Im Whisky-Stadl auf dem Steinhauser-Anwesen in Kressbronn liegen unter einem hundertjährigen Allgäuer Holzdach Whiskyfässer, von denen das älteste 2010 befüllt wurde. Daneben, in einer Halle im Industriegebiet, der Rest der 2000 Fässer, weil das Anwesen im Außenbereich liegt und nicht weiter bebaut werden durfte. Aus diesem Bestand kommt der Brigantia, in mehreren Reifevarianten. Im Whisky Highball geht es um den, der die meisten Tage im Glas überlebt: die Standard-Variante, Multi-Cask, ausgewogen, nicht zu spitz, nicht zu rund.
Der Whisky Highball ist in Japan zum nationalen Cocktail geworden. Suntory hat ihn in den 2000ern systematisch propagiert. Heute ist er weltweit verbreitet. Im Kern: Whisky, Soda, Eis, mehr nicht. Die Einfachheit ist die Pointe.
Was den Highball prägt
Drei Komponenten. Whisky, kohlensäurehaltiges Wasser, Eis. Optional eine Zitronenzeste. Verhältnis klassisch 1:4 (1 Teil Whisky auf 4 Teile Soda). Manche japanische Bars gehen auf 1:3, was kompakter ist. Wer einen leichten Sommer-Highball will, kann auf 1:5 gehen.
Was den Highball gut macht, ist die Klarheit der Komponenten. Der Whisky behält seinen Charakter, das Soda gibt Frische und Kohlensäure, das Eis kühlt ohne zu sehr zu verdünnen.
Welcher Brigantia für den Highball
Brigantia Multi-Cask (Standard) passt am besten. Das Profil ist ausgewogen, nicht zu süß, nicht zu trocken. Im Highball mit Soda trägt sich der Whisky-Charakter durch, ohne dass der Drink unausgewogen wird.
Brigantia Sherry Cask funktioniert auch. Die Sherry-Cask-Aromen (Nougat, Trockenfrüchte) sind im Highball etwas zarter wahrnehmbar als pur, geben dem Drink aber eine warme Tiefe.
Brigantia Peat Lake im Highball wird zum rauchigen Sommerdrink. Mancher mag das, andere finden den Rauch im Highball zu präsent. Sache des persönlichen Geschmacks.
Das Rezept
Pro Highball:
3 cl Brigantia Multi-Cask.
12 cl Sodawasser (frisch geoeffnet).
Eis.
Garnitur: Zitronenzeste.
Die Zubereitung im japanischen Stil
Es gibt eine etablierte Reihenfolge in japanischen Bars, die den Highball besonders gut macht.
Erstens: Highball-Glas (lang, schmal) vorkühlen. Eine Minute mit Eis und Wasser stehen lassen. Wasser ausgießen.
Zweitens: Eis ins kalte Glas. Klassisch ein einziger großer Eiswürfel oder eine Eis-Sphere, die das Glas zu zwei Dritteln füllt. Alternativ mehrere große Würfel.
Drittens: Brigantia über das Eis gießen. Das Eis kühlt den Whisky leicht herab.
Viertens: Mit einem langen Löffel den Whisky einmal kurz umrühren. Etwa zehnmal. Das kühlt den Whisky weiter ab.
Fünftens: Sodawasser einlaufen lassen. Wichtig: langsam, am Glasrand entlang, damit die Kohlensäure nicht zu schnell entweicht. Frisch geoeffnetes Soda hat mehr Kohlensäure als Soda, das schon eine Weile offen war.
Sechstens: Mit dem Löffel von unten nach oben durchziehen, einmal. Nicht rühren, nur einmal durch.
Siebtens: Zitronenzeste über dem Glas auspressen, dann am Glasrand abreiben und reinwerfen.
Warum das gut funktioniert
Der Highball lebt von der Kohlensäure. Wer das Soda zu schnell einfüllt, hat einen halben Liter platten Whisky-Wasser-Mix. Wer es richtig macht, hat einen prickelnden Drink, in dem der Whisky-Charakter klar erkennbar bleibt.
Beim Brigantia Multi-Cask geht es darum, dass die Bodensee-Reifung im Highball noch durchkommt. Heisse Sommer, milde Winter, das Klima am Bodensee macht aktive Fässer. Der Whisky ist intensiver als ein gleichaltriger Highland-Whisky. Im Highball mit reichlich Soda gibt das einen Drink, in dem trotzdem ein Bodensee-Profil schmeckbar ist.
Wann der Highball passt
Klassisch zum Essen. In Japan ist der Highball der Standard-Begleiter zu Yakitori, Sushi, Tempura. Die Kohlensäure putzt den Gaumen zwischen den Gängen.
Auch als Sommerdrink für warme Tage. Leichter als der pure Whisky, mit weniger Alkohol pro Glas (etwa 7 Volumenprozent gegen 40 bis 45 beim puren Whisky).
Weniger geeignet als After-Dinner-Drink, wenn man kompakt genießen will. Da ist ein Brigantia pur oder ein Rusty Nail die bessere Wahl.
Wer Steinhauser ist
Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Brigantia seit 2008, 2024 vom Verband der Deutschen Whisky-Brenner als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet. Über 2000 Whiskyfässer im Lager, das älteste von 2010. Im Sortiment Brigantia in mehreren Varianten, dazu SeeGin, Rubo-Rum, Obstbrände, Wein, Brandy, Liköre.
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