Metalldesign International – 30 Seiten über einen Künstler aus Oberschwaben

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2011 erschien beim Verlag Hephaistos das Buch „Metalldesign International“. Deutsch und englisch, ISBN 978-3-931951-46-7. Dreißig Seiten darin gehören einem Künstler aus Zußdorf bei Ravensburg: Mirko Siakkou-Flodin. Werkgruppen, Lebenslauf, Arbeitsweise. Von der Schmiedekunst bis zur Großskulptur.

Warum 30 Seiten?

Metalldesign International dokumentiert Metallkünstler und Metallgestalter, die über das rein Handwerkliche hinausgehen. Bei Mirko ist das nicht schwer zu begründen. Seine Werkgruppen umfassen Großskulpturen bis elf Meter Höhe, kinetische Objekte, Feuerskulpturen, Spielplätze, Schmiedearbeiten, Trophäen, Grabkreuze, Taufbecken, Wandgestaltungen, Metallbilder und Klangperformances mit brennenden Klavieren.

Gelernt hat er das Handwerk von 1980 bis 1986 bei Achim Kühn in Berlin, im Atelier für Metallgestaltung. „Da macht man eben“, sagt er. Restaurationen, Großskulpturen, kinetische Objekte. Drei Jahre Lehre, drei Jahre Gesellenzeit. Danach Wanderjahre durch England, USA, Japan und Afrika.

Was Metalldesign International zeigt

Mirkos Kapitel in Metalldesign International dokumentiert die Bandbreite, die den Verlag Hephaistos überzeugt hat. Die elf Meter hohe Panta Rhai in Ravensburg aus Edelstahl und Bronze. Der acht Meter hohe Jongleur im Malchower Park in Berlin. Das Rennpferd aus Altreifen in Dubai. Die Inuit-Maske in Alaska. Origami aus Stahlblech. Gesichter aus Schrottmaterial durch alle Kunstepochen.

„Vielfalt ist meine Stilistik“, sagt Mirko. Was bei manchen Künstlern nach Beliebigkeit klingt, ist bei ihm Methode. Er nennt sich einen Kriminologen. „Ich sammle Indizien. Es geht noch gar nicht darum, dass man eine Idee fasst, sondern man sammelt alles, was man irgendwie dort hineinbringen kann.“ Jede Skulptur entwickelt er aus dem Ort heraus, für den sie gedacht ist.

Vom Buch ins Museum

Seit der Veröffentlichung von Metalldesign International ist Mirkos Arbeit weiter gewachsen. Im Metal Museum in Memphis sind seine Werke in der permanenten Sammlung vertreten. Ein zweites Buch, „Pillars of Freedom“, dokumentiert ein Zusammenarbeitsprojekt in Bettenreute beim NIBE Verlag. Und seine Upcycling-Quote von 80 Prozent seit 1996, ergänzt durch 100 Prozent Ökostrom seit 2000, macht ihn zu einem der konsequentesten Recycling-Künstler in der Metallkunstszene.

In Zußdorf bei Wilhelmsdorf steht sein Atelier. Eine ehemalige Scheune von 1837, zwölf Meter hoch, mit Kranbahn und Plasmaschneider. Vor dem Haus ein Tiger aus Metall und Altreifen. An der Hauptstraße, 6.000 Autos am Tag. Die meisten fahren vorbei. Manche bremsen. Die, die anhalten, bekommen manchmal einen Kaffee und eine Führung. „Mit Metall kann man zaubern“, sagt Mirko. Metalldesign International hat das auf dreißig Seiten dokumentiert.


Mirko Siakkou-Flodin bei pekuu audiostories.

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