Purinarm essen
Gicht tut weh. Und wer einmal einen Anfall hatte, will keinen zweiten. Die Ursache ist zu viel Harnsäure im Blut, die sich als Kristalle in den Gelenken ablagert. Harnsäure entsteht, wenn der Körper Purin abbaut. Und Purin steckt in vielen eiweißreichen Lebensmitteln: Fleisch, Innereien, manche Fische, bestimmte Hülsenfrüchte.
Purinarm essen bedeutet, diese Quellen zu reduzieren. Aber Eiweiß braucht der Körper trotzdem. Und hier wird es für viele Gichtpatienten schwierig: Woher das Protein nehmen, wenn die klassischen Quellen Purinbomben sind?
Linda Kelly hat eine Antwort, die sie bei Hofführungen und Verkostungen immer wieder gibt. „Wenig Purin, was bei Gicht interessant ist“, sagt sie über ihre Süßlupine. Ein Satz, der bei Betroffenen aufhorchen lässt.
Was die Süßlupine besonders macht
Die Süßlupine hat im Vergleich zu vielen anderen Hülsenfrüchten und tierischen Eiweißquellen einen niedrigen Puringehalt. Gleichzeitig liefert sie viel hochwertiges Eiweiß mit allen essentiellen Aminosäuren. Für Menschen, die purinarm essen müssen, ist das eine seltene Kombination.
Fleisch? Viel Purin. Linsen? Moderat, aber nicht niedrig. Soja? Ebenfalls moderat. Die Süßlupine liegt deutlich unter den meisten Vergleichslebensmitteln. Wer purinarm essen will, ohne auf Eiweiß zu verzichten, hat mit der Lupine eine Option, die beide Anforderungen erfüllt.
Linda Kelly zählt die weiteren Vorteile auf: „Sehr viel Eiweißanteil, wenig Kohlenhydrate. Sie ist basisch, hat alle essentiellen Aminosäuren.“ Basisch ist dabei ein Schlüsselwort, denn ein übersäuerter Körper scheidet Harnsäure schlechter aus.
Wie man die Lupine bei Gicht einsetzen kann
Purinarm essen ist kein Projekt, sondern eine tägliche Entscheidung. Die Lupine lässt sich dabei einfach einbauen. Lupinenmehl ersetzt zwanzig Prozent des Weizenmehls beim Backen. „Schon hat man mehr Eiweiß, einen elastischeren Teig“, sagt Linda Kelly. Das Brot schmeckt nussiger und bringt Protein, ohne den Purinwert hochzutreiben.
Lupinenschrot als Bolognese ersetzt Hackfleisch, das eine der purinreichsten Alltagsquellen ist. Linda Kelly: „Lupinenschrot in Tomatensauce kochen, dann ist es wie eine Bolognese mit Lupinen.“ Lupinenflocken im Müsli ersetzen eiweißarme Haferflocken. Und der Lupinenkaffee ist basisch und hat ebenfalls wenig Purin.
Auch die Lupinenwürze ist eine Überlegung wert. Statt Sojasauce, die moderat Purin enthält, gibt man ein paar Tropfen der fermentierten Lupinenwürze ans Essen. Sechs Monate Fermentation für den Umami-Geschmack, und der Puringehalt ist niedrig.
Basisch und blutzuckerfreundlich
Die Vorteile der Süßlupine beim purinarmen Essen gehen über den Puringehalt hinaus. „Sie ist basisch“, sagt Linda Kelly. Ein übersäuerter Körper scheidet Harnsäure schlechter aus. Basische Lebensmittel unterstützen die Ausscheidung. Die Lupine wirkt also doppelt: weniger Purin rein, bessere Harnsäure raus.
Dazu kommt der niedrige glykämische Index. „Sie lässt den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen.“ Für Gichtpatienten, die häufig auch metabolische Probleme haben, ist das ein weiterer Pluspunkt.
Keine Selbstmedikation
Purinarm essen ersetzt keinen Arztbesuch. Wer Gicht hat oder einen Gichtanfall hatte, braucht ärztliche Betreuung und möglicherweise Medikamente. Die Ernährung ist ein Baustein, nicht die ganze Therapie.
Aber ein Baustein, der jeden Tag wirkt. Und wenn dieser Baustein gleichzeitig gut schmeckt, regional wächst und auf einem Biolandhof am Bodensee hergestellt wird, dann ist purinarm essen keine Strafe, sondern eine Entdeckung.
Mehr über Linda Kelly im pekuu audiostories Podcast.
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