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Laichingen mit Kindern: Tiefenhöhle, Kletterwald, Spielplatz an einem Ort

Wer in Laichingen einen Tag mit Kindern plant, hat es leicht: Alles, was es braucht, liegt auf einem Areal.

Alexander Schneider, Vorstand im Höhlen- und Heimatverein Laichingen, beschreibt die Konstellation in einem Satz: „Nebenan hat es einen großen Spielplatz, große Spielwiese und auch der Kletterwald Laichingen ist direkt nebendran, sodass man die beiden Sachen zum Beispiel gut kombinieren kann, Kletterwald und Tiefenhöhle.“ Das ist nicht geplant entstanden. Es ergibt aber für Familien das, was Tourismus-Planer nicht hätten besser hinkriegen können.

Was ein Familientag in Laichingen sein kann

Ein gut getaktet Familienprogramm sieht so aus:

Vormittag: Tiefenhöhle. 25 bis 45 Minuten Höhlentour, je nach Tempo. Kinder finden die Schächte spannend, die Stahltreppen herausfordernd und die Information über den vierzehnjährigen Ulrich Mack, der 1892 als Erster runtergeklettert ist, oft faszinierender als die Eltern.

Mittag: Rasthaus am Höhleneingang. Getränke, kleine Speisen, selbstgebackener Kuchen.

Nachmittag: Wahl zwischen Spielplatz (gratis, viel Platz), Spielwiese (ebenfalls gratis) oder Kletterwald Laichingen (eigener Eintritt, eigener Betreiber). Wer auch noch wandern will, kann das ebenfalls direkt von dort aus.

Mit diesem Setup kann ein Familientag von zehn Uhr morgens bis sechzehn Uhr nachmittags problemlos gefüllt werden. Kinder haben sechs Stunden lang ein Programm. Eltern müssen zwischendurch nicht ins Auto steigen.

Ist die Höhle für Kinder geeignet?

Die meisten Kinder ab Kindergartenalter kommen problemlos mit. Schneider gibt keine Altersbegrenzung an, und es gibt keine offizielle Untergrenze. Was zu beachten ist:

Sechshundertzwanzig Stufen. Die Höhle ist eine Schachthöhle mit 55 Meter Höhenunterschied. Wer ein zwei- oder dreijähriges Kind dabei hat, das nicht selbst laufen kann, sollte überlegen, ob er das tragen will. Eine Kindertrage ist hilfreich, aber 620 Stufen mit einem Kleinkind auf dem Rücken sind anstrengend.

Dunkelheit. Die Höhle ist beleuchtet, aber dunkler als oben. Manche kleinen Kinder finden das spannend, andere haben Angst. Wer ein Kind hat, das sich in dunkleren Umgebungen unwohl fühlt, sollte vorher testen oder einen Plan B haben.

Klima. In der Höhle ist es kühler als draußen. Eine leichte Jacke für die Kinder ist sinnvoll, auch im Hochsommer.

Was Kinder besonders mögen

Kinder reagieren in der Tiefenhöhle oft anders als Erwachsene. Während Erwachsene die Geologie und die Tiefe wahrnehmen, fokussieren Kinder auf Details: Tropfwasser, Hall-Geräusche, die eigene Stimme, die zurückgeworfen wird, die Treppen, die nach unten in dunkles Nichts führen.

Die Entdeckungsgeschichte der Tiefenhöhle eignet sich gut zum Vor-Erzählen: 1892, Johann Georg Mack mit seinem Sand-Haufen, der über Nacht kleiner wird, und sein vierzehnjähriger Sohn Ulrich, der an einem Seil mit einer Kerze in der Hand als Erster runter klettert. Das ist eine Geschichte, die hängenbleibt.

Spielplatz und Spielwiese

Der Spielplatz neben dem Höhleneingang ist groß und mit verschiedenen Klettergeräten und Sandkasten ausgestattet. Die Spielwiese eignet sich gut für Picknicks, Frisbee, einfache Lauf-Spiele. Beides ist kostenlos zugänglich, gehört zum Höhlen-Areal und ist gepflegt, auch das ist Vereinsarbeit.

Eltern können vom Spielplatz aus den Eingang des Rasthauses überblicken und sind nicht weit von der Höhle entfernt. Wer eine Kinder-Geburtstagsfeier oder ein größeres Familientreffen plant, kann beides kombinieren: Höhle vormittags, Spielplatz nachmittags, Picknick zwischendurch.

Kletterwald nebenan

Der Kletterwald Laichingen liegt direkt neben dem Höhlen-Areal, ist aber ein eigenständiger Betrieb mit eigenen Öffnungszeiten und eigenem Eintritt. Wer beides kombinieren will, sollte vorher die Öffnungszeiten beider prüfen, sie überlappen sich in der Saison, aber der Kletterwald hat zusätzlich Wetter-Einschränkungen.

Der Kletterwald hat Parcours für verschiedene Altersgruppen, beginnend bei kleineren Kindern und bis zu schwierigen Erwachsenen-Parcours. Wer mit gemischten Altersgruppen kommt, findet für jeden eine passende Schwierigkeit.

Wann am besten kommen

Schneider gibt die Öffnungszeiten der Höhle klar an: „In der Saison täglich von 10 bis 17 Uhr 30.“ Die Saison läuft von Palmsonntag bis Ende der Herbstferien Baden-Württemberg.

Für Familien sind Wochentage außerhalb der Schulferien deutlich ruhiger als Wochenenden oder Sommerferien-Hochzeiten. Wer entspannt durch die Höhle gehen will und keinen Stress mit Wartezeiten haben will, plant einen Mittwoch im Mai oder Juni statt einen Samstag in den Sommerferien.

Bei Regen

Die Tiefenhöhle ist wetter-unabhängig. Die Temperatur drinnen schwankt das ganze Jahr in einem kleinen Bereich, Regen draußen ist im Höhlen-Inneren nicht spürbar. Das macht sie zu einem idealen Schlecht-Wetter-Plan. An regnerischen Wochenenden ist die Höhle entsprechend voller.

Wenn der Kletterwald wegen Regen geschlossen hat oder gefährlich nass ist, kann man die Höhle als Komplett-Ersatz nehmen und die Tour länger ausdehnen, durchs Rasthaus pausieren und eventuell ins Stadtzentrum von Laichingen weitergehen.

Die kurze Version

Tiefenhöhle vormittags, Kuchen im Rasthaus, Kletterwald nachmittags. Bei Regen: alles in der Höhle plus Rasthaus. Mit Kleinkindern: vorher überlegen, ob 620 Stufen mit Kindertrage realistisch sind. Mit Kindern ab 4 Jahren: meist problemlos.


Mehr zur Tiefenhöhle Laichingen, zur Tour-Dauer und zur Anfahrt im Podcast mit Alexander Schneider.