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Der Whisky-Stadl. Ein hundertjähriger Holzstadl vom Allgäu

Wer aus dem Ladengeschäft in Kressbronn rausgeht, hat direkt den Whisky-Stadl im Blick. Über hundert Jahre alt, ein Holzstadl, der irgendwo im Allgäu gestanden hat, bevor er Stück für Stück abgebaut, transportiert und am heutigen Steinhauser-Standort wieder aufgebaut wurde. Drumherum Zypressen, die Moritz Steinhauser einmal als toskanisches Flair beschrieben hat. Dahinter die Berghalde-Reben, weiter hinten die Apfel- und Birnenplantagen. Im Inneren liegen Whiskyfässer. Wenn die Kressbronner Blasmusik bei einer Veranstaltung im Stadl spielt, mischen sich Holz, Whisky und Trompeten zu einer Atmosphäre, die kein neugebauter Reifekeller je nachstellen könnte.

Der Whisky-Stadl ist nicht nur Lagerort für Brigantia-Fässer. Er ist Teil der Steinhauser-Identität. Hier was das Gebäude ausmacht und warum es bei Führungen ein zentraler Punkt ist.

Wer Steinhauser ist

Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge. Im Sortiment Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin (IWSC-Trophy 2014 zum weltweit besten London Dry Gin), Rubo-Rum, Obstbrände, Wein aus der Kressbronner Berghalde, Brandy, Liköre.

Woher der Stadl kommt

Der Whisky-Stadl ist nicht am Standort gebaut, sondern übersiedelt. Ein alter Holzstadl aus dem Allgäu wurde abgebaut, die Balken nummeriert, am Bodensee wieder zusammengefügt. Solche Translokationen sind in der südwestdeutschen Region nicht ungewöhnlich, aber selten dokumentiert. Was Steinhauser an Holzbau-Substanz hat, ist ein Stück Allgäuer Baukultur, das auf Bodensee-Boden weiterlebt.

Das Alter des Stadls liegt über hundert Jahre. Wer durch die offene Tür geht, riecht das alte Holz, sieht die geschwärzten Balken, die patinierten Bretter. Solche Bauten haben eine eigene Akustik und ein eigenes Klima, das mit modernem Industrie-Bau nicht zu vergleichen ist.

Was der Stadl für den Whisky bedeutet

Whisky reift im Fass, aber das Fass steht in einem Raum. Welcher Raum, hat Einfluss auf die Reifung. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation, alles wirkt auf das Fass und auf das Destillat.

Der Whisky-Stadl gibt mildere Bedingungen als ein klimatisierter Industrie-Reifekeller. Im Sommer wird es im Stadl warm, im Winter kühl. Die Temperatur schwankt mehr, was die Whisky-Reifung lebendiger macht. Das Holz atmet, die Fässer folgen den klimatischen Veränderungen.

Diese aktive Reifung ist Teil des Brigantia-Charakters. Wer einen schottischen Highland-Whisky kennt (der in oft kühleren, stabileren Bedingungen reift) und einen Brigantia danebenstellt, sieht die Bodensee-Aktivität. Ein Brigantia wirkt manchmal älter als sein nominales Alter, weil die warmen Bodensee-Sommer den Reifungsprozess beschleunigen.

Wo der Rest der Fässer steht

Steinhauser hat über 2000 Whiskyfässer im Lager. Der Whisky-Stadl alleine fasst nicht alle. Ein Teil der Fässer steht in einem Außenstandort im Industriegebiet. Der Standort in Kressbronn liegt im Außenbereich, abgelegen zwischen Plantagen, und durfte nicht weiter bebaut werden. Der Whisky-Stadl bleibt das emotionale Zentrum des Lagers, aber die Mengen sind größer als das Gebäude.

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Das älteste Fass ist von 2010. 2028 wird der erste 18-jährige Brigantia auf den Markt kommen können. Im gleichen Jahr feiert die Familie 200 Jahre Steinhauser, 20 Jahre Brigantia.

Was Veranstaltungen im Stadl machen

Wenn die Kressbronner Blasmusik bei einer Veranstaltung spielt, ist der Stadl die Hauptbühne. Holz, Musik, Whisky-Verkostung, alles in einem Raum. Die Akustik des alten Holzgebäudes trägt die Blechblasmusik gut, die Atmosphäre wird greifbar.

Solche Events haben Steinhauser bei der Brigantia-Premiere am 11.11.2011 um 11:11 Uhr begleitet. Die ersten 111 Flaschen wurden an Erwerber verteilt, mit Dudelsackmusik dazu. Es war eine Familienveranstaltung, aber mit kompletter Choreographie. Der Whisky-Stadl spielt bei solchen Anlässen die zentrale Rolle.

Was bei Führungen geschieht

Wer eine Whisky-Tour bei Steinhauser bucht, kommt am Whisky-Stadl vorbei. Ein Stück Erklärung, ein Schritt ins Innere, ein Blick auf die Fässer. Wer Glück hat, sieht ein Spundloch von der Nähe, schmeckt den Verdunstungsschatten in der Luft.

Anschließend kommt oft die Aroma-Bar. Verschiedene Aroma-Proben (Nougat, Rauch, Vanille) stehen zum Anriechen bereit. Danach das Brigantia-Glas. Was im Stadl reift, kommt im Glas an.

Wo der Whisky-Stadl steht

In Kressbronn, auf dem Steinhauser-Anwesen. Wer von Kressbronn-Zentrum kommt, muss in Richtung Kressbronn fahren. Adressdaten sind über die Steinhauser-Website verfügbar. Tourbuchung über das Online-Buchungssystem oder per Mail.


Mehr über den Whisky-Stadl und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.