Biosphärengebiet Schwäbische Alb – Wo eine Schneckenzüchterin die Ruhe zeigt

·

Rita Goller führt seit Jahren Reisegruppen über die Schwäbische Alb. Als Kulturlandschaftsführerin und Biosphärenbotschafterin kennt sie jeden Aussichtspunkt, jede stille Ecke. Und sie kennt die Reaktion, die fast alle Besucher zeigen: Überraschung. „Sie haben das nicht so gesehen, unsere Alb, die wirklich einmalig ist“, hört Rita immer wieder. Viele kommen ein zweites, drittes Mal.

Das Biosphärengebiet, das keiner auf dem Schirm hat

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist seit 2009 UNESCO-anerkannt. 85.000 Hektar, 29 Gemeinden, drei Landkreise. Es ist das größte Großschutzgebiet Baden-Württembergs. Und trotzdem steht es im Schatten des Schwarzwalds.

„Wir haben immer noch ein bisschen, gegenüber dem Schwarzwald, ein Schwarzwald hat ein anderes Ansehen“, sagt Rita. Aber das ändert sich. Die UNESCO-Anerkennung zieht Besucher an. Viele kommen vom Bodensee, auf der Suche nach Ruhe. Und die finden sie hier tatsächlich.

Was Rita meint, wenn sie von Ruhe spricht: Man kann sich hinsetzen und hört nichts. Keine Straße, kein Flugzeug. Nur Vögel und Wind. „Man muss die Ruhe nicht suchen, man kann sich einfach hinsetzen und man hat auch wirklich die Ruhe um sich herum.“

Höhlen, Burgen, Aussichten im Biosphärengebiet

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist höhlenreichste Region Deutschlands. Dazu kommen Burgen, Klöster, der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen mit seiner Aussichtsplattform Gänsewag. Bei klarem Wetter sieht man die Alpen.

Rita schwärmt vom Hohengundelfingen, einem Aussichtspunkt mit Panoramablick. Vom Albplateau, das von Tälern durchzogen ist. Von Wacholderheiden und Streuobstwiesen. „Wir haben eine sehr abwechslungsreiche Region und man kann hier viel machen.“

Wandern, Radfahren, einfach dasitzen. Das Biosphärengebiet eignet sich für alle drei Varianten. Es gibt prämierte Wanderwege, Radrouten durch das Große Lautertal, und Bänke an Stellen, wo man niemanden trifft.

Rita Goller als Botschafterin des Biosphärengebiets

Rita ist nicht nur Schneckenzüchterin. Sie ist Alb-Guide, Trüp-Guide und Biosphärenbotschafterin. Sie führt Gruppen über den ehemaligen Truppenübungsplatz, durch das Große Lautertal, zu den Aussichtspunkten auf dem Albtrauf.

Ihr Schneckengarten in Münsingen-Rietheim ist ein Stück gelebtes Biosphärengebiet. Naturschutz, Tradition, Bildung. Alles an einem Ort. Schulklassen lernen dort, dass die Weinbergschnecke mehr ist als ein Gartenärgernis. Und Erwachsene lernen, dass die Schwäbische Alb mehr ist als ein Zwischenstopp auf der A8.

„Wenn man dann von der Hektik ein bisschen runterkommen kann, das ist einfach schön“, sagt Rita. Das ist kein Werbespruch. Das ist die Erfahrung einer Frau, die ihr ganzes Leben auf dieser Alb verbracht hat und immer noch staunen kann.


Rita Gollers Geschichte und ihre Liebe zur Schwäbischen Alb gibt es im pekuu audiostories Podcast.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert