Deutscher Gin hat in den letzten 15 Jahren weltweite Aufmerksamkeit bekommen. Brennereien aus Hamburg, Berlin, München, Stuttgart und vielen Orten dazwischen sind in der internationalen Gin-Welt sichtbar. Aber die IWSC-Trophy zum weltweit besten London Dry Gin hat ein einziger deutscher Gin geholt: Der SeeGin von Steinhauser am Bodensee, im Jahr 2014.
Bis heute ist Steinhauser der einzige deutsche Trophy-Gewinner in dieser Kategorie. Das sagt etwas über die Marke und etwas über das Niveau des SeeGin im internationalen Vergleich.
Was die IWSC-Trophy ist
Die International Wine and Spirits Competition wurde 1969 in London gegründet. Sie ist einer der ältesten und renommiertesten Spirituosen-Wettbewerbe der Welt. Jury-Mitglieder sind Master of Wine, Master Distillers, Sommeliers und andere Branchenprofis. Verkostungen sind blind, das heißt die Jury sieht nicht, was sie vor sich hat. Beurteilt wird nach Aromen, Balance, Komplexität, Mundgefühl, Trinkbarkeit.
In jeder Kategorie werden Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen vergeben. Daruber steht die Trophy. Sie geht an den besten Eintrag in der jeweiligen Kategorie. Es gibt nicht jedes Jahr in jeder Kategorie eine Trophy. Wenn das Niveau zu eng ist und kein eindeutiger Sieger feststeht, kann auch keine Trophy vergeben werden.
2014 holte der SeeGin von Steinhauser die Trophy zum weltweit besten London Dry Gin. Aus rund 250 Einträgen weltweit. Das ist die Spitze der Kategorie in einem von hunderten Wettbewerbern dichten Jahr.
Warum der SeeGin diese Position erreichte
Der SeeGin hat drei Merkmale, die ihn von vielen anderen Gins unterscheiden.
Erstens den Wacholder-Schwerpunkt. Moritz Steinhauser bringt das in einen Satz: „Wenn ein Gin nicht nach Wacholder schmeckt, dann ist es kein Gin. Gin ist Wacholder, und der muss dementsprechend für uns auch präsent sein.“ Das ist die Grundhaltung. Wacholder ist nicht Beiwerk, sondern Hauptachse.
Zweitens die Volumenprozent. 48, mehr als bei vielen Standard-Gins. Das gibt dem SeeGin Substanz. Pur wirkt er präsent, im Tonic verliert der Wacholder nicht an Charakter. „Den Preis haben wir pur verkostet gewonnen. Aber wenn man den Wacholder zu einem Tonic dazugibt, verliert er nicht an Stärke, der Wacholder bleibt präsent“, sagt Moritz.
Drittens die acht Botanicals. Drei kommuniziert (Wacholder, Zitronengras, Melisse), fünf Familienrezept. Die Komposition aus diesen acht ergibt ein Profil, das in der Blindverkostung 2014 die Trophy gewann.
Wer Steinhauser ist
Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn am Bodensee, abgelegen zwischen Apfel- und Birnenplantagen. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge. Vater und Mutter weiter dabei.
Im Sortiment Obstbrände (Williams Nummer 1 als Bestseller), Wein aus der Kressbronner Berghalde, Whisky (Brigantia seit 2008, 2024 vom Verband der Deutschen Whisky-Brenner als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin (IWSC-Trophy 2014), Rum (Rubo seit 2021), 20-jähriger Brandy aus dem Opa-Fass, Liköre mit Fruchtsaft.
Die Brennerei hat zwei internationale Spitzen-Auszeichnungen: Die IWSC-Trophy 2014 für den SeeGin und die Verband-Auszeichnung 2024 für den Brigantia. Beide Auszeichnungen platzieren Steinhauser über die regionale Bodensee-Welt hinaus in die internationale Spirituosen-Szene.
Was Deutscher Gin heute ist
Deutscher Gin war 2014 schon eine Kategorie, die international wahrgenommen wurde. Der SeeGin-Sieg in London hat dieser Wahrnehmung einen Schub gegeben. Heute steht deutscher Gin neben britischem, niederländischem und spanischem Gin als eine eigene Tradition. Es gibt nicht den einen deutschen Gin-Stil, sondern eine Vielfalt: Pflaumen-betonte Gins aus der Mosel-Region, Hopfen-betonte Gins aus dem Brauereiumfeld, Heidelbeer-betonte Gins, alpenkräuter-betonte Gins.
Was Steinhauser in dieser Vielfalt repräsentiert, ist die Wacholder-Linie. Der SeeGin ist ein klassischer London Dry Gin mit klarer Wacholderdominanz. Diese Treue zur Kategorie ist ein Teil dessen, was den SeeGin in London ausgezeichnet hat. Wer einen modernen Wacholder-zurück-Gin sucht, findet ihn anderswo. Wer einen wacholder-präsenten Gin sucht, findet ihn bei Steinhauser.
Mehr über den SeeGin, deutsche Gin-Tradition und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.
