„Brennen tun wir seit 1828.“ Wenn Moritz Steinhauser den Satz ausspricht, verbirgt sich dahinter ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte. 1828 war Württemberg ein Königreich, das Brennrechte staatlich vergab. Wer im 19. Jahrhundert eine Brennerei betreiben wollte, brauchte die offizielle Erlaubnis. Wer sie bekam, hatte etwas, das in der Familie über Generationen bleiben konnte. Die Steinhausers bekamen sie 1828. Damals stand der Hof noch in Gartnau, einer Nebenortschaft von Kressbronn. Heute, fast 200 Jahre später, ist das Brennrecht immer noch ein Teil der Familien-Identität.
Brennrecht in Deutschland ist heute nicht mehr das, was es 1828 war. Aber es gibt noch immer Brennereien, die mit alten Brennrechten arbeiten und davon profitieren. Steinhauser gehört dazu.
Was Brennrecht historisch war
Im 19. Jahrhundert war das Brennen von Alkohol staatlich reguliert. Wer brennen wollte, brauchte eine Lizenz. Diese Lizenz war oft an einen Hof oder eine Familie gebunden. Sie konnte vererbt werden, aber nicht einfach übertragen werden.
Das Brennrecht 1828 für Steinhauser war eine solche Lizenz. Sie erlaubte der Familie, am Hof in Gartnau Spirituosen aus dem eigenen Obst herzustellen. Das war zur damaligen Zeit eine wirtschaftlich relevante Erlaubnis. Wer Obstbau hatte, konnte das Obst, das nicht frisch verkauft wurde, in Brand verwandeln und so verwerten.
Was Brennrecht heute bedeutet
Heute ist das Brennen von Alkohol in Deutschland staatlich anders geregelt. Es gibt Abfindungsbrennereien (mit begrenztem Brennrecht, üblich für kleine landwirtschaftliche Brennereien), Verschlussbrennereien (mit größeren Mengen, stärkerer steuerlicher Kontrolle), gewerbliche Brennereien. Die genauen Regeln ändern sich periodisch und werden über das Branntweinmonopol-Gesetz oder Folgevorschriften geregelt.
Steinhauser führt das Brennrecht als Tradition mit. Was 1828 der staatliche Erlaubnisakt war, ist heute Identitätsmerkmal. Wenn die Familie sagt „seit 1828“, meint sie die ununterbrochene Linie der Brennerei-Familie, nicht eine immer gleich geltende Lizenz.
Was Steinhauser von anderen unterscheidet
Drei Punkte sind besonders.
Erstens die Dauer. 197 Jahre Familienbetrieb sind in Deutschland selten. Viele alteingesessene Brennereien haben Eigentümerwechsel hinter sich, sind in Konzern-Strukturen eingegangen oder haben Generationsabbrüche erlebt. Steinhauser hat sechs Generationen ohne Bruch durchgehalten.
Zweitens die Vielfalt. Was Steinhauser im Sortiment hat, reicht von klassischen Obstbränden über Wein, Whisky, Gin, Rum bis hin zu Brandy und Likör. Wenige Brennereien decken eine solche Spannweite aus eigener Hand ab. Bei Steinhauser ist es Folge der sechs Generationen, die sich stetig erweitert haben.
Drittens die Region. Am Bodensee gibt es viele Brennereien, aber wenige mit Brennrecht seit dem frühen 19. Jahrhundert. Steinhauser ist eine der Familien, die diese alte Linie hat. Was Kontinuität betrifft, ist die Familie in der Bodensee-Region eine Referenz.
Wer Steinhauser ist
Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge.
Im Sortiment Obstbrände (Williams Nummer 1, Bodensee-Diesel, Kirsche, Mirabelle, Zwetschge, Quitte), Wein aus der Kressbronner Berghalde, Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin (IWSC-Trophy 2014 zum weltweit besten London Dry Gin), Rubo-Rum, 20-jähriger Brandy aus dem Opa-Fass, Liköre.
Was 1828 für das Marketing bedeutet
Wenn Steinhauser „seit 1828“ auf das Etikett schreibt, ist das nicht ausschmückendes Marketing, sondern Familienüberlieferung. Die Vorfahren haben das Brennrecht erhalten, über sechs Generationen weitergegeben, und Moritz mit seinem Bruder tragen es heute. Die Zahl 1828 ist eine Ankerung in der Familiengeschichte.
Im Vergleich zu Spirituosenmarken mit kürzerer Geschichte ist 1828 ein Argument. Wer einen Brigantia-Whisky kauft, kauft nicht ein Produkt eines Start-ups, sondern eines Familienbetriebs mit 197 Jahren Linie.
Was 2028 wichtig wird
2028 sind es 200 Jahre Steinhauser. Im gleichen Jahr 20 Jahre Brigantia. Der erste 18-jährige Brigantia könnte 2028 herauskommen. Die Triple-Jubiläums-Aufstellung steht.
Wer 2028 eine Steinhauser-Flasche kauft, kauft eine Marke mit zweihundertjähriger Familien-Brennlinie.
Mehr über Brennrecht und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.
