Wer eine Metallskulptur will, die nicht aus dem Katalog kommt, hat ein Problem. Wo findet man jemanden, der das kann? Ein Weg führt über Netzwerke wie Sculpture Network, eine internationale Plattform für Bildhauer und Auftraggeber. Ein anderer Weg: das Metal Museum in Memphis, USA, wo Metallkünstler aus aller Welt in der permanenten Sammlung vertreten sind. Darunter auch Mirko Siakkou-Flodin aus Oberschwaben.
Warum einen Metallskulptur Künstler beauftragen?
Es gibt einen Unterschied zwischen Kunst kaufen und Kunst beauftragen. Kaufen heißt: etwas aussuchen, das schon existiert. Beauftragen heißt: etwas bekommen, das es noch nicht gibt. Mirko arbeitet fast ausschließlich auf Auftrag. „Ich mache eigentlich wenig Ausstellung oder Galeriekunst, sondern vor allen Dingen auftragsbezogene Kunst, ortsbezogene Sachen.“
Ortsbezogen heißt bei ihm: Er fährt zum Standort und sammelt, was er Indizien nennt. „Es geht noch gar nicht darum, dass man eine Idee fasst, sondern man sammelt alles, was man irgendwie dort hineinbringen kann.“ Für Alaska hat er über Inuit-Masken recherchiert. Für ein Firmengelände hat er gefällte Obstbäume mit Gesichtern aus der Kunstgeschichte bestückt. Für Bettenreute hat er ein ganzes Dorf mitbauen lassen. Ein guter Metallskulptur Künstler denkt in Orten, nicht in Schubladen.
Vom Pokal bis zur Elf-Meter-Skulptur
Die Bandbreite eines Metallskulptur Künstlers zeigt sich am Portfolio. Bei Mirko reicht das von Red Bull Trophäen für X-Fighters Motocross in Mexiko bis zur elf Meter hohen Panta Rhai in Ravensburg. Dazwischen: Windspiele in Kreisverkehren, Spielplätze am Bodenseeradweg, Grabkreuze, Taufbecken, kinetische Objekte, Feuerskulpturen, Klangperformances.
Dass ein einzelner Künstler das abdeckt, liegt am Leichtbau. Rohre statt Vollmaterial. „Von außen kann man nicht sehen, ist das Vollmaterial oder ein Rohr.“ Seine neun Meter hohe Alexa am Alexanderplatz hat er alleine transportiert. „So kann ich praktisch als Einzelperson arbeiten in großen Dimensionen.“
Wie findet man den richtigen Metallskulptur Künstler?
Plattformen wie Sculpture Network verbinden Bildhauer, Sammler und Auftraggeber international. Man filtert nach Region, Material, Technik. Museen wie das Metal Museum in Memphis zeigen, wer auf internationalem Niveau arbeitet. Und Bücher: „Metalldesign International“ vom Verlag Hephaistos dokumentiert Metallkünstler und ihre Werkgruppen, darunter Mirko auf dreißig Seiten.
Mirko hat sein Handwerk von 1980 bis 1986 bei Achim Kühn in Berlin gelernt. Lehre als Kunstschmied, dann Gesellenzeit. Danach Wanderjahre durch England, USA, Japan und Afrika. „Man redet gar nicht so viel über die Stilistik, sondern wie was wie gemacht wird.“ Unter Metallkünstlern zählt das Handwerk.
Auftragskunst braucht Vertrauen
Ein Metallskulptur Künstler, der ortsbezogen arbeitet, liefert keinen fertigen Entwurf am ersten Tag. „Es darf noch nicht komplett fertig ausgedacht sein.“ Die grobe Richtung steht. Aber der Schrottplatz kann Material liefern, das besser ist als jede Zeichnung. „Man findet Sachen, wo man sagt, daran hätte ich nicht gedacht und das ist sogar die Lösung.“
Das funktioniert nur mit einem Portfolio, das Vertrauen schafft. Mirkos zeigt Projekte auf vier Kontinenten, zwei Buchveröffentlichungen und eine permanente Museumssammlung. „Mit Metall kann man zaubern“, sagt er. Bei 80 Prozent Upcycling-Quote seit 1996.
Mirko Siakkou-Flodin bei pekuu audiostories.
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