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Laichinger Tiefenhöhle Tickets: Was 30.000 Besucher tragen können

Die Laichinger Tiefenhöhle hat keine klassische Eintrittspreis-Tabelle, wie man sie von größeren Tourismus-Attraktionen kennt. Das hat einen einfachen Grund: Sie ist kein Tourismus-Konzern. Sie ist ein Verein.

Alexander Schneider, Vorstand im Höhlen- und Heimatverein Laichingen, beschreibt die Struktur direkt: „Die Laichinger Tiefenhöhle wird durch den Höhlen- und Heimatverein Laichingen in Betrieben. Das heißt, wir organisieren den ganzen Wirtschaftsdienst und Höhlendienst, haben auch festangestellte Leute unter der Woche, arbeiten, aber sonst wird alles ehrenamtlich gemacht.“

Diese Vereinsstruktur ist der Grund, warum die Tickets erschwinglich bleiben, und gleichzeitig der Grund, warum man sie am besten direkt beim Verein erfragt, statt sich auf Drittseiten zu verlassen.

Aktuelle Preise

Aktuelle Eintrittspreise stehen auf der offiziellen Website des Höhlen- und Heimatvereins unter tiefenhoehle.de sowie an der Höhlenkasse direkt. Wir verzichten hier bewusst darauf, konkrete Zahlen zu nennen, weil sich Preise ändern können, und wir wollen niemanden mit veralteten Informationen ärgern.

Was man als grobe Orientierung erwarten kann:
– Erwachsene zahlen einen moderaten Eintrittspreis im üblichen Bereich für Schauhöhlen in Deutschland
– Es gibt vergünstigte Tarife für Kinder
– Es gibt Familienkarten
– Schulklassen, Gruppen und Vereine haben gesonderte Konditionen, die sich beim Verein erfragen lassen

Der Eintritt umfasst den Audioguide. Es kommt also keine versteckte Zusatzgebühr für die Audio-Stationen in der Höhle hinzu.

Warum die Preise moderat sind

Schneider sagt eine Zahl, die das alles in Kontext setzt: „Wir haben pro Jahr ca. 30.000 Besucher. Mal mehr, mal ein bisschen weniger, aber so die 30.000.“

30.000 Besucher pro Jahr klingen nach viel, und sind es im Vergleich zu einer 11.000-Einwohner-Kleinstadt auch. Aber im Vergleich zu großen Tourismus-Attraktionen sind 30.000 eine sehr überschaubare Zahl. Die Tiefenhöhle muss nicht mit überhöhten Preisen Investorenrenditen finanzieren. Sie muss kostendeckend arbeiten und die laufenden Aufgaben tragen.

Diese Aufgaben sind nicht trivial. Schneider zählt sie auf: „Die Höhle so weit instand zu halten, dass sie für Besucher zugänglich ist, ist natürlich schon auch ein Aufwand. Man muss die Wege pflegen, also putzen und gegebenenfalls mal reparieren, bisschen instand halten. Die Beleuchtung ist ein wichtiges Thema, die muss man natürlich instand halten, weil ohne Licht haben die Besucher auch kein so cooles Erlebnis.“

Stufen, Geländer, Beleuchtung, Audiosystem, Rasthaus, Sanitäranlagen, Parkplatz, all das gehört zum Tiefenhöhlen-Betrieb. Plus die Versicherungen, plus die festangestellten Mitarbeiter unter der Woche, plus Materialkosten.

Was den Preis trägt: die Ehrenamtlichen

Der eigentliche Grund, warum die Tickets nicht teurer sein müssen, sind die Ehrenamtlichen. Schneider beschreibt die Vereinsbasis: „Der Laichinger Höhlenverein hat ca. 400 Mitglieder, einige aus Laichingen, wobei auch viele Mitglieder außerhalb von Laichingen oder vom Großraum Ulm wohnen. Aktive Mitglieder, die tatsächlich in und an der Höhle arbeiten und aktiv am Vereinsleben teilnehmen, sind ca. 60 bis 70 Leute.“

60 bis 70 aktive Vereinsmitglieder, die Wochenenddienste machen, die Kuchen backen, die Höhle warten, den Wirtschaftsbetrieb tragen. Wer ein Ticket kauft, zahlt nicht nur den Eintritt. Er finanziert mit, was 60 bis 70 Menschen ehrenamtlich aufrechterhalten.

Wo man Tickets kauft

Tickets gibt es an der Höhlenkasse direkt vor Ort. Vorher reservieren oder online buchen ist für Einzelbesucher in der Regel nicht nötig, weil die Tiefenhöhle keine festen Eintritts-Zeitfenster hat, wer ankommt, bekommt Audiogerät und Zugang.

Für Gruppen ab einer gewissen Größe lohnt sich die Voranmeldung. Vor allem Schulklassen melden sich praktisch immer im Vorfeld, damit der Verein die Audiogeräte bereithalten kann.

Wer eine größere Gruppe bringt, Familienfeier, Vereinsausflug, Firmenausflug, schreibt am besten direkt eine E-Mail an den Verein. Konditionen und Termine werden dann individuell abgesprochen.

Saisonale Begrenzung beachten

Wichtiger Punkt vor dem Ticket-Kauf: Die Tiefenhöhle hat nicht ganzjährig geöffnet. Schneider erklärt: „Die Tiefenhöhle hat saisonal geöffnet von Palmsonntag bis Ende Herbstferien Baden-Württemberg. Das hängt mit dem Fledermausschutz zusammen.“

Außerhalb dieser Saison verkauft die Höhlenkasse keine Tickets, egal wie sehr man möchte. Die Höhle ist von November bis Anfang April zu, und das ist nicht verhandelbar. Es geht um den Winterschlaf der Fledermäuse, und der ist gesetzlich geschützt.

Bezahlung vor Ort

An der Höhlenkasse wird in der Regel sowohl Bargeld als auch Karte akzeptiert. Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt Bargeld mit, vor allem für das Rasthaus, das einen ehrenamtlichen Charme hat und nicht immer technisch wie ein Großbetrieb aufgestellt ist.

Fazit

Die Tickets zur Laichinger Tiefenhöhle sind moderat im Preis, weil 60 bis 70 ehrenamtliche Vereinsmitglieder den Großteil des Betriebs tragen. Aktuelle Preise erfährt man auf tiefenhoehle.de oder direkt an der Höhlenkasse.

Ein Tipp: Wer regelmäßig kommt, kann darüber nachdenken, Vereinsmitglied zu werden. Das ist nicht nur eine Form der Unterstützung, es ist auch ein anderer Blick auf einen Ort, dessen Faszination sich kaum erschöpft.


Im Podcast pekuu audiostories erzählt Alexander Schneider, wie der Verein die tiefste Schauhöhle Deutschlands über Generationen aufgebaut hat, und warum Vereinsehrenamt mehr ist als ein steuerlicher Bonus. → Zur Episode

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