Im Freilichtmuseum Beuren am Fuß der Schwäbischen Alb gibt es zwischen alten Bauernhäusern und Streuobstwiesen etwas, das Kinder mehr begeistert als jede Ausstellung: einen Schneckengarten mit echten Weinbergschnecken. Und mittendrin manchmal Rita Goller, Schneckenzüchterin aus Münsingen-Rietheim, die den Kindern zeigt, wie man eine Schnecke streichelt.
Schneckenhäuschen malen im Freilichtmuseum Beuren
Rita Goller bietet regelmäßig Workshops im Freilichtmuseum Beuren an. Schneckenhäuschen bemalen, Schneckenrennen veranstalten, den Kindern erklären, warum die Weinbergschnecke kein Schädling ist. „Wenn man sie streichelt und sie sich dabei wohlfühlen, das ist faszinierend“, sagt Rita. Die Kinder verlieren ihre Scheu innerhalb von Minuten.
Das Freilichtmuseum Beuren hat vor einigen Jahren einen eigenen Schneckengarten aufgebaut. Rita hat ihn über Jahre mitbetreut. Heute läuft er eigenständig, und sie ist begeistert. „Die haben seit ein, zwei Jahren einen super tollen Schneckengarten aufgebaut.“
Das Museum passt perfekt zum Thema. Über 20 historische Gebäude zeigen das ländliche Leben in Württemberg. Streuobstwiesen, alte Gemüsesorten, Schafe, Ziegen, Hühner. Und eben Weinbergschnecken. Ein Ort, an dem Kinder begreifen, wie Natur und Landwirtschaft zusammenhängen.
Warum Kinder Schnecken nie wieder vergessen
Rita Goller erzählt eine Geschichte, die ihr besonders nahgeht. Ein Mädchen kam als Kindergartenkind in ihren Schneckengarten. Jahre später tauchte sie wieder auf. Inzwischen Abiturientin. „Sie hat in der Schule eine Ausarbeitung gemacht, Thema Schnecke“, erzählt Rita. Das Kindergartenerlebnis hatte sie nie losgelassen.
„Wenn das so lange in den Köpfen bleibt, dann hat es schon Sinn“, sagt Rita. Sie hat recht. Naturerlebnisse in der Kindheit prägen ein ganzes Leben. Eine Schnecke streicheln, ein Schneckenrennen gewinnen. Das vergisst kein Kind.
Bei Schneckenrennen im Museum gibt es manchmal kein Halten. „Da sind die Kinder dann, oh, meine Siegerin, ich würde sie gern mit nach Hause nehmen“, erzählt Rita. Früher gab es danach bitterböse Anrufe von Großeltern, die keine Schnecken im Garten wollten. Heute ist das anders. Der Blickwinkel hat sich gedreht.
Das Freilichtmuseum Beuren als Ausflugsziel
Das Freilichtmuseum Beuren gehört zu den Infozentren im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es liegt am Albtrauf, umgeben von Streuobstwiesen und Wanderwegen. Geöffnet von Ende März bis Anfang November, Dienstag bis Sonntag.
Für Familien mit Kindern ist der Schneckengarten ein Highlight, das in keinem Reiseführer steht. Keine Glasscheibe, kein Verbotsschild. Anfassen erlaubt. Streicheln erwünscht. Und wer Glück hat, trifft Rita Goller beim Schneckenhäuschen-Malen.
Rita Gollers Geschichte als Schneckenzüchterin gibt es im pekuu audiostories Podcast.
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