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pekuu Original · Reportage · Lesezeit 4 Min.

Morgen Yoga: warum ein Arzt um 6.30 Uhr übt

Morgen Yoga: Dr. Ronald Steiner über seine Übungsgruppe, den inneren Rhythmus und warum das Intensitätslevel von Yoga ideal für den Morgen ist.

Kurz vor halb sieben am Morgen füllt sich ein Raum in Ulm, und über den Bildschirm schalten sich weitere Menschen dazu. Jeder rollt seine Matte aus, manche meditieren, manche üben Ashtanga, manche kräftigende Übungen. Dann, Punkt 6.30 Uhr, geschieht etwas Gemeinsames. „Wir singen dann um 6.30 Uhr gemeinsam das Mantra“, erzählt Dr. Ronald Steiner. Danach beginnt jeder seine Praxis. So sieht Morgen Yoga bei einem Arzt aus, der seinen Tag seit Jahren so eröffnet.

Diese Selbstpraxisgruppe ist kein Kurs mit Ansage, sondern eine Verabredung. Physisch in Ulm, offen auch online. Man macht die Kamera an, sagt Steiner, und merkt einfach: Ich übe zusammen mit anderen. Diese leise Verbindlichkeit ist der Grund, warum Morgen Yoga bei ihm trägt, selbst an schweren Tagen.

Warum der Körper feste Zeiten liebt

Steiner ist Arzt, und seine Begeisterung für den Morgen hat einen medizinischen Kern. Der Körper hat einen inneren Rhythmus, und dieser Rhythmus läuft am besten, wenn er verlässliche Signale bekommt. Eines der stärksten Signale ist Bewegung zu einer festen Zeit. „In der Früh immer zur selben Zeit eine körperliche Aktivität“, sagt Steiner, „da ist natürlich eine Yoga-Praxis ideal.“ Der Morgen wird so zum Taktgeber für den ganzen Tag.

Dazu kommt ein zweiter Grund, der Yoga von anderem Frühsport unterscheidet. „Ich finde auch das Intensitätslevel von Yoga … ideal für den Morgen“, sagt er. Man ist einerseits noch meditativ bei sich, und trotzdem ist es eine körperliche Praxis. Kein Schock für den Kreislauf, aber genug, um wach zu werden. Genau diese Mischung passt in die erste Stunde des Tages.

Die ehrliche Seite: auch Steiner ist mal müde

Das Schöne an Steiners Schilderung ist ihre Ehrlichkeit. Er tut nicht so, als spränge er jeden Morgen voller Energie auf die Matte. „Auch wenn ich müde bin, ich versuche wenigstens um 6.30 Uhr es auf meine Yogamatte zu schaffen“, sagt er. Das Mantra mitsingen, ankommen, dann kann der Tag beginnen. Und die Belohnung dafür ist spürbar: Der Tag starte einfach ganz anders, wenn er in der Früh übe.

Darin steckt die eigentliche Botschaft. Morgen Yoga lebt nicht von Motivation, sondern von einer festen Uhrzeit und einer Gruppe, die zur selben Zeit übt. Wer die philosophische Wurzel dieser festen Praxis sucht, findet sie in der Ashtanga Serie 1. Wie derselbe Rhythmusgedanke abends und für den Schlaf wirkt, liest du unter Schlafen und Yoga.

So findest du deinen Einstieg

Du brauchst für Morgen Yoga keine perfekte Stunde, sondern eine wiederholbare. Eine feste Uhrzeit, ein paar Minuten, dieselbe Abfolge. Ob fünf Minuten oder fünfzig, entscheidend ist, dass es jeden Morgen dieselbe Zeit ist. Nach Steiners Erfahrung stellt sich dann genau das ein, was die Ulmer Gruppe morgens verbindet. Der Tag beginnt anders, und man muss sich nicht jedes Mal neu überwinden.

Morgen Yoga zur Gewohnheit machen

Der schwierigste Teil am Morgen Yoga ist selten die Übung, sondern der Weg auf die Matte. Steiner kennt das und hat sich einen einfachen Trick geschaffen. Er übt nicht allein, sondern in einer Gruppe, die sich früh trifft, physisch und online. Das gemeinsame Zeitfenster nimmt der Entscheidung die Wucht, denn man muss nicht jeden Morgen neu mit sich ringen, sondern folgt einer festen Verabredung. Genau darin liegt der Schlüssel für alle, die Morgen Yoga zur Gewohnheit machen wollen. Eine feste Zeit trägt mehr als jeder Vorsatz, und eine kurze Einheit, die wirklich stattfindet, bringt mehr als die lange, die man sich für irgendwann vornimmt. Hilfreich ist auch, die Hürde klein zu halten, die Matte am Abend bereitzulegen und sich morgens keine großen Ziele zu setzen, sondern einfach zu beginnen. Wer so anfängt, spürt nach einigen Wochen, wie sich der Rhythmus einspielt und der Start in den Tag anders gelingt. Morgen Yoga ist damit weniger eine Frage der Disziplin als der klugen Gestaltung, die das Üben leicht macht.

Häufige Fragen

Ist Morgen Yoga sinnvoll?
Dr. Ronald Steiner hält den Morgen für ideal, weil eine körperliche Aktivität zur festen Zeit den inneren Rhythmus stützt und das Intensitätslevel von Yoga gut in den frühen Tag passt. Wie stark der Effekt ist, ist individuell verschieden.

Wie lange sollte Morgen Yoga dauern?
Es gibt keine feste Dauer. Wichtiger als die Länge ist die Regelmäßigkeit. Auch wenige Minuten zur immer gleichen Zeit können einen Rhythmus setzen.

Warum übt Dr. Ronald Steiner um 6.30 Uhr?
Weil seine Ulmer Selbstpraxisgruppe zu dieser Zeit gemeinsam ein Mantra singt und dann übt. Die feste Uhrzeit und die Gruppe geben ihm Verbindlichkeit, auch wenn er müde ist.

Was, wenn ich morgens keine Energie habe?
Genau das kennt Steiner. Sein Ansatz ist, es trotzdem zur festen Zeit auf die Matte zu schaffen, statt auf Motivation zu warten. Der Anfang fällt dann leichter als das Aufraffen mittendrin.

Hinweis

Dieser Beitrag gibt die Sicht und Erfahrung von Dr. Ronald Steiner wieder und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen klär den Übungsbeginn vorab mit einer Ärztin oder einem Arzt ab. Wie eine Yoga-Praxis im Einzelfall wirkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.


Zur Episode und weiteren Beiträgen mit Dr. Ronald Steiner im pekuu audiostories Podcast: Dr. Ronald Steiner.