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Quittenbrand vom Bodensee. Die schwierige Frucht im Glas

Quitten sind im Vergleich zu Williamsbirne, Mirabelle oder Apfel eine schwierige Frucht. Roh sind sie ungenießbar, hart, sauer, voller Adstringenz. Auch reif braucht die Quitte Verarbeitung, um ihr Aroma freizugeben. Wer einen Quittenbrand macht, holt sich Arbeit ins Haus, die andere Obstbrände nicht haben. Aber wer es richtig macht, bekommt einen Brand mit einem Profil, das kein anderer Obstbrand erreicht. Honig, Zitrus, Trockenfrüchte und Tee in einem Glas. Bei Steinhauser steht der Quittenbrand neben dem Williams und dem Apfel im Sortiment, als eigene Linie für Trinker, die etwas Anderes wollen.

Was die Quitte zur Brennfrucht macht

Drei Punkte machen die Quitte heikel.

Erstens die Reife. Quitten reifen spät, oft erst im Oktober oder November. Wer zu früh erntet, hat eine Quitte, die noch hart ist und kein Brand-Aroma gibt. Wer zu spät erntet, hat oft Frostschäden.

Zweitens die Verarbeitung. Quitten müssen geschnitten werden, der harte Kern muss raus. Der Flaum auf der Schale muss abgerieben werden, sonst gibt er Bitternoten. Im Vergleich zur Williamsbirne, die einfach in die Maische geht, ist die Quitte ein Vorbereitungsfall.

Drittens die Vergärung. Quitten haben weniger Zucker als süße Obstsorten. Die Vergärung verläuft langsamer, die Ausbeute pro Kilo Frucht ist niedriger. Wer einen Quittenbrand macht, braucht viel Frucht für wenig Brand.

Was den Quittenbrand ausmacht

Wer durch die Vorbereitung kommt, hat einen Brand mit komplexem Aroma. Honig-Töne aus der Frucht selbst, Zitrus aus der Schale, eine leichte Trockenfrucht-Linie, manchmal Teenoten oder Quittengelee-Erinnerungen.

Bei einem guten Quittenbrand wirkt die Frucht nicht aufgesetzt, sondern integriert. Im Mund kommt zürst Honig, dann Zitrus, dann der Mittelteil mit Trockenfrucht. Im Abgang trägt sich die Quitte lange.

Bei Steinhauser wird der Quittenbrand klassisch gemacht, ohne zusätzlichen Fruchtauszug. Der Brand zeigt die Quitte pur, ohne Verstärkung. Wer den Williams Gold-Willi mit Auszug kennt und den Steinhauser-Quittenbrand danebenstellt, sieht zwei verschiedene Stil-Wege im gleichen Haus.

Wer Steinhauser ist

Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Familienbetrieb. Im Sortiment Williams Nummer 1 (Gold-Willi), Apfelbrand (Bodensee-Diesel), Kirschbrand, Mirabellenbrand, Zwetschgenbrand, Quittenbrand. Dazu Wein aus der Berghalde, Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin (IWSC-Trophy 2014), Rubo-Rum, Brandy, Liköre.

Wo die Quitten herkommen

Wie bei den Williamsbirnen und Äpfeln kommen die Quitten aus dem Bodensee-Umkreis. Plantagen liegen rings um den Standort in Kressbronn. Wer am Standort vorbeifährt, sieht Obstbäume in alle Richtungen.

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Quitten sind weniger angebaut als Äpfel oder Birnen, aber sie haben am Bodensee eine Tradition. Vor allem in Streuobstwiesen findet man alte Quittenbäume, die noch Frucht tragen.

Wie der Quittenbrand getrunken wird

Pur, in einem Schwenker bei 12 bis 15 Grad. Wie bei den anderen Edelbränden gilt: nicht überkühlt servieren, sonst verschließen sich die Aromen.

Klassisch After-Dinner. Quittenbrand ist nicht der Aperitif-Drink, sondern der Verdauungs-Drink, der nach dem Essen kommt.

Auch zu Quitten-Desserts (Quittengelee, Quittenbrot, Quittenstrudel) eine direkte Wahl. Wer das Aroma aus dem Dessert kennt, schmeckt es im Glas wieder.

Eine ungewöhnliche Variante: Quittenbrand in einem Manhattan-Cocktail statt Whisky. Funktioniert, weil das Quitten-Honig-Profil mit süßem Wermut gut harmoniert. Eher für experimentelle Trinker als für Klassiker.

Was den Bodensee-Quittenbrand auszeichnet

Wie bei den anderen Bodensee-Edelbränden ist die kurze Lieferkette ein Vorteil. Erntefrische Quitten geben einen lebendigeren Brand als zwischengelagerte Quitten. Beim Quittenbrand ist das besonders relevant, weil die Quitte nach der Ernte schnell ihre Frische verliert.

Steinhauser brennt den Quittenbrand klassisch, mit der gleichen sechs-Generationen-Erfahrung wie die anderen Obstbrände. Was im Haus an Methodik liegt, kommt jeder Fruchtart zugute.


Mehr über Quittenbrand und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.