina Güls beim Rasenmähen am Geruch erkennt, dass sie gerade über Gundermann fährt. Der Krautgarten in München war erst der Anfang. Heute geht Katharina Güls durch ihren Garten in Weingarten und scannt die Gegend ab, wie immer.
Katharina Güls gibt Kräuterführungen über kraeuter-erfahren.de. Im pekuu-Podcast erzählt sie ausführlich von ihrem Weg. Zur Episode
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