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Autodidakt: Wie ein Lehrer zum Escape Room Besitzer wurde.

Weihnachten Dezember 2018. Pascal Kaiser hatte sich ein Arduino-Set bestellt. Heute, einige Jahre später, baut er damit Escape-Rätsel. Damals war es sein erster Versuch.

„Habe für Dezember hatte ich mir dann so ein erstes Arduino Set bestellt und saß dann an Weihnachten bei meinen Eltern zu Hause und habe mit dem Steckbrett erste LEDs zum Leuchten gebracht und das mir so selber autodidaktisch beigebracht.“

Pascal Kaiser ist Lehrer in Friedrichshafen, unterrichtet Kunst, Mathematik und Technik. Daneben besitzt er Escape in Time, einen Escape Room in Ailingen. Außerdem ist er Theaterpädagoge beim Seehase Theater. Wenn man ihn fragt, wie er das alles gelernt hat, antwortet er mit einer Selbstbeschreibung, die nach Scanner-Persönlichkeit klingt.

„Meine Superkraft ist, dass ich mich in ganz viele unterschiedliche Dinge reindenken kann und in ganz viele unterschiedliche Dinge auch interessieren kann.“

Was Pascal autodidaktisch gelernt hat

Pascal hat sich Arduino-Programmierung beigebracht, weil eine Anfrage für einen Escape Room kam. An Weihnachten 2018 brachte er die ersten LEDs zum Leuchten. Er hat sich Hochzeitsfotografie angeeignet, Flyer und Logos entwickelt, alles parallel zum Hauptberuf Lehrer. Sauerteig pflegt er seit Jahren, backt Brot und Süßes wie Zimtschnecken. Seine Idee dahinter ist immer dieselbe: „Sich in ganz viele Sachen ganz lang und intensiv reinzudenken und daraus auch wieder neue Projekte zu generieren, neue Ideen für Schule, für Privat und fürs Escape [Room] zu finden.“

Was Pascal über das Selbstlernen sagt

Pascal beschreibt, was er aus dem Sauerteig-Backen über das Lernen mitgenommen hat.

„Da liegt ganz, ganz viel in der Wiederholung. Durch Wiederholung kommt unglaubliche Routine. Man kann den Teig lesen, man kann viel, viel besser damit umgehen.“

Den Teig lesen können, das ist eine Form von Wissen, die nicht in Büchern steht. Wer sich nur Bücher anliest, lernt theoretisch. Wer wiederholt, baut Praxiswissen auf. Pascal überträgt das auf seine Schul-Praxis: „Ich habe jetzt erst im Schulanteil mir ganz, ganz viel gebacken mit meinen Sechsgläser und das kann ich, weil ich ganz ganz viele Routine da drin schon habe.“

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Wie KI-Tools in autodidaktisches Lernen passen

Pascal nutzt selbst ChatGPT, vor allem für Code-Recherche bei Arduino-Projekten. Sein Blick darauf ist differenziert.

„Das ist natürlich eine unglaubliche Hilfe. Das heißt, ich kann mir Sachen anlesen und selbst wenn ich das dann wieder vergesse, ich habe innerhalb von kurzer Zeit kann ich dieses Wissen nicht abrufen, aber kann wieder darauf zurückgreifen.“

Wissen muss nicht ständig im Kopf sein, sagt Pascal, wichtig ist, dass man jederzeit wieder einsteigen kann. Pascal sagt über das, was er aus seinen Projekten zieht, er beschreibt dabei einen Flow-Zustand: „Das meiste Glück kommt, glaube ich, während ich was erstelle oder was baue.“

Pascals Eltern-Empfehlung

Pascal Kaiser ist auch Klassenlehrer, sieht in seiner sechsten Klasse täglich Kinder mit dem Handy. Sein Rat, den er allgemein an Eltern richtet, ist konsequent aus seiner autodidaktischen Praxis.

„Macht was mit euren Händen und macht was zusammen. Ich glaube dieses Handy in der Hosentasche, das ist so oft schnell in der Hand und ist eigentlich eine Barriere und eine Mauer, gemeinsam Dinge zu machen.“

Was Pascal autodidaktisch gelernt hat, hängt jedes Mal an einem konkreten Werkzeug. Steckbrett und LED beim Arduino-Einstieg. Linolplatte und Schneideisen in der Schule. Teig in der Küche. Walkie-Talkie im Escape Room.