Biolandhof Kelly
Wenn man vom Balkon des alten Bauernhauses schaut, sieht man den Säntis. Und davor: Felder, Bäume, Stille. Der Biolandhof Kelly liegt in Oberndorf bei Herdwangen-Schönach im Landkreis Sigmaringen. Ein Einzelhof außerhalb der Ortschaft, zwölf Kilometer nördlich vom Bodensee. Hier leben drei Generationen. Und hier entsteht Lupinello.
„Wenn ich zum Beispiel aus meinem Balkon rausschaue, dann sehe ich den Säntis und die schönen Berge und sehr, sehr viel Grün um uns herum“, erzählt Linda Kelly. Sie bewirtschaftet den Biolandhof Kelly zusammen mit ihrem Mann Michael und ihren Eltern Johanna und Josef Warnke. Zwei Wohnhäuser, ein schönes altes Bauernhaus, alte Bäume, die in die Hoffläche hineinwachsen. Ein Ort, der über Generationen gewachsen ist.
Drei Generationen, ein Betrieb
Der Hof ist ein Familienbetrieb im wörtlichen Sinne. Lindas Eltern führten die Umstellung auf Bioland 2007 durch. „Sie haben sich ein bisschen wie eine Marionette gefühlt in diesem System und haben einfach neue Perspektiven gesucht.“ Seitdem wird nach den strengen Richtlinien des Bioland-Verbands gewirtschaftet. Keine synthetischen Düngemittel, kein chemischer Pflanzenschutz. Kreislaufwirtschaft.
Linda Kelly stieg ein, als sie mit dem ersten Kind schwanger wurde. „Das war der richtige Zeitpunkt, der Industrie den Rücken zu kehren und zu Hause mit einzusteigen.“ Sie hat zwei Berufe: Landwirtin und Industriekauffrau. „Weil man in der Landwirtschaft viel Büroarbeit hat“, sagt sie nüchtern. Ihr Mann Michael, Maschinenbauingenieur, hat die Maschinen für die Lupinenverarbeitung umgebaut. Schälmaschinen, Gebläsesysteme, Röstanlage. Marke Eigenbau.
Auf dem Biolandhof Kelly sind immer Kinder. „Gefühlt alle Freundinnen waren immer bei mir“, erinnert sich Linda Kelly an ihre Kindheit. Und das wiederholt sich in der nächsten Generation. „Auch hier sind immer ganz viele Kinder da, weil hier einfach der Platz ist, der Freiraum.“
Was auf dem Hof wächst und lebt
Auf 170 Hektar Ackerfläche wachsen Weizen, Gerste, Leguminosen, Mais und zehn Hektar Süßlupinen. Dazu kommen Mastbullen, Mutterkühe und Zuchtpferde. Lindas Mutter Johanna hatte schon immer Pferde geliebt und sie in den Betrieb integriert. „Welches Mädchen träumt eigentlich nicht davon, reiten zu können?“, erinnert sich Linda Kelly.
Der Betrieb ist nicht auf Größe ausgerichtet, sondern auf Vielfalt. Das Futter für die Tiere wächst auf den eigenen Flächen. Die Lupine als Leguminose reichert Stickstoff im Boden an. Kreislaufwirtschaft, so wie es der Verband vorsieht.
Lupinello: Vom Acker bis zum Paket
Der Biolandhof Kelly ist nicht nur ein landwirtschaftlicher Betrieb. Er ist auch die Produktionsstätte für Lupinello. Alles passiert hier: Anbau, Ernte, Schälung, Röstung, Vermahlung, Fermentation, Verpackung, Versand. Lupinenkaffee, Lupinenmehl, Flocken, Schrot, Porridge, Lupinenwürze, Nudeln, Edelbrände. Über ein Dutzend Produkte, alle aus einer Hand.
„Das war mir klar: Ich brauche einen Online-Shop, weil das ein so tolles regionales Produkt ist. Das möchte ich deutschlandweit verkaufen können“, sagt Linda Kelly. Neben dem Online-Shop gibt es einen kleinen Selbstbedienungshofladen direkt auf dem Biolandhof Kelly. Die ersten vier Jahre hat Linda Kelly Lupinensamen von Hand sortiert. „Wie Aschenputtel. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“ Heute laufen Maschinen, die ihr Mann umgebaut hat.
Besuchen
Der Biolandhof Kelly liegt in Oberndorf 20/1, 88634 Herdwangen-Schönach. Der Selbstbedienungshofladen ist zugänglich. Wer sich für Hofführungen interessiert oder Lupinello-Produkte direkt vom Hof holen will, findet die Kontaktdaten auf biolandhof-kelly.de.
Linda Kelly fasst die Philosophie des Hofs in einem Satz zusammen: „Klein und fein, aber alles aus einer Hand.“ Ein Hof, auf dem drei Generationen leben, zehn Hektar Lupinen wachsen und eine Bratpfanne einmal alles verändert hat.
Die ganze Geschichte im pekuu audiostories Podcast.
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