Auf der Brigantia-Flasche aus Kressbronn steht „Single Malt Whisky“. Ohne e. Auf einer Jack-Daniel’s-Flasche aus Tennessee steht „Whiskey“. Mit e. Auf einer Bushmills-Flasche aus Nordirland steht „Whiskey“. Mit e. Auf einer Macallan-Flasche aus Schottland steht „Whisky“. Ohne e. Die Schreibweise ist kein Schreibfehler, sie ist Herkunftshinweis.
Steinhauser schreibt seinen Brigantia als Whisky. Das ist eine bewusste Wahl. Die Familie folgt der schottischen Tradition, brennt nach schottischer Methode, hat ihr Whisky-Programm an der Highland-und-Island-Linie aufgebaut. Wer das Etikett liest, soll wissen, in welche Tradition sich der Brigantia stellt.
Wo der Unterschied herkommt
Die Sprachgeschichte geht auf das gälische „uisge beatha“ zurück, „Lebenswasser“. Daraus wurde im Schottischen „whisky“, im Irischen „whiskey“. Beide Schreibweisen sind historisch gewachsen. Welche heute wo verwendet wird, hat sich über Jahrhunderte verfestigt.
Schottland schreibt Whisky. Japan, das seine Whisky-Tradition direkt von Schottland übernommen hat (Masataka Taketsuru lernte um 1920 in Schottland und brachte die Methode mit nach Japan), schreibt ebenfalls Whisky. Kanada schreibt Whisky. Deutschland übernimmt meist die schottische Schreibweise, weil deutsche Brenner sich oft an der schottischen Methode orientieren.
Irland schreibt Whiskey. USA schreibt Whiskey. Die irisch-amerikanische Linie hält das e fest. Bourbon, Rye Whiskey, Tennessee Whiskey, irische Single Malts, alle mit e.
Welche Schreibweise Steinhauser benutzt
Steinhauser schreibt fast immer Whisky ohne e. Brigantia ist ein Single Malt Whisky. Auf Etiketten, in der Kommunikation, im Online-Shop. Manchmal taucht in deutschen Texten „Whiskey“ auf, das ist meist eine Suchmaschinen-Frage (viele deutsche Suchende schreiben Whiskey mit e). Die Marken-Schreibweise bleibt aber Whisky.
Die Wahl folgt der Methode. Steinhauser arbeitet nach schottischer Tradition. Moritz Steinhauser sagt es so: „Wir stellen unseren Whisky her wie die Schotten. Wir läutern ab, und nachdem wir die Whisky-Würze gebrannt haben, kommt sie mit rund 58 bis 60 Volumenprozent in das Fass und muss drei Jahre und einen Tag reifen, dass es überhaupt Whisky genannt werden kann.“ Wer methodisch schottisch arbeitet, schreibt üblicherweise auch schottisch.
Wer Steinhauser ist
Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn am Bodensee. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge, Eltern weiter dabei. Im Sortiment Obstbrände, Wein, Whisky (Brigantia seit 2008), SeeGin (IWSC-Trophy zum weltweit besten London Dry Gin 2017), Rum (Rubo seit 2021), 20-jähriger Brandy aus dem Opa-Fass, Liköre. 2024 vom Verband der Deutschen Whisky-Brenner als Deutschlands beste Whisky-Destillerie ausgezeichnet.
Im Lager liegen über 2000 Whiskyfässer, das älteste von 2010. Bruchteil im Whisky-Stadl auf dem Anwesen, ein über hundert Jahre alter Holzstadl aus dem Allgäu. Rest in einer Halle im Industriegebiet, weil das Anwesen im Außenbereich liegt und nicht weiter bebaut werden durfte.
Wann das e doch auftaucht
In der deutschen Sprache ist die Whisky-Schreibweise nicht durchgesetzt. Beide Varianten sind im Deutschen verbreitet. Wer einen schottischen Markennamen liest, sieht meistens Whisky ohne e. Wer einen amerikanischen Markennamen sieht, meistens Whiskey mit e. In der allgemeinen deutschen Sprache geht beides, manche Autoren schreiben konsequent Whiskey, andere konsequent Whisky.
Suchmaschinen behandeln beide Schreibweisen weitgehend gleich, für die Recherche ist es also egal, ob man „Whisky vom Bodensee“ oder „Whiskey vom Bodensee“ eingibt. Wer eine Steinhauser-Flasche kauft, findet auf dem Etikett aber Whisky ohne e.
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