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Rubo. Der erste Rum vom Bodensee

2017 sind Moritz Steinhauser und ein paar Kollegen vom Verband Sliis auf Rumreise gegangen. Karibik. Sie wollten sehen, wie Rum eigentlich gemacht wird. Wer das Produkt nur aus deutschen Bars kennt, hat einen Teil der Geschichte verpasst. In den Erzeugerländern fängt der Prozess mit Zuckerrohr an, das in der Sonne wachsen muss, dann mit Melasse, die als Nebenprodukt der Zuckerproduktion anfällt. Wer eine Rumreise mitmacht, sieht alles. Felder, Mühlen, Fässer, Lager.

Vier Jahre später, 2021, kam der Rubo auf den Markt. Der erste Rum vom Bodensee aus dem Hause Steinhauser. Zuckerrohrmelasse aus Guatemala, vor Ort in Kressbronn gebrannt. Rum mit deutscher Brennerei-Hand, aber karibischer Rohstoff-Basis.

Was den Rubo prägt

Drei Punkte heben den Rubo vom Standard-Rum ab.

Erstens der Rohstoff. Steinhauser bezieht Zuckerrohrmelasse direkt aus Guatemala. Melasse ist das, was bei der Zuckerproduktion übrig bleibt, ein zäher, süßer, sehr aromatischer Sirup. Aus diesem Material wird Rum traditionell gemacht. Die guatemaltekische Melasse hat einen eigenen Charakter, mit warmer Tiefe und einer leichten Karamell-Linie.

Zweitens die Brennung. Was in Guatemala oft auf großindustrieller Skala läuft, macht Steinhauser handwerklich. Die Melasse wird in Kressbronn weiterverarbeitet, vergärt, destilliert, gereift. Das ist nicht klassische Rum-Brennerei in einem Erzeugerland, sondern Rum-Brennerei in einer deutschen Bodensee-Brennerei.

Drittens die Erfahrung der Familie. Steinhauser hat sechs Generationen Edelbrand-Erfahrung. Was die Familie bei Williams und Whisky aufgebaut hat, kommt dem Rubo zugute. Die Brennführung, die Mittellauf-Schnitte, die Reifezeit-Entscheidungen sind im Haus etabliert.

Wer Steinhauser ist

Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge. Im Sortiment Obstbrände (Williams Gold-Willi, Apfel Bodensee-Diesel, Kirsche, Mirabelle, Zwetschge, Quitte), Wein aus der Kressbronner Berghalde, Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin (IWSC-Trophy 2014 zum weltweit besten London Dry Gin), Brandy, Liköre und Rubo seit 2021.

Wie der Rubo entstanden ist

Moritz erzählt die Vorgeschichte gern. „2017 haben wir uns entschieden mit Kollegen vom Sliis auf Rumreise zu gehen, auch zu schauen, wie man eigentlich Rum herstellt.“ Vorher hatte die Familie schon Messe-Erfahrung im Spirituosenbereich, aber Rum stand nicht im Sortiment. Die Reise war Recherche und Entscheidung in einem.

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Nach der Rückkehr begann der Aufbau. Lieferanten in Guatemala für die Zuckerrohrmelasse. Anpassung der Brennanlage für Rum-spezifische Vergärung. Tests und Iterationen. Vier Jahre später, 2021, kam der Rubo offiziell.

Wie der Rubo schmeckt

Karamell-Linie im Vordergrund, das ist die Melasse. Dahinter eine warme Süße, leicht erdig, mit Tropenfrucht-Anklängen. Im Mund kommt zürst die Süße, dann eine würzige Mittellinie, im Abgang Karamell und Vanille.

Rubo ist nicht der schwere, schwarze Rum, den man aus karibischen Klischees kennt. Er ist heller, eleganter, mit deutscher Brennerei-Präzision. Wer einen kräftigen Pirat-Rum sucht, ist hier falsch. Wer einen Rum mit Charakter und Klarheit sucht, ist richtig.

Wie der Rubo getrunken wird

Pur, im Schwenker oder kleinen Tumbler bei 18 bis 20 Grad. Rum verträgt eine etwas höhere Trinktemperatur als die meisten Edelbrände, weil seine Aromatik sich erst bei Wärme voll entfaltet.

In Cocktails. Rubo eignet sich für Daiquiri, Mai Tai, Cuba Libre. Wer einen klassischen Daiquiri mit Rubo macht, hat einen Cocktail mit deutscher Bodensee-Note in der Basis.

Auch als Begleitung zu Schokolade-Desserts (Schoko-Mousse, Schoko-Cake). Die Karamell-Linie des Rubo trifft auf die Bitterstoffe der Schokolade und ergibt eine schöne Balance.


Mehr über den Rubo, die Rumreise und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.