„Wenn ein Gin nicht nach Wacholder schmeckt, dann ist es kein Gin.“ Wenn Moritz Steinhauser das bei einer Verkostung in Lindau sagt, ist das nicht nur die Definition seines SeeGin, sondern auch der Test für jeden Cocktail, den der Gin mitmacht. Beim Bramble Cocktail muss sich der Wacholder gegen Brombeer-Likör durchsetzen. Brombeere ist süß, dunkel, fruchtig. Wer den falschen Gin verwendet, hat einen Brombeer-Drink im Glas, in dem der Gin nur als Alkohol-Träger fungiert. Beim SeeGin mit 48 Volumenprozent passiert das nicht.
Der Bramble Cocktail wurde 1984 von Dick Bradsell in der Soho Bar Fred’s Club in London erfunden. Heute ist er ein moderner Klassiker. Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Eis. Obendrauf Brombeer-Likör (Creme de Mure), der über Crushed Ice träufelt und sich farblich von dunkel-violett nach oben heller verteilt. Optisch ein Brombeer-Wasserfall im Glas.
Was den Bramble prägt
Vier Komponenten. Gin als Basis. Zitronensaft für die Säure. Zuckersirup für eine leichte Süße. Creme de Mure als Schwimmer, der den Drink farblich und geschmacklich prägt.
Verhältnis klassisch: 5 cl Gin, 2,5 cl Zitronensaft, 1,5 cl Zuckersirup, 1,5 cl Creme de Mure. Das ergibt einen ausgewogenen Drink.
Wichtig ist Crushed Ice. Der Bramble lebt davon, dass das gestossene Eis dem Brombeer-Likör eine Oberfläche gibt, an der er sich abwärts arbeitet. Das ist nicht nur Optik, es ist auch geschmacklich relevant. Mit großen Eiswürfeln wird der Bramble flacher.
Warum der SeeGin in den Bramble passt
Brombeer-Likör ist eine starke Geschmacks-Präsenz. Bei vielen 37,5er-Gins wird der Gin-Charakter vom Brombeer-Likör überlagert. Was im Glas steht, ist Brombeere mit Gin-Hauch.
Beim SeeGin mit 48 Volumenprozent und klarer Wacholder-Linie ist das anders. Der Wacholder trägt durch die Brombeer-Schicht hindurch. Im Mund kommt zürst Brombeere (durch den Schwimmer), dann Wacholder, dann die Zitronen-Säure. Drei Schichten, alle klar erkennbar.
Das Rezept
Pro Bramble:
5 cl SeeGin.
2,5 cl frisch gepresster Zitronensaft.
1,5 cl Zuckersirup.
1,5 cl Creme de Mure (Brombeer-Likör).
Crushed Ice.
Garnitur: frische Brombeeren, Zitronenscheibe oder Zitronenzeste.
Die Zubereitung
Tumbler oder Old-Fashioned-Glas vorkühlen. Wasser ausgießen.
SeeGin, Zitronensaft und Zuckersirup in den Shaker geben. Eis dazu. Shaken für 10 Sekunden, bis kalt.
Doppelt abseihen ins Glas. Das Glas wird etwa zur Hälfte gefüllt.
Glas mit Crushed Ice auffüllen. Bis über den Rand. Das Crushed Ice ist das tragende Element.
Die Creme de Mure langsam über das Crushed Ice träufeln. Nicht hineinmischen. Der Brombeer-Likör soll sich von oben nach unten durch das Eis arbeiten und farbliche Schichten bilden.
Frische Brombeeren obendrauf legen. Eventüll eine Zitronenscheibe seitlich. Mit Strohhalm servieren.
Was Crushed Ice anders macht
Crushed Ice schmilzt schneller als große Eiswürfel. Beim Bramble ist das gewünscht. Die langsame Verdünnung während des Trinkens verändert den Drink. Anfangs ist er konzentriert, am Ende leichter. Wer im Hochsommer einen Bramble trinkt, hat über zwanzig Minuten verschiedene Geschmacks-Phasen.
Crushed Ice geht in jedem Haushalt: Eiswürfel in ein sauberes Geschirrtuch packen, mit dem Nudelholz oder einem Topflappen drüberklopfen. Fertig.
Variation: Bramble mit anderen Beeren
Das Original ist mit Creme de Mure (Brombeere). Es gibt aber Varianten mit anderen Beeren-Likören.
Creme de Cassis (Schwarze Johannisbeere): gibt eine intensivere, leicht säuerliche Note.
Creme de Framboise (Himbeere): heller, süßer, eher fruchtig als waldig.
Creme de Myrtille (Heidelbeere): dunkel, weich, leicht herb.
Alle funktionieren mit dem SeeGin. Das Ergebnis ist jeweils ein eigener Drink, nicht mehr genau der Bramble, aber in derselben Familie.
Wann der Bramble passt
Klassisch ein Sommer-Cocktail. Crushed Ice, fruchtig, erfrischend. Im Juli und August auf der Terrasse ein guter Begleiter.
Auch als Aperitif für feierliche Anlässe. Der Bramble sieht im Glas hervorragend aus, mit dem Brombeer-Verlauf von dunkel nach hell.
Weniger als After-Dinner-Drink. Zu leicht, zu fruchtig. Da passt ein Negroni oder ein Manhattan besser.
Wer Steinhauser ist
Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Beim SeeGin hat Steinhauser 2014 in London die IWSC-Trophy zum weltweit besten London Dry Gin geholt. Im Sortiment Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin, Rubo-Rum, Obstbrände, Wein, Brandy, Liköre.
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