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Gin Tonic – Das optimale Mischungsverhältnis.

An der Bar in der alten Hirschapotheke in Lindau steht Moritz Steinhauser mit zwei Tumblers. Im ersten 5 cl SeeGin, dazu 15 cl Tonic. Im zweiten 5 cl SeeGin, dazu nur 10 cl Tonic. Wer beide parallel trinkt, schmeckt im zweiten Glas den Wacholder deutlicher, kompakter, mit mehr Mundgefühl. Bei einem 40er-Gin wäre das zweite Glas oft zu scharf. Bei den 48 Volumenprozent des SeeGin lässt sich enger mischen, ohne dass der Drink kippt.

Das klassische Mischungsverhältnis ist 1:3. Aber je nachdem, welcher Gin im Glas ist, gibt es Spielraum. Hier die Logik dahinter.

Die klassische 1:3-Mischung

5 cl Gin auf 15 cl Tonic. Ergibt einen Drink mit etwa 12 Volumenprozent Alkohol, schlank, durchsetzungsstark genug für den Wacholder, mild genug für einen Sommerabend. Das ist die Standardmischung, mit der die meisten Bars arbeiten.

Bei einem 40er-Gin ist 1:3 oft schon die Untergrenze für Wacholder-Präsenz. Mehr Tonic würde den Gin verschwinden lassen. Beim SeeGin mit 48 Volumenprozent ist 1:3 die ausgewogene Standardvariante, in der die Botanicals klar erkennbar bleiben.

Die 1:2-Variante

5 cl Gin auf 10 cl Tonic. Stark in der Wacholder-Präsenz, kompakter, mit deutlich höherem Alkoholanteil pro Glas. Diese Variante ist nicht für jeden Gin geeignet. Bei einem 37,5er-Gin wird sie oft zu scharf, weil der niedrige Volumenprozent zu wenig Aroma trägt, um die höhere Konzentration im Drink zu rechtfertigen.

Beim SeeGin funktioniert 1:2. Die 48 Volumenprozent geben dem Gin die Botanical-Substanz, die eine engere Mischung tragen kann. Wer Wacholder lieber prominenter im Drink hat, sollte 1:2 testen. Es wird kompakter, aromatischer, mehr Mundgefühl.

Die 1:4-Variante

5 cl Gin auf 20 cl Tonic. Leichter, sommerlich, fast wie ein Tonic mit Gin-Akzent. Diese Variante ist für warme Tage oder für Trinker, die einen sehr milden Gin Tonic mögen.

Bei einem 37,5er-Gin verliert sich der Wacholder bei 1:4 fast komplett. Beim SeeGin bleibt er noch erkennbar, wird aber zurückhaltender. Wer den vollen Wacholder-Charakter will, sollte bei 1:3 oder enger bleiben. Wer einen Highball-ähnlichen Gin Tonic möchte, kann mit 1:4 spielen.

Was die Mischung praktisch beeinflusst

Drei Faktoren spielen zusammen. Erstens der Gin: höherer Volumenprozent verträgt engere Mischung. Zweitens das Tonic: bittereres oder aromatischeres Tonic verträgt engere Mischung, weil es auch selbst Charakter hat. Drittens die persönliche Vorliebe: wer Wacholder mag, mischt enger. Wer leichter trinken will, mischt weiter.

Moritz Steinhauser sagt es so: „Den Preis haben wir pur verkostet gewonnen. Aber wenn man den Wacholder zu einem Tonic dazugibt, verliert er nicht an Stärke, der Wacholder bleibt präsent. So rundet sich das Gin Tonic sehr gut ab.“ Dieser Satz erklärt, warum der SeeGin verschiedene Mischungsverhältnisse verträgt. Der Wacholder trägt sich durch.

Die Eis-Frage

Eis verdünnt den Drink über die Trinkzeit. Wer Gin Tonic mit viel Eis serviert und langsam trinkt, hat am Ende mehr Verdünnung als am Anfang. Die effektive Mischung verschiebt sich Richtung schwächer.

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Wer 1:3 nominal mischt und mit viel Eis serviert, hat nach zehn Minuten effektiv 1:3,5 oder 1:4. Das ist nicht schlimm, aber gut zu wissen. Wer Wacholder konstant im Glas haben will, kann mit weniger Eis arbeiten oder mit großen Eiswürfeln, die langsamer schmelzen.

Was die Bar im Brandstore Lindau macht

Im Brandstore in der alten Hirschapotheke in Lindau wird der Gin Tonic mit dem SeeGin standardmässig 1:3 gemischt. Wer engere Mischung will, kann das bestellen, auch 1:2 ist drin. Wer einen leichteren Drink will, geht auf 1:4.

Was die Bar zusätzlich macht: das Glas vorkühlen, große Eiswürfel verwenden, das Tonic langsam einlaufen lassen, damit die Kohlensäure erhalten bleibt. Diese kleinen Schritte machen einen Unterschied, vor allem bei einem Wacholder-orientierten Gin wie dem SeeGin.

Welche Mischung wann

Für einen klassischen Aperitif vor dem Essen: 1:3, eher leicht.

Für einen Drink, bei dem der Gin der Star sein soll (etwa nach einem Essen oder beim Verkosten): 1:2.

Für einen Sommerdrink, bei dem es um Erfrischung geht und der Gin nur Untermalung ist: 1:4.

Für eine Verkostung, bei der mehrere Gin Tonics nebeneinander getestet werden sollen: 1:3 als Standard, damit die Vergleichbarkeit gewahrt bleibt.

Wer Steinhauser ist

Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Beim SeeGin hat Steinhauser 2014 in London die IWSC-Trophy zum weltweit besten London Dry Gin geholt. Im Sortiment Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin, Rubo-Rum, Obstbrände, Wein, Brandy, Liköre.


Mehr über Gin-Tonic-Mischungsverhältnisse, den SeeGin und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.