Echte Menschen. Echte Geschichten. Aus deiner Nähe.

pekuu dokustories

Williamsbirne. Steinhausers Gold-Willi

Der Wengle, ein Obstbauer aus dem Umkreis von Kressbronn, liefert die Williamsbirnen direkt an die Steinhauser-Brennerei. Goldgelb, reif, erntefrisch. Wenn sie in der Maische landen, ist die Farbe noch präsent. Goldgelbe Birnen ergeben eine goldgelbe Maische, sagt Moritz Steinhauser über die Qualität dieses Ausgangsmaterials. Südtirol als Lieferant ist nicht nötig. Die Obstbäume stehen vor der Tür.

Aus diesem Ausgangsmaterial entsteht der Williams Nummer 1. Familienintern auch Gold-Willi genannt. Bestseller des Hauses. Williams Brand mit Fruchtauszug verfeinert, was den Birnen-Charakter intensiviert und dem Brand seine markentypische Tiefe gibt. Wer auf einer Veranstaltung am Bodensee einen Steinhauser-Williams im Glas sieht, sieht meistens den Gold-Willi.

Wer Steinhauser ist

Die Steinhauser Bodensee Hausbrennerei und Weinkellerei wird in sechster Generation geführt. Brennrecht seit 1828. Standort Kressbronn. Familienbetrieb mit Moritz und seinem Bruder als Nachfolge, Eltern weiter dabei, Destillateur und Kellermeister im Team.

Im Sortiment sind die klassischen Obstbrände fest verankert. Williams Nummer 1 (Gold-Willi), Kirschbrand, Apfelbrand, Quittenbrand, Mirabellenbrand, Zwetschgenbrand. Daneben Wein aus der Kressbronner Berghalde, Brigantia-Whisky (2024 vom Verband als beste Whisky-Destillerie Deutschlands ausgezeichnet), SeeGin (IWSC-Trophy 2014 zum weltweit besten London Dry Gin), Rubo-Rum, Brandy, Liköre.

Was die Williamsbirne ausmacht

Williamsbirnen sind eine spezielle Sorte, die ursprunglich aus England kommt, im 18. Jahrhundert von Williams aus Berkshire kultiviert. Die Birne hat eine markant süß-aromatische Frucht mit feinen Säureanteilen, eine glatte Schale, gelbgrune bis goldgelbe Farbe wenn reif.

Für den Brennvorgang ist die Williamsbirne ideal, weil sie eine hohe Aromatik mit klarer Linie hat. Andere Birnen-Sorten geben oft entweder zu wenig Aroma (zu wassrig) oder zu komplexes Profil (zu erdig). Williams ist ein klassischer Brennbirnen-Sortenname.

Was der Gold-Willi besonders macht

Drei Punkte heben den Williams Nummer 1 vom Standard-Williams-Brand ab.

Erstens: Erntefrische. Die Birnen werden direkt nach der Ernte verarbeitet, nicht zwischengelagert. „Wir müssen sie nicht aus Südtirol beziehen, sondern bekommen die Früchte aus der Region“, sagt Moritz. „Wir haben den Vorteil: Die Obstbäume stehen vor der Tür.“ Was am Erntetag in der Plantage liegt, ist innerhalb von Stunden in der Maische.

Zweitens: Goldgelbe Farbe als Qualitätsmarker. Gut gereifte Williamsbirnen sind goldgelb. Wer eine Maische mit goldgelber Farbe macht, hat Birnen verarbeitet, die ihre volle Reife erreicht haben. Bei Birnen, die zu früh geerntet wurden, ist die Maische heller und das Aroma flacher.

Drittens: Fruchtauszug-Verfeinerung. Der Williams Nummer 1 wird mit zusätzlichem Williamsbirnen-Fruchtauszug verfeinert. Das gibt dem Brand eine intensivere Birnen-Note als ein reiner Williamsbrand ohne Auszug. Moritz beschreibt es so: „Wir haben unseren Billy Nummer 1, das ist der Bestseller, auch Gold-Willi genannt, mit Fruchtauszug.“ Die Bezeichnung Billy stammt aus dem familieninternen Sprachgebrauch.

EXKLUSIV

Videos freischalten

Schalten Sie die Videos frei.
Jetzt kostenlos freischalten

Wie der Gold-Willi schmeckt

Williamsbirne klar erkennbar. Süße, frisch, mit klarer Frucht-Linie. Im Mund eine warme Birnen-Aromatik, die nicht zu süß wird. Der Fruchtauszug intensiviert die Birne, ohne dass der Brand künstlich wirkt.

Im Abgang lange Birnen-Note. Das ist die Folge des Fruchtauszugs. Wer einen Williams ohne Auszug trinkt, hat einen kürzeren Abgang. Beim Gold-Willi trägt sich die Birne lange im Mund.

Wie der Williams getrunken wird

Klassisch pur, in einem kleinen Schwenker oder Stielglas. Nicht zu kalt (etwa 12 bis 15 Grad), damit die Aromen sich entfalten können. Eiskalter Schnaps schmeckt nach Eis und Alkohol, nicht nach Frucht.

Im Aperitif-Kontext geht Williams pur als Hochprozentiges, eher für After-Dinner. Wer im Sommer trinkt, kann ihn mit etwas Eis runterkühlen, sollte ihn aber nicht im Tonic oder mit Mixer ertränken.

In Cocktails wird Williams seltener verwendet, ergibt aber interessante Drinks. Mit Champagner als „Williams Royal“, mit Tonic als ungewöhnlicher Sommerdrink, in Birnenspirituosen-Cocktails wie Pearfect Manhattan (Williams statt Whisky).

Wer den Williams beliefert

Die Williamsbirnen stammen vom Wengle, einem Obstbauer aus dem Umkreis von Kressbronn. Direktlieferung an die Brennerei, ohne Zwischenhandel. Das ist eine der Konsequenzen aus der Bodensee-Logik, die Steinhauser über Generationen aufgebaut hat. Wer regional brennt, sollte regional beziehen.

Die Familie hat im Sortiment mehrere regional bezogene Früchte. Williamsbirnen vom Wengle, Trauben vom Strohmaier aus Kressbronn für die Berghalde, dazu Apfel, Kirsche, Mirabelle, Quitte und Zwetschge aus dem Bodensee-Umkreis. Südtirol als Lieferant entfällt für alle diese Sorten.


Mehr über den Williams Nummer 1 und die Steinhauser-Familie im Podcast pekuu audiostories.