„2024 wurden wir vom Verband der Deutschen Whisky-Brenner zu Deutschlands bester Whisky-Destillerie ausgezeichnet.“ Wenn Moritz Steinhauser den Satz bei Führungen erwähnt, kommt er meist ohne Pathos. Es ist eine Information unter anderen, ein Hinweis auf das, was die Familie im Brigantia-Bereich erreicht hat. Was die Auszeichnung praktisch bedeutet, ist mehr als nur eine Urkunde. Es ist die Bestätigung durch die deutsche Whisky-Branche selbst, dass Brigantia im Vergleich der deutschen Whisky-Destillerien als Spitze gilt.
Eine andere Anekdote untermauert das. Bei einer ISW-Blindverkostung war ein Jury-Mitglied so sicher, dass der Whisky im Glas von der Insel komme, dass er nach der Auflösung verblüfft war. In Wirklichkeit lag dort ein Brigantia. Bodensee statt Islay.
Was der Verband der Deutschen Whisky-Brenner ist
Der Verband der Deutschen Whisky-Brenner ist die Interessenvertretung der deutschen Whisky-Produzenten. Er bietet eine Plattform für Branchenmitglieder, organisiert Verkostungen, vergibt Auszeichnungen, führt Qualitäts-Diskussionen.
Wer in Deutschland Whisky brennt, kann Mitglied werden. Die Branche ist vergleichsweise klein, aber sie wächst. Wer im Verband eine Auszeichnung bekommt, hat in einer fachlich kompetenten Jury Bestand gefunden. Es ist eine Branchenanerkennung, keine Marketing-Veranstaltung.
Was die Auszeichnung 2024 bedeutet
Steinhauser wurde zu „Deutschlands bester Whisky-Destillerie“ gekürt. Das ist die höchste Ehrung, die der Verband vergibt. Vergeben wird sie nach Begutachtung der gesamten Brennerei-Leistung, nicht nur einer einzelnen Abfüllung.
Was bewertet wird: Konsistenz der Produkte, handwerkliche Qualität, Innovationskraft, Lager- und Reifebedingungen, Kontinuität über Jahrgänge hinweg. Eine Destillerie, die einen einzelnen guten Whisky hat, kommt nicht in Betracht. Eine Destillerie, die über ihre Bandbreite konstant hochwertig liefert, hat eine Chance.
Steinhauser hat im Brigantia-Sortiment mehrere Reifevarianten. Sherry Cask Vollreifung, Brigantia Peat Lake mit Eilerfass-Reifung, Multi-Cask, Single-Cask-Abfüllungen. Was bei der Verband-Auszeichnung 2024 honoriert wurde, ist die Bandbreite und Konstanz über dieses Sortiment hinweg.
Wer Steinhauser ist
Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge.
Im Sortiment Brigantia-Whisky in mehreren Varianten, dazu SeeGin (IWSC-Trophy 2014 zum weltweit besten London Dry Gin), Rubo-Rum, Obstbrände (Williams Nummer 1, Bodensee-Diesel und andere), Wein aus der Kressbronner Berghalde, 20-jähriger Brandy aus dem Opa-Fass, Liköre.
Was die ISW-Anekdote dazu sagt
Die International Spirits Award (ISW) ist eine große Verkostung im deutschsprachigen Raum. Whisky-Brennereien aus aller Welt reichen ein, die Verkostung ist blind. Bei einer Brigantia-Verkostung war ein Jury-Mitglied überzeugt, der Whisky komme aus Schottland. Genauer: von der Insel, das heißt Islay. Die Auflösung war ein Brigantia vom Bodensee.
Moritz erzählt die Geschichte gern. „Da hatten wir die Rückmeldung von einem Jury-Mitglied erhalten, dass er nie gedacht hätte, dass es sich bei diesem Whisky den Deutschen handelt. Er war ziemlich sicher, dass der Whisky von der Insel kommt.“ Es ist eine Erzählung, die mehr über die Qualität sagt als die meisten Awards-Auflistungen.
Was der Brigantia-Stil ist
Brigantia ist deutscher Single Malt vom Bodensee. Wie die Schotten produziert, also mit Gerstenmalz, gemälzt, gemaischt, vergoren, mit Lautern (klassisches schottisches Verfahren). Im Fass mindestens drei Jahre und einen Tag, damit es Whisky genannt werden darf.
Was den Brigantia von schottischen Whiskys unterscheidet, ist das Bodensee-Klima. Wärmere Sommer, mildere Winter geben aktivere Fässer. Der Brigantia reift schneller als ein gleichaltriger Highland-Whisky und wirkt damit oft älter als sein nominales Alter.
Im Sortiment Sherry Cask Vollreifung (mit Nougat- und Trockenfrucht-Linie), Brigantia Peat Lake Edition (mit Rauch aus dem Eilerfass), Multi-Cask (ausgewogene Variante), gelegentliche Single-Cask-Abfüllungen.
Was 2024 weiter bedeutet
Die Verband-Auszeichnung 2024 ist eine Etappe. Sie bestätigt, was bisher entstanden ist, und gibt den Auftrag für das, was 2028 kommt.
2028 fallen drei Anlässe zusammen: 200 Jahre Steinhauser (gerechnet ab dem Brennrecht 1828), 20 Jahre Brigantia (der erste Brigantia wurde 2008 eingelegt), der erste 18-jährige Brigantia. Wer 2028 eine Steinhauser-Flasche kauft, kauft eine Marke mit zwei internationalen Hauptauszeichnungen (IWSC-Trophy 2014 für SeeGin, Verband-Auszeichnung 2024 für Brigantia) und einem Jubiläums-Triple.
Mehr über die Verband-Auszeichnung und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.
